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Hallo Janina,
es gibt Dinge, die wir Menschen zum Leben und Wachsen brauchen (solange wir nicht bestimmte Grenzen zum Göttlichen bereits überschritten haben, aber wer hat das schon...):
Das eine sind mehr Bedürfnisse des Körpers, andere mehr des Geistes: Atmen, Essen, Trinken, Kommunikation, Nähe etc. Die Erfüllung dieser Bedürfnisse ist notwendig zum Leben und Wachsen.
Zur Sucht werden kann alles, was angenehm ist und/oder ein Loch in uns stopft. Die Ursachen der Löcher liegen meiner Ansicht nach in unserer Kindheit.
Mir sind beispielsweise junge Mädchen begegnet, die süchtig danach waren, dass ihr Freund sie geschlagen hat. Aufgrund ihrer Sozialisation waren Liebe und Gewalt miteinander verbunden. Ein Mann, der sie nicht schlug, liebte sie auch nicht. Das Gefühl, nicht geliebt zu sein, war schlimmer als ein blaues Auge. Das war die Realität, in der sie lebten.
Aus einer ganzheitlichen Sicht heraus ist Sucht eine Wachstumschance. Sie weist uns genau auf unsere Löcher hin, auf Anteile unserer selbst, die Heilung wünschen. Dabei kann ein Suchtmittel auch eine Zeitlang durchaus okay sein. Weil wir sonst vielleicht etwas in uns ansehen müssten, das wir einfach noch nicht ertragen können. Aber wennn wir unseren Weg gehen, kommt irgendwann der individuelle Zeitpunkt, an dem die Krücke weggeworfen werden will.
EIn Beispiel aus meinem Leben:
Mit 20 kam ich in Kontakt mit sogenannten Weichdrogen und Halluzinogenen. Der Gebrauch dieser Mittel hat mein Leben erst einmal bereichert. Ich lernte die Wahrnehmung einer anderen Realität kennen. Gerade für meine Laufbahn als Musiker war die neue Wahrnehmung von Musik, der Spielrausch und die Hingabe an das Instrument phantastisch.
Doch irgendwann wurde der Genuss zur Gewohnheit und ich spürte immer mehr, dass die Drogen mich begrenzten. Ich hatte mit ihrer Hilfe ein neues Land kennengelernt, nun war es Zeit, den Weg ohne Krücken zu gehen. Und nachdem ich mit der Hilfe von Reiki einige alte Löcher aufgespürt und geheilt hatte, konnte ich die Drogen loslassen.
Einige stellen hier die Frage, ob Reiki eine Droge ist. Korrekt formuliert müsste es heissen: kann Reiki wie eine Droge missbraucht werden? Denn Reiki als universelle Lebensenergie ist genausowenig eine Droge im klassischen Sinn wie die Luft, die wir atmen.
Wenn ich mir meine Drogengeschichte anschaue, hätte statt Hanf allerdings auch das Wort Reiki dort stehen können. Aber ich sehe u.a. einen gravierenden Unterschied darin: Reiki fördert unser Wachstum, ohne uns zu binden. Die Anwendung von Reiki hat meine Wahrnehmung zu keinem Zeitpunkt eingeengt, sondern beständig erweitert und vertieft.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass für jemanden irgendwann der Zeitpunkt kommt, seinen Weg mit Reiki im Sinne eines Systems loszulassen. Reiki hat seine Lernaufgabe erfüllt und geht. Ich kann es mir für mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen.
Ganz wichtig im Kontext Sucht ist der innere Frieden hinsichtlich des Objektes der Begierde: Ich kann heute neben Menschen sitzen, die kiffen, ohne dass ich das Bedürfnis verspüren muss mitzurauchen. Und auch ohne das Bedürfnis, sie auf die Suchtgefahren und negativen Seiten der Droge hinzuweisen. Ich kann ihnen meine Geschichte erzählen, muss aber nicht missionieren oder gar diffamieren. Vielleicht ist jetzt verständlich, warum ich Reinhold als weiterhin seiner Sucht verhaftet betrachte.
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Treat yourself every day
Datum: 06-06-2001 on 11:02
Frank
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