Schon die Übersetzung "Lebensregeln" trifft nicht wirklich dass, was hier gemeint ist. Es ist schon ein wenig komplexer - tatsächlich hat Usui nicht einfach nur Regeln des gesunden Menschenverstandes zu spirituellen "Regeln" erhoben. Bei den Gainen handelt es sich um spirituelle
Konzepte, die nicht einfach nur aufgesagt werden, sondern gelebt werden sollen.
Ein sehr überzeugender Artikel findet sich auf dieser Seite:
http://www.threshold.ca/reiki/index.html - nach unten scrollen und bei den Artikeln auf "The Usui Gainen" klicken.
Ich finde das sehr interessant, es ist die erste Erklärung zu den Gainen, die mich wirklich überzeugt hat und meinen tatsächlichen Erfahrungen mit Reiki entspricht.
Es wird natürlich immer unterschiedliche Übersetzungen geben!
Arbeit einfach mit Karma zu übersetzen halte ich auch nicht für klug, da der Begriff Karma vielfach sehr Schuld- und Angstbesetzt ist oder zu Determinismus und Gleichgültigkeit führen kann.
Ein altes deutsches Wort für Arbeit ist "Werk". Ein Werk (werken, wirken) hat nichts mit Plackerei zu tun, sondern ist das Ergebniss vielfältiger Anstrengungen und Engagement. Es kann ein gutes, schlechtes, gelungenes, misslungenes Werk sein. In der westlichen Tradition spricht man auch vom "Werk Gottes", dass auf Erden der Mensch auszuführen hat. Dieses "Werk" ist, obwohl in verschiedenen westlichen Traditionen unterschiedlich beschrieben, immer das Gleiche: Selbsterkenntnis, die zur Entwicklung des vollen menschlichen Potentials führt.
Wenn man den Begriff Arbeit in den Gainen durch "Werk" ersetzt, schließt das den Begriff Karma durchaus ein, befreit den Begriff aber vom passiven erdulden und ich glaube, nach meiner jahrelangen Reikierfahrung, dass dies von Usui gemeint war, unabhängig davon, was mir Herr Hosak da erzählen will

.