| Reiki als okkultes Heilungsverfahren |
| Geschrieben von: Frank |
| Samstag, den 18. Februar 2006 um 19:24 Uhr |
Unter dem Titel "Brennpunkt Esoterik" hat die Behörde für Inneres aus Hamburg im April 2004 eine Aufklärungsbroschüre herausgebracht. Man sollte aufgrund des "Inneren" jetzt nicht dem Glauben verfallen, dass die freie Hansestadt ganz innovativ über ein Amt verfügen würde, das sich um die spirtuelle und geistige Entwicklung seiner Einwohner kümmern würde. Vielmehr geht es darum, aufgrund der Arbeit auf dem Gebiet des erzieherischen Jugendschutzes einen Beitrag zur Diskussion über das gesellschaftliche Phänomen der Esoterik zu liefern. Die Arbeitsgruppe mit dem bezeichnenden Namen "Scientology" hat dabei auch Reiki in die Liste "okkulter Heilungsverfahren" aufgenommen.Die Einordnung in den Bereich des Okkulten wird aufgrund der einleitenden Definition von Prof. Dr. Hartmut Zinser vorgenommen: "Doch wird eine Verbundenheit von allem mit allem angenommen: alles stehe irgendwie miteinander in Verbindung, freilich ohne daß dieses „irgendwie“ der Verbundenheit präzise oder überhaupt bestimmt werden könnte; und es wird in analogen Beziehungen gedacht: „wie oben, so unten“; oder „wie im Mikrokosmos, so im Makrokosmos“. Vor allem wird dabei die Möglichkeit einer direkten Einflußnahme psychischer Kräfte auf mechanische Vorgänge ohne und z.T. im Gegensatz zu den aus dem Alltag und den Wissenschaften bekannten Mitteln und Wegen unterstellt." (S. 5ff, im PDF S. 9ff) Hier mag man die Gleichsetzung von Esoterik mit Okkultismus vielleicht hinnehmen. Leider entsteht dadurch das Dilemma, dass "Okkultismus" im allgemeinen Sprachgebrauch eher mit "dunklen Künsten" assoziiert wird, was der Einordnung der in dieser "Aufklärungsbroschüre" vertretenen Heilmethoden zumindest unbewusst eine gewisse Abwertung einträgt und damit die Objektivität nicht wirklich garantiert. Auch über die Aussage "Es ist dies der Grundfehler der Esoterik und des Okkultismus, daß er über ein tatsächliches oder angenommenes Unbekanntes Aussagen macht." (S. 5) ließe sich sicher diskutieren, da zumindest für mich "verborgen" nicht gleichbedeutend mit "unbekannt" ist, sondern lediglich auf etwas hindeutet, was unterhalb der Oberfläche der Dinge liegt - zu dem also durchaus durchgedrungen werden kann. Dabei sind die Ausführungen von Prof. Dr. Zinser sicher bedenkenswert, gerade auch die Kritik am heutzutage vielfach missbrauchten Zauberwort "Ganzheitlichkeit". Unter dem Punkt 2.13 "Okkulte Heilungsverfahren", heisst es dann über diese alternativen, komplementären, integrativen, ganzheitlichen oder ergänzenden Heilmethoden, Natur- und Erfahrungsheilkunden: "Zum Teil stützen sie sich auf überlieferte Heilmethoden wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die in der wissenschaftlichen Medizin eine gewisse Anerkennung genießt, zum überwiegenden Teil jedoch lassen sich sowohl ihre Krankheitstheorien wie ebenso ihre Heilmethoden dem Spektrum des Okkultismus zuordnen. Zu diesen alternativen Verfahren gehören: Handauflegen, Gebetsheilen, Reiki, Chakrentherapie, Fernheilen und Besprechen, Prana-Heilen, Schamanismus, Exorzismus, Therapeutic Touch, Touch for Healing, Aromatherapie, Astromedizin, Fußreflexzonen-Therapie und Irisdiagnose, Bachblüten, Bioresonanz, Edelsteintherapie, Magnetfeld-Therapie, aber auch ältere Verfahren wie Mesmerismus und Homöopathie." (S. 23f) Über Reiki selbst wird geschrieben: 37 Vgl. B. J. Baginski / S. Sharamon: Reiki – universelle Lebensenergie, Essen 1985, Vorwort. Vgl. auch A.I.R.A.: Das offizielle Reiki Handbuch 1985. Das gesamte, 194 Seiten starke Dokument kann unter dem oben verlinkten Titel direkt heruntergeladen werden. Ich danke Sir Thomas Marc für den Hinweis darauf. |




Unter dem Titel "

Kommentare