Stefanie Menzel: Heilenergetik

Menzel HeilenergetikSchirner Verlag, 2009, 280 Seiten, 19,80 €

Mit „Heilenergetik“ hat die studierte Kunsttherapeutin Stefanie Menzel ein Grundlagenwerk vorgelegt, das aus der langjährigen Arbeit in ihrer therapeutischen Praxis entstanden ist. Ein „Handbuch“ soll das vorliegende Buch sein und dazu verhelfen, dass aus „Kampf Können“ wird und aus „Sinnsuche Lebensfreude“.



Die Autorin, die seit 23 Jahren als Therapeutin arbeitet, hat eine Methode entwickelt, die sie „Heil­energetik“ nennt. Sie bildet Interessierte auch in dieser Methode aus.

In ihrem leicht verständlichen und klar aufgebauten Buch geht es primär um die menschliche Aura sowie um deren Kraft und das, was sie einschränken kann. Im wahrsten Sinne des Wortes „einschränken“, denn in der Aura werden sämtliche Emotionen und Verletzungen gespeichert. Sind es negative Emotionen wie Ohnmacht, Neid oder Angst, blockieren diese den Fluss der Lebensenergie, dessen Medium die Aura auch ist. Dies führe meist zu Krankheit. Eine Schlüsselrolle komme dabei dem Gefühl der Ohnmacht zu, so die Autorin.

Im Dschungel der Gefühle

Doch nicht nur über die Aura wird der Leser informiert, sondern auch über die Chakren. Hier hält Stefanie Menzel eine Überraschung parat, hat sie doch eine eigene Definition über Zahl und Funktion der Chakren. Sie stellt anschaulich dar, wie man die Chakren zur Feststellung des persönlichen energetischen Status quo nutzen kann und wie sich das anfühlt. Mithilfe eines „Energiebarometers“ soll man zudem ebenfalls den persönlichen energetischen Zustand definieren können. Doch erscheint der Begriff „Barometer“ letztlich ein wenig irreführend, erweckt er doch den Eindruck, man könne Gefühle gleichsam ­mechanisch messen.

Stefanie Menzel teilt verschiedene Gefühle in Kategorien ein. Warum, erläutert sie nachvollziehbar. So nimmt sie den Leser bzw. die Leserin gleichsam an die Hand, ohne dabei belehrend zu wirken. In ihrem ansprechend mit Schaubildern­ illustrierten und übersichtlich gestalteten Buch führt sie durch den Dschungel der menschlichen Gefühle und Emotionen. Dabei erläutert sie auch deren energetische Ursprünge. Sie gibt Erklärungen dazu, was an Gefühlen und innerlichen Szenarien wann ablaufen kann, warum das so sein könnte und wie es geschieht. Und sie gibt Anregungen dazu, manches anders zu sehen – oder eben zu fühlen. Dies umzusetzen, dabei helfen zahlreiche Übungen. Manche muten simpel an, wie etwa die Mudras, die helfen sollen, die Chakren zu öffnen.  

Neu sind diese Gedanken nicht, doch da die Autorin sie lebensnah und eher leichtfüßig präsentiert, fehlt ihnen die Schwere, die sie sonst in therapeutisch orientierter Literatur haben können. Hier merkt man, dass die Autorin auch als Dozentin arbeitet, denn sie stellt fast permanent einen Praxisbezug her. Wer kann sich nicht mit der Hausfrau und Mutter identifizieren, der das alltägliche Chaos über den Kopf zu wachsen droht? Oder mit der Angestellten, die mit anstrengenden Kollegen zurechtkommen möchte, ohne dass ihr Energie entzogen wird?

Energetische Strukturen

Unterschiedliche energetische Strukturen in der Aura, ausgelöst durch bestimmte Gefühle oder Überzeugungen, haben bestimmte Wirkungen auf den Menschen selbst sowie auf die Kommunikation der Menschen untereinander. So wird klar, was sich alles hinter dem verbergen kann, was auch „Energievampirismus“ genannt wird. Glaubenssätze können ebenfalls Blockaden in der Aura auslösen. Zu den Glaubenssätzen gehören auch sogenannte positive Affirmationen. Warum die Anwendung dieser an sich lebensbejahend gefärbten Suggestionen auch nach hinten losgehen und zu schweren Blockaden führen kann, beschreibt Stefanie Menzel nachvollziehbar.

Alle Defizite, sei es eine Krankheit oder das Leiden unter Wasseradern, sind für die Autorin ein Indiz dafür, dass es in der Aura der Betroffenen Schwachstellen gibt, somit deren Energiefeld nicht in Ordnung ist.

Die Umwelt als Spiegel

Durch zahlreiche Hinweise darauf, genau hinzusehen, wo etwas bei einem persönlich Thema ist, lernt der Leser, die Umwelt als „Spiegel“ wahrzunehmen und entsprechende Schlüsse für das ­eigene Energiefeld daraus zu ziehen. Natürlich gibt es auch Übungen dazu. So wird der Spiegel zum Verbündeten. Eigentlich ganz einfach: Ohnmacht auflösen. Verantwortung für sich selbst übernehmen. Die Umwelt als Spiegel wahrnehmen. Der Alltag wird so zur Schulung.

Es ist etwas schade, dass diesem Buch ein Re­gister fehlt. So muss das Inhaltsverzeichnis dafür herhalten. Ein Verzeichnis eventuell verwendeter Literatur wäre ebenfalls wünschenswert für jene Leser, die tiefer in die Materie einsteigen und mehr über die Ursprünge von Stefanie Menzels „Heilenergetik“ wissen möchten.

Dieser Artikel wurde verfasst von Franziska Rudnick

Franziska Rudnick praktiziert seit 1996 Reiki und wurde 2010 in England zur Reiki-Meisterin eingeweiht. Franziska ist Redakteurin des Reiki-Magazins. Ihr Buch "Heilende Begegnung", das 12 unterschiedliche Geistheiler portraitiert, ist 2012 im Windpferd-Verlag erschienen.

Geschrieben von Franziska Rudnick am Mittwoch, den 03.November 2010 um 08:09 Uhr

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