
Lieber Holger,
dann ist Reiki nicht mehr frei von Religion. Denn Karma ist eine Form des Glaubens und hat im Ursprung den Wiedergeburtsgedanken mit drin.
Christen glauben an Vergebung, die dann Karma aufheben würde (mal abgesehen davon, daß im Christentum heute der Glaube an weitere Leben nicht mehr verbreitet ist).
Heiden halten teils Wiedergeburt für möglich, teils auch nicht, glauben aber sehr viel mehr an Schicksal, also Formen von Vorherbestimmung, auf die man eben keinen Einfluß gewinnt durch dieses oder jenes Verhalten.
Karma ist ein Sanskritbegriff, wie tief ist der in der japanischen Kultur als Wort verwurzelt –echte Frage, ich kann kein Japanisch-? Sollte dann bei der Übersetzung nicht entweder ein japanisches Wort stehen bleiben, wie z. B. Reiki als japanisches Wort bleibt und so deutlicher macht, daß es nicht ganz in unsere Kulturkonzepte passt und neu erfahren werden muß. Oder dann eben ein passendes deutsches Wort.
So ist das nur noch Mischmasch. Und zuungunsten des umfassenderen Begriffes Arbeit wird nur ein Teilaspekt herausgebrochen. Denn „Arbeit“ bedeutet unter Magiern und spirituell Tätigen schon immer die spirituelle Arbeit und nicht in erster Linie die Erwerbsarbeit. Da ist die doppelte Bedeutung immer schon drin ohne aber die Last hin zu Wiedergeburt (reine Glaubensvorstellung) zu verschieben.
Karmavorstellung ist nicht von hier, wird hier oft missverstanden und oft missbraucht. Und es ist Religion, keineswegs notwendiger Teil eines spirituellen Weges.
