| Marco Bischof: Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen |
| Geschrieben von: Franziska Rudnick |
| Mittwoch, den 30. September 2009 um 17:12 Uhr |
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Dieses Buch muss man langsam lesen. Der Schweizer Wissenschaftler und Wissenschaftsautor Marco Bischof befasst sich in “Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen - Feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft” mit gleichen Phänomenen wie Lynne McTaggart in “Das Nullpunktfeld”, ist dabei aber weitaus umfassender. Bischof hat den Anspruch, einerseits ein Fachbuch für Wissenschaftler zu schreiben, andererseits interessierten Laien eine tief gehende Informationsquelle zu bieten.
Diesem Anspruch wird er insofern gerecht, als er eine klare Sprache gebraucht, die nur da Fremd- und Fachwörter anwendet, wo es nicht anders geht. Der Autor möchte, schreibt er im Vorwort, sowohl das erste wissenschaftliche Grundlagenwerk zu diesem Thema verfassen, das “auch Fachleuten und Wissenschaftlern etwas bieten” kann, als auch eine “allgemeinverständliche Darstellung für ein möglichst breites Publikum.” Feinstoffliche Felder stellen eine Herausforderung dar: für die einen, weil sie deren Existenz leugnen, für die anderen, weil sie herausfinden wollen, was sie sind oder sein könnten und ob es schon immer die Wahrnehmung und Anwendung solcher Felder gegeben hat. Marco Bischof gehört zu denen, die es wissen und darum aufklären wollen. Der Schweizer Wissenschaftsautor hat mit “Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen” ein umfangreiches Werk vorgelegt. Er versucht, die Fragen zu klären, was eigentlich diese “feinstofflichen Felder” sind, ob und wie sie zur Therapie von Krankheiten eingesetzt werden können - und wie das früher, seit Menschengedenken gewissermaßen in Form “geistiger Heilung” geschehen ist und geschieht. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Historische Ursprünge, Physik und feinstoffliche Felder, sowie Praxis und Technologie des Feinstofflichen. Bischof will eine Basis schaffen, auf deren Grundlage wissenschaftlich korrekt argumentiert werden kann, über das, was als “Energie”, “feinstoffliche Felder” oder einfach nur “Kräfte” bezeichnet wird. Er möchte die Theorie der feinstofflichen Felder aus der esoterischen Ecke heraus holen und mit seinem Buch dazu verhelfen, dass Physiker, Schulmediziner und geistige Heiler auf wissenschaftlich klare Art miteinander reden und einander verstehen können. Denn letztlich geht es in den verschiedenen Disziplinen, die sich mit dieser Materie und deren Anwendbarkeit befassen, um das, was die Welt auf allen Ebenen zusammenhält. Ist der erste Teil schon spannend, so wird es ab dem zweiten Teil, etwa ab der Mitte des Buches, faszinierend. Den Höhepunkt der Lektüre bildet der dritte Teil, der auf den beiden ersten aufbaut - deren Lektüre bereitet den Leser vor auf die Darstellung z. B. frequenzbasierter medizinischer Geräte aus den 1930er und 1950er Jahren, deren Erfinder ob der erwiesenen Wirksamkeit z. B. bei der Krebstherapie seinerzeit angefeindet und unterdrückt wurden, so dass sie in Vergessenheit geraten sind. Auch Therapiemethoden wie Reiki finden Erwähnung. Seit Menschengedenken sind feinstoffliche Felder bekannt: es gibt für sie viele Namen und ebensoviele Konzepte, ob (natur-)wissenschaftlicher, philosophischer oder religiöser Art. Nach einem Intermezzo im 18.-19. Jahrhundert, als im europäischen Kulturkreis versucht wurde, diese Felder zu widerlegen, hat sich mittlerweile herausgestellt, dass sie tatsächlich existieren und nicht die alleinige Angelegenheit esoterischer Schwärmer sind. Albert Einstein hat deren Existenz zwar noch verneint und sie aus seiner Allgemeinen Relativitätstheorie ausgeschlossen, aber sie später wieder zumindest als möglich anerkannt. Eines der Probleme der Physik im Zusammenhang mit feinstofflichen Feldern ist auch die emotionale Komponente: Zu ihr gehört das Eingeständnis, dass derzeit (noch) nicht alles erfassbar ist, was in seiner Wirkung gemessen werden kann und dass es zuweilen einer metaphysischen Sprache bedarf, um physikalische Phänomene zu beschreiben. Das Feinstoffliche anerkennen geht nur um den Preis einer “persönlichen Wandlung”, so Bischof, es kann nicht wie ein technisches Ding behandelt werden. Zumal er ausdrücklich betont, dass der Begriff “feinstoffliches Feld” keine Energie bezeichnet. Der Leser braucht nicht nur zu Beginn einen langen Atem, um Bischof zu folgen, in die Verzweigungen seiner durchaus spannenden Darstellung der historischen Zusammenhänge um feinstoffliche Felder und deren Entdeckung bzw. Benennung und heilenden Anwendung. Sie hießen in Europa, je nach Epoche, etwa Äther, Fluid, Od, Magnetismus, Lebenskraft, Orgonenergie ... In Asien sind sie bekannt als Qi, Chi, Prana, Shakti und selbst Schechina, das “Himmelslicht” der Kabbala. Jedoch würden derzeit diese Begriffe undifferenziert “in einen Topf geworfen”. Ein deutliches “Unterscheidungs- und Artikulationsvermögen” ist laut Bischof diesbezüglich vonnöten, und es könnte als “kollektive Kulturleistung bezeichnet werden”, wenn es zustande käme. Das Buch ist eine reiche Fundgrube, sorgfältig recherchiert. Es ist zu merken, dass Bischof wohl alle verfügbare wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema recherchiert hat und hier nun in gebündelter Form vorlegt. Eine großartige Leistung! Jedoch wird Bischof seinem im Vorwort dargelegten Anspruch nicht ganz gerecht. Der Spagat zwischen wissenschaftlichem Grundlagenwerk einerseits und allgemeinverständlichem Fachbuch für Laien andererseits ist gewagt. Er könnte den ungeduldigen Leser überstrapazieren, der rasch informiert sein will und eventuell entnervt das Buch zur Seite legt, weil dies eben doch nicht so schnell möglich ist wie erwartet. Alle anderen Leser, die etwas Zeit mitbringen, werden jedoch ihre helle Freude an diesem Buch haben! Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen . |


