| Doris Sommer: Das Reiki-Lexikon |
| Geschrieben von: Frank |
| Montag, den 23. September 1996 um 00:00 Uhr |
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Beratungsbuch zu allen Fragen der Reiki-Heilenergie-Anwendung Verlag Peter Erd, München 1996, 250 Seiten, 14,90 Euro
Meiner Meinung nach wird dieses Buch seinem Titel "Das Reiki-Lexikon" und dem Untertitel, der einen hohen Informationsanspruch darstellt, nicht gerecht. So vermisse ich eine dem Titel entsprechende objektive Haltung. Ein Beispiel: Unter "Wartezeit für Reiki II" schreibt die Autorin, daß sie es schade findet, wenn man zu lange wartet. Als Minimum empfiehlt sie eine dreiwöchige Reinigungszeit nach Reiki I. Im Rahmen eines Lexikons würde ich erwarten, die Empfehlungen verschiedener Verbände (z.B. min-destens drei Monate Wartezeit), die Praxis manch freier Meister (alles an einem Wochenende) und die eigene Meinung darzulegen bzw. die verschiedenen Vor- und Nachteile zu diskutieren. Ein anderes Beispiel: Keine bestehende Reiki-Vereinigung wird namentlich aufgeführt, außer des mir unbekannten "Internationalen Reiki-Verbandes", dessen Präsidentin die Autorin ist. Manches dürfte für Lernende etwas verwirrend sein. So finde ich die Anzahl der Standardpositionen bei der Ganzbehandlung (23 plus Chakrenausgleich und diverse Rituale) etwas übertrieben und dem Auswendiglernen nicht unbedingt förderlich. Wenn mensch nicht alle 2-3 min. wechseln will (was Frau Sommer an anderer Stelle auch als nicht förderlich erklärt) liegt die pure Behandlungszeit bei circa zwei Stunden. Frau Sommer versteht sich als freie, aber auch traditionelle Reiki-Meisterin. Jedoch erwähnt sie in ihrem Reiki-Lexikon mit keinem Wort die Lebensregeln. Sie hat zudem sehr eigene Ansichten über die Praxis von Reiki, die meines Wissens nicht als traditionell bezeichnet werden können. So empfiehlt sie grundsätzlich Fußeinweihungen oder schickt vier Personen gleichzeitig Fernreiki. Ich würde mir wünschen, daß dies für den Laien entsprechend klar erkennbar wäre. Beispiele aus ihrer Praxis, die ich ausprobiert habe, - beispielsweise sich gleichzeitig Fernreiki und Eigenbehandlung zu geben - hatten Wirkungen, die ich nicht als positiv erfahren habe. Ansprechend finde ich die Offenheit der Autorin und die manchmal auftauchenden Geschichten aus ihrem Leben. Ein Buch über solch innere und äußere Reisen (in die sie ebenfalls ihre Ansichten über Reiki hätte integrieren können) könnte ich als hochinteressant und stimmig empfinden.
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