William Bengston & Sylvia Fraser: Bengston Energy Healing – Heilen aus dem Nichts

William-Bengston-Sylvia-Fraser-Bengston-Energy-Healing-Heilen-aus-dem-NichtsVAK Verlag, 276 Seiten, 17,99 Euro

Quantenheilung ist in Mode. Nach The Reconnection, Quantum Touch und anderen Methoden ist nun Quantenheilung das, wozu es etliche Publikationen, Kurse und Seminare gibt. Die Publikationen zu diesem Thema sind allerdings weniger einheitlich als man aufgrund des Oberbegriffs denken könnte. Ein Beispiel dafür ist das Buch „Bengston Energy Healing – Heilen aus dem Nichts“ von William Bengston und Co-Autorin Sylvia Fraser.



 

„Wissenschaftlich bewährt“ sei die Methode sowie „für jeden erlernbar“, verspricht der Titel. Das sind große Worte, zumal die Anleitung zum Erlernen der Methode lediglich etwas über 20 Seiten umfasst, in diesem Buch von insgesamt 276 Seiten Umfang. Und dennoch liest sich „Heilen aus dem Nichts“ spannend wie ein Krimi. Das beginnt schon mit der Tatsache, dass weder der Verfasser noch der Entdecker der Methode zur „Heilerszene“ gerechnet werden können. Beide waren und sind weder Mediziner noch Therapeuten.

Der Verfasser, William Bengston, ist Professor für Soziologie am St. Joseph’s College in New York. Der Erfinder oder Entdecker, Bennett Mayrick, war das, was man einen „Lebenskünstler“ nennen könnte; er lebt nicht mehr, doch sein Erbe wird zumindest teilweise von William Bengston weitergeführt. Bengston selbst behandelt nicht mehr mit dieser Form des Handauflegens, wie seiner Website zu entnehmen ist: Seine Leidenschaft gilt der Erforschung der Phänomene, die er seinerzeit erlebt hat und weiterer, kurz, allem, was man grob mit „energy healing“ bezeichnen könnte.

Der eher unfreiwillige Entdecker, Bennett Mayrick, war zunächst ein Mensch mit außergewöhnlichen Begabungen, die in den Bereich der „Psi-Phänomene“ eingeordnet werden konnten; diese wurden ebenfalls erforscht und dokumentiert. Zum Heilen kam er zufällig, es begann damit, dass er Schmerzen anderer Menschen im eigenen Körper spürte und nach einem Weg suchte, dies loszuwerden. Er fand einen. Weg und Methode werden im Buch geschildert, mitsamt allen Auswirkungen, die dies auf Bennett Mayrick, William Bengston und deren Beziehung zueinander hatte.

Etliche Menschen hat Soziologe William Bengston später im Laufe von 35 Jahren von Krebs geheilt – mittels Handauflegen. Außerdem wurde die Methode in zehn kontrollierten wissenschaftlichen Studien überprüft. Zwar ging es dort um Labormäuse, nicht um Menschen, doch diese Mäuse waren besonders: nämlich so gezüchtet, dass sie extrem anfällig für Krebs waren. Bengston und seine Probanden – College-Studenten, die mit Heilen durch Handauflegen nichts am Hut hatten – heilten sie alle. Für eine Probandin war dies dermaßen erschütternd, dass sie sich weigerte, je wieder an einer solchen Studie teilzunehmen. Und doch waren oder sind auch dieser Form des Heilens durch Handauflegen Grenzen gesetzt. Diese werden von Bengston dargestellt und zum Teil, soweit sie seinen Überlegungen zugänglich sind, auch begründet.

Der Ursprung der von Mayrick und Bengston verwendeten Energie scheint in dem zu liegen, was Bengston „die QUELLE“ nennt. Als einen „Ort reinen Potentials, an dem alle Möglichkeiten zugleich existieren“ beschreibt er die Quelle und empfindet, zu ihr zu gelangen, wenn er seine Methode, die er u. a. „Cycling“ nennt, anwendet. Hier scheint die größte Gemeinsamkeit zwischen Bengston Energy Healing und anderen, ähnlichen Formen des Behandelns per Energieübertragung zu liegen.

Die Methode selbst ist, so empfinde ich es, eher komplex. Zwar scheint sie zunächst ähnlich einfach wie bei Reiki, wo der Sender einfach nur die Hände auflegt und die Energie sich ihren Weg selber bahnt und dorthin fließt, wo sie gebraucht wird. Die Schwierigkeiten stecken bei Bengston Energy Healing jedoch im Detail. Derjenige, der einem anderen nach der Bengston-Methode per Energieübertragung helfen möchte, braucht einiges an Voraussetzungen. Geduld gehört dazu, denn, wie ich der Lektüre entnehmen konnte, bedurfte es zuweilen mehrerer Stunden unablässigen Handauflegens um einen Effekt zu erzielen. William Bengston beschreibt ehrlich, was er dabei empfand. Positive Effekte gab es, ohne Frage. Doch sollte man sich dazu vorbereiten, um in einen Bewusstseinzustand gelangen zu können, wo der Verstand der Energie nicht mehr im Wege steht, so dass der Anwender die Möglichkeit hat, zur „QUELLE“ zu gelangen.

Der Unterschied z. B. zu einer Behandlung durch Reiki ist nach meinem Dafürhalten groß: bei Bengston hat der Sender sich eine umfangreiche Liste zu erstellen, mit absolut persönlichen Wünschen (es wird extra erwähnt, dass man nichts ohne deren Einwilligung für andere Menschen wünschen solle), und mit dieser auf eine genau beschriebene Art und Weise zu verfahren, dem sogenannten „Cycling“.

Der Gegensatz zu anderen Formen des „Quantenheilens“ besteht außerdem wohl vor allem darin, dass bei letzteren der Kopf leer gemacht werden sollte, man sich bemühen sollte, an nichts zu denken – wogegen hier der Kopf voll gemacht wird, mal salopp formuliert. Parallelen bestehen wiederum in der Art und Weise des Handauflegens, wobei im Bengston Energy Healing die Energie immer aus einer bestimmten Hand zu kommen scheint. William Bengston gibt in seiner Anleitung klare Anweisungen, wann, wie, wie lange und wie oft zu behandeln sei. Alles klar und transparent geschildert. Bleibt die Frage, warum William Bengston nicht mehr durch Handauflegen behandelt, sondern sich in das Dasein eines Forschers und Lehrers zurückgezogen hat.

 

Einschätzung der Reiki Magazin Redaktion: Aufschlussreich!

Dieser Artikel wurde verfasst von Franziska Rudnick

Franziska Rudnick praktiziert seit 1996 Reiki und wurde 2010 in England zur Reiki-Meisterin eingeweiht. Franziska ist Redakteurin des Reiki-Magazins. Ihr Buch "Heilende Begegnung", das 12 unterschiedliche Geistheiler portraitiert, ist 2012 im Windpferd-Verlag erschienen.

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