| Reiki-Meisterinnen im Zentrum der Katastrophe |
| Geschrieben von: Frank |
| Montag, den 09. Juli 2007 um 11:58 Uhr |
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Richard Munz lehrt an der Universität Bochum "Internationale humanitäre Hilfe" und ist für verschiedene Hilfsorganisationen seit mehr als 20 Jahren als Arzt, Teamleiter oder Koordinator in Katastrophengebieten im Einsatz. So kritisiert er den Ansatz, dass "jede Hand gebraucht wird", da dies zu unkoordiniertem und verfehltem Einsatz von Hilfskräften und Ressourcen führt. {mosgoogle} In diesem Kontext taucht Reiki auf. Die Rezensentin Ruth Fend beschreibt dies so: "Schon gar nicht bedarf es deutscher Reiki-Meisterinnen, die sich in spontaner Hilfsbereitschaft nach Indien aufmachen, um Patienten mit Handauflegen zu heilen." Hier wäre es sehr interessant, die Originalquellen des Buches zu kennen oder den Autor für ein Interview zum Thema zu gewinnen. Denn geht es ihm nur um eine Einschätzung von Reiki als wenig hilfreiches Instrument? Oder doch eher - wie das Zitat nahelegt - um Helfer, die mehr Chaos verursachen, als wirklich zu helfen? Ich erinnere mich an den Bericht einer Reiki-Meisterin, die bei einem solchen Einsatz mehr mit eigenen Prozessen und ungewohnten Krankheitserregern zu kämpfen hatte als dass sie helfen konnte - ja, sogar selbst Hilfe vor Ort in Anspruch nehmen musste. Die wirklich stimmige Entwicklungshilfe besteht meines Erachtens darin, Menschen darin auszubilden, ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen zu können: Hilfe zur Selbsthilfe. Insofern ist es hilfreich, Menschen in allen Ländern dieser Welt in Reiki auszubilden. Damit in Krisensituationen genug Reiki-Praktiker vor Ort sind, die mit allen Gegebenheiten eines Landes vertraut und dort fest verankert sind. Wir anderen können auf Wunsch dann gern mit Fern-Reiki unterstützend tätig sein, ohne vor Ort jemanden zu belasten.
Buchtipp: Im Zentrum der Katastrophe
Website der FTD: Wirtschaftsbücher: Das Märchen vom Superhelfer |




Die Financial Times Deutschland rezensierte am 06. Juli 2007 das Buch "Im Zentrum der Katastrophe" von Richard Munz, das gerade bei Campus erschienen ist. Diese "Pflichtlektüre für Politiker, Journalisten - und Spender" will mit dem Klischee von hilflosen Opfern und heldenhaften Rettern aufräumen. Auch Reiki ist dabei Thema.


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