Ein offener Brief, was Reiki ist und was es ganz bestimmt nicht ist…

Andrea MischkowyakHeute erreichte uns ein offener Brief der Reiki-Lehrerin Andrea Mischkowyak vom Natur und Reiki Zentrum Geldern, mit der Bitte, diesen Beitrag im Reikiland zu veröffentlichen. Da es hier um ein Problem geht, mit dem sich aktuell viele Reiki-Meister und an Reiki interessierte Menschen auseinander setzen, kommen wir dieser Bitte nach. Entsprechende Diskussionen gibt es im Reikiland-Forum bereits seit längerem. 



Es ist, wie immer im Leben – da setzt sich ganz langsam aber dennoch erfolgreich eine neue Idee durch, lernen Menschen für sich einen neuen Weg oder auch einen neuen Beruf, lassen sich – in diesem Fall in Reiki – ausbilden, investieren viel Zeit, Geld und viele persönliche Entwicklungsschritte in den Beruf des Reiki-Meisers und Lehrers und dann kommen ein paar überaus findige „Kollegen“, die sich bei e-bay für ein paar Euro einen Kurs ersteigern, sich ihre Urkunde zuhause am PC ausdrucken und dann als „Lehrer“ Reiki-Kurse anbieten und Menschen ausbilden und behandeln, in etwas, was sie gar nicht kennen. Das Ergebnis ist klar: Diejenigen, die bei einem solchen Menschen als Schüler gelandet sind, haben schlechte Erfahrungen gemacht und bringen mit ihren Erzählungen über Reiki ganz schnell und aus ihrer Sicht völlig zu recht die ganze Reiki-Familie in Verruf.

 

Ich höre mir hier im Natur und Reiki Zentrum in Geldern die Geschichten über solche „Kurse“ und auch Behandlungen nun schon seit einiger Zeit mit Grausen an. Was mir erzählt wird, grenzt an Psycho-Terror. Lange habe ich versucht, mich einer Stellungnahme zu entziehen, wollte nicht in die Wertung gehen und mich nur auf meine Arbeit konzentrieren. Aber jetzt ist das Maß einfach voll. Auch Energiearbeiter sollten sich wehren, wenn um sie herum soviel Schwachsinn passiert. Es macht mich wütend, was hier im Namen von „Licht und Liebe“ verkauft und angeboten wird. Es ist Abzocke, wenn ich Reiki-Kurse anbiete, die ich selbst gar nicht gelernt habe. Wenn ich mich nicht selbst mit mir auseinandergesetzt habe, wie soll ich dann ein guter Lehrer und Meister sein? Was soll ich meinen Schülern über Reiki sagen, wenn ich es am Bildschirm ersteigert habe oder irgendwo billig „drangekommen“ bin? Wie soll ich ihnen auf ihrem Lebensweg helfen, wenn ich nur an das Geld denke, das ich damit leicht verdienen kann. Obwohl „verdienen“ nicht der richtige Ausdruck ist. Verdient habe ich mir das Geld erst, wenn ich auch etwas dafür geleistet habe – im Kurs, vor dem Kurs und auch nach dem Kurs!

Reiki  heißt übersetzt „universelle Lebensenergie“ und steht jedem Menschen offen, der diese Energie haben möchte. Dr. Usui hat diese Technik wiederentdeckt, denn sie war eigentlich schon immer da und er hat sie weitergegeben an seine Schüler. Ganz in seinem Sinne wird Reiki als eine liebevolle Technik zur Stärkung des Immunsystems (Körper), Klärung der Gedanken (Geist) und Bewußtwerdung von Blockaden (Seele), eben ganzheitlich, angewendet und unterrichtet. Reiki-Schüler lernen sich selbst besser kennen und schätzen, lernen auf ihre innere Stimme zu hören und zu vertrauen, lernen sich von alten Denkmustern zu verabschieden und im Kopf und in der Seele wieder frei und klar zu werden. Dafür brauchen Sie einen verantwortungsbewußten Lehrer, der diese Schritte selbst schon hinter sich hat!

Reiki ist keine Sekte, Reiki hat nichts mit Guru-Gehabe zu tun. Ein Reiki-Lehrer ist ein Mensch inmitten von Menschen. Er ist nicht mehr aber auch nicht weniger als alle seine Seminarteilnehmer um ihn herum. Wer sich anders verhält, hat das energetische Prinzip nicht wirklich begriffen. Der Lehrer lernt von seinen Schülern und die Schüler von ihrem Lehrer und nur so funktioniert es – wie im richtigen Leben. Wer meint, er stehe über den anderen, soll in die Politik gehen – aber keine Reiki-Kurse geben! Ein Reiki-Lehrer hat sein Ego im Griff und spielt sich nicht vor seinen Schülern auf.

Reiki hat auch nichts mit Machtausübung zu tun. Ich habe hier Zitate gehört, wo im Kurs so Sätze gefallen sind, wie: „Bevor nicht alle geheult haben, verläßt keiner den Raum.“ Doch, genau das hätte die junge Frau am besten gemacht – sofort den Raum verlassen. Wer solche Sprüche von sich gibt, ist gemeingefährlich. Wie kann ich Reiki – die Kraft der Liebe – unterrichten und sowas loslassen? Hier treffen Ego und Machtanspruch aufeinander. Ein Fall für den Therapeuten!

Reiki macht stark und nicht schwach. Ein Reiki-Schüler soll lernen, sich selbst wieder wahrzunehmen und zu schätzen. Alles, was ihn klein und schwach macht, ist nicht im Sinne der Ausbildung oder einer Behandlung. Reiki unterstützt die Bewußtwerdung der eigenen Bedürfnisse und darf nicht dafür benutzt werden, den eigenen Willen zu brechen. Es ist auch nicht Sinn der Sache, daß der Meister/Lehrer über den Schüler bestimmt. Der Schüler soll sich Rat und Hilfe holen, aber über sein Leben bestimmen muß er allein. Deshalb ist es auch im Ehrenkodex der Reiki-Lehrer/Meister festgeschrieben, daß es keine partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Schüler und Lehrer geben darf. Sollte die Liebe zuschlagen, muß das Schüler-Lehrer-Verhältnis gelöst werden. Sonst wären wir wieder beim Macht- und Guru-Thema.

Reiki soll Ihnen guttun! Wenn Sie schlechte Erfahrungen gemacht haben, bitte ich Sie inständig: Geben Sie Reiki eine zweite Chance!

Schauen Sie sich die Menschen an, die Reiki-Kurse und Behandlungen anbieten und lassen sie sich ruhig die Zertifikate und Urkunden zeigen. Ihr Meister/Lehrer sollte auch von Menschen ausgebildet sein und nicht von einem Computer. Hören Sie nicht nur mit Ihren Ohren, sondern auch mit Ihrem Bauch. Was fühlen Sie beim Gespräch oder Besuch?

Ein seriöser Lehrer wird niemals über seine Kollegen herziehen oder diese niedermachen. Das ist auch nicht mein Ziel mit diesem Brief. Alle, die sich mit Energie beschäftigen haben ein und dasselbe Ziel: Menschen helfen sich selbst zu helfen und Frieden in diese Welt zu bringen. Deshalb kann es unter Lichtarbeitern auch kein Konkurrenzdenken geben. Das wäre so paradox, wie Angst um die Luft zum Atmen zu haben, weil ein neues Kind geboren wird!

Ich bin mir darüber im Klaren, daß nicht alle Leser mit meiner Meinung einverstanden sind und ich weiß aus Erfahrung, daß der, der sich wehrt, auch angegriffen wird. An alle, die mir jetzt böse Briefe oder mails schreiben wollen: Ich bin darauf vorbereitet! Das Prinzip von Ursache und Wirkung hat auch hier seine Gültigkeit: Dies hier ist die Wirkung, die Ursache wurde bereits gelegt. Ausnahmen bestätigen die Regel und ich freue mich über all diejenigen, die über das Internet – sozusagen als Quereinsteiger – Reiki kennengelernt haben und sich erst nach Ferneinweihungen oder Versteigerungen mit der Energiearbeit intensiv beschäftigt haben. Erst war eben die Neugier da und dann kam der echte Einstieg über „lebendige“ Kurse bei einem seriösen Reiki-Meister/Lehrer. Herzlich willkommen!

 

Ich weiß aus meiner Zeit als Journalistin, daß durch meinen Brief Fragen und Anregungen auftauchen werden, was ausdrücklich erwünscht ist. Bitte schreiben Sie mir, wenn ich Ihnen helfen kann oder was Sie erlebt haben (info@NaturundReikiZentrum.de).

Ach ja – und ich bleibe dabei:

Reiki soll das Licht und die Liebe in dieser Welt wieder manifestieren, indem jeder Mensch erkennt, daß er es selbst schon in sich trägt – und alle seine Mitmenschen auch!

Ihre

Andrea Mischkowyak
Reiki Großmeisterin/Lehrerin
Natur und Reiki Zentrum Geldern

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7 Antworten zu “Ein offener Brief, was Reiki ist und was es ganz bestimmt nicht ist…”
  1. Yonan sagt:

    „Reiki Großmeisterin“ -> Wer auch immer solche Titel weitergibt, muss sich u.U. ebenfalls Fragen nach der Authentizität seiner Ausbildung stellen.

    Schade, bis zu diesem Begriff spürte ich eine weitgehende Übereinstimmung mit der Autorin des Artikels.

  2. Regina Zipfl sagt:

    Zitat: Deshalb ist es auch im Ehrenkodex der Reiki-Lehrer/Meister festgeschrieben, daß es keine partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Schüler und Lehrer geben darf. Sollte die Liebe zuschlagen, muß das Schüler-Lehrer-Verhältnis gelöst werden. Sonst wären wir wieder beim Macht- und Guru-Thema. (Ehrenkodex: Reiki-Verband Deutschland e.V.)

    Ich möchte als Vizepräsidentin des Reiki Verband Deutschland e.V. dazu Stellung nehmen. Oben zitierter Satz steht NICHT in unserem Ehrenkodex der auf den Verbandsseiten jedem zugänglich ist.

    Ansonsten stimme ich der Autorin zu, was die Umgangsweise mit Reiki betrifft.

    Regina Zipfl

    Edit: Aufgrund des Hinweises wurde der Verweis auf den Codex entfernt.

  3. Christina Weißbrodt sagt:

    Ich hatte den Eindruck, daß sich die Autorin des obigen Artikels fast noch dafür entschuldigen möchte, daß sie zu diesem Thema ihre Meinung äußert. Wieso eigentlich?
    Ich glaube es liegt daran, daß wir allzu leicht Wertung und Position beziehen miteinander verwechseln. Eine Wertung ist für mich, wenn ich eine Sache gutheiße und eine andere ablehne. Wenn ich jedoch alles was ist, gleichermaßen in seiner Existenz anerkenne, werte ich nicht. Ich weiß, daß alles richtig ist, so wie es ist, denn alles ist ein Abbild der Wirklichkeit. Doch auch wenn uns das durchaus bewußt sein kann, so sind wir doch als Menschen wohl alle nicht vollkommen. Es wird in Wahrheit wohl nur sehr wenige geben, die bereits diese echte Gleich-gültigkeit in sich verwirklicht haben. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, Stellung zu beziehen, um zu erkennen, wo wir wirklich stehen. Es macht keinen Sinn so zu tun, als sei man bereits über alles erhaben und damit frei von Wertung. Es ist viel authentischer und auch selbstehrlicher, seine Meinung zu äußern, wohl wissend, daß es immer das persönlich gefärbte Bild der Wirklichkeit ist. Denn schließlich ist die Welt nur das, was ich von ihr denke!
    Deshalb noch einmal vielen Dank an die Autorin, daß sie so mutig war, zu schreiben was ihr nicht gefällt.

    Zur Sache selbst möchte ich aber auch noch eine Anmerkung machen.
    Ich habe mich schon vor Jahren, unter anderem auch hier im Forum, dafür eingesetzt, die berufliche Ausübung von REIKI nicht so ohne weiteres jedem zu ermöglichen. Ich habe auf das Heilpraktikergesetzt verwiesen, das dafür eine klare Regelung hat. Doch ich bin mit meiner Auffassung auf wenig Gegenliebe gestoßen, und daran hat sich bis heute auch noch nicht viel geändert. Dennoch möchte einmal kurz erklären, was das alles mit dem hier angesprochenen Thema zu tun hat:

    Die Autorin des Artikels hat bereits ausgeführt, wie leicht es heute möglich ist, REIKI-Behandler oder Lehrer zu werden und welche Folgen das hat.
    Diesen Mißstand haben schon viele bemerkt und auch bemängelt. Deshalb haben auch bereits verschiedene Verbände versucht, Regeln zur Ausübung und Weitergabe von REIKI zu erstellen. Die meisten sicher mit den besten Absichten, aber auch hier gab es schwarze Schafe, die sich diese Misere zu Nutze machen wollten. (Zur Erinnerung: med-con, Wolfgang Lammery!) Aber was auch immer die Motivation sein mag, letztendlich haben alle diese Regeln direkte Auswirkungen auf die REIKI-Praxis und machen den Praktizierenden unfrei in seiner persönlichen Gestaltung. Sie sind auch nicht rechtlich bindend und deshalb aus meiner Sicht nur bedingt dazu geeignet, unseriöse REIKI-Praktizierende, von ihren Unternehmungen abzuhalten.
    Anders ist es mit dem Heilpraktikergesetz. Dieses ist rechtlich bindend, aber es schränkt die freie Ausübung von REIKI nicht ein. Der Vorteil ist, daß derjenige, der REIKI zu seinem Beruf machen will, diese HPErlaubnis nicht einfach bei ebay ersteigern kann, sondern ein wenig Mühe muß er schon investieren. Das hält viele von diesem Weg ab, insbesondere die, die es sich besonders leicht machen wollen.
    Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, daß sich diese Mühe aber in vielerlei Hinsicht lohnt. Wenn man auch nichts über REIKI direkt dabei lernt, so doch viel für sich persönlich. Dies kann dann wiederum viel zum Verständnis von REIKI beitragen. Heute gibt es auch so viele Möglichkeiten, sich die nötigen Kenntnisse zu erwerben, es müssen dabei nicht einmal teure Schulen besucht werden, ein gutes Lehrbuch reicht mitunter auch schon aus. Und wer wirklich dazu berufen ist, REIKI auszuüben, der braucht dann auch die Überprüfung durch das Gesundheitsamt nicht zu fürchten.

    Dies Ansicht habe ich bereits früher vertreten, und ich tue das nach wie vor. Mir ist durchaus klar, daß auch diese Regelung nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann, aber besser als nichts ist es allemal. Denn es ist eine schöne Illusion anzunehmen, alle REIKI-Praktzierenden seien gleichermaßen verantwortungsvoll und ausschließlich seriös in ihren Absichten. Bewußtheit kann man aber auch mit REIKI nicht aus dem Ärmel schütteln. Deshalb ist auch der Beschluß des Bundesverfassungsgerichtes, der die Berufsfreiheit im Bezug auf geistiges Heilen ermöglicht, durchaus mit Skepsis zu betrachten, denn durch ihn fühlen sich der Verantwortungsvolle wie auch der Scharlatan gleichermaßen legitimiert.
    Was wir nun ernten, sind die Karmafrüchte dessen, was wir gesät haben. Deshalb dürfen wir uns eigentlich nicht über sie beschweren, sondern wir müssen sie jetzt aufessen, auch wenn sie uns nicht schmecken.

  4. Petra Maria sagt:

    Der offene Brief bestätigt im Grundsatz meine Meinung. Ich bin allerdings der Auffassung, daß sich jeder Schüler seinen Lehrer selbst aussucht und zwar mit allen daraus resultierenden Konsequenzen.

    Über die entsprechenden Erfahrungen der Hilfesuchenden … könnte man geteilter Meinung sein.

    Das Schlimme daran ist: Reiki selbst wird damit in Verruf gebracht wird. Ich glaube, dass es zu spät ist, hier eine „Linie“ zu (er)schaffen, denn es gibt schon viel zu viele Reikiverbände.

    Apropo was den „angeblichen“ Ehrenkodex betrifft: ich habe vergangene Woche meinen Mann in den 2. Reiki-Grad eingeweiht. Weder bin noch fühle ich mich als Guru sondern habe selbst dazugelernt – nämlich den Partner wirklich als einzigartig wahrzunehmen. Für mich war es ein Loslassen und keineswegs ein Machtgewinn.

    Petra Maria

    P.S. was den Titel „Großmeisterin“ betrifft, muß ich dem Kommentar von Yonan zustimmen. Schade.

  5. Anke sagt:

    Dieser Brief spricht mir aus dem Herzen. Was mich stört ist, dass sich hier einige an dem Begriff \"Großmeisterin\" festbeißen. Was solls, so ist nun mal die traditionelle Bezeichnung. Wer soweit gekommen ist, sollte den Titel auch mit Stolz tragen und verwenden dürfen. Immerhin war es bis dahin sicher ein langer Weg. Wenn sich jemand sein \"-)ipl.\" oder \"-)r.\" oder \"Prof\". auf seine Visitenkarte drucken lässt, finden wir das doch auch in Ordnung. Immerhin zeigt uns so ein durch viel Fleiß und Arbeit erworberner Titel doch, dass wir eine kompetente Person vor uns haben.

  6. Frank Doerr Frank sagt:

    aber im traditionellen Sinne ist Großmeister entweder ein Ehrentitel, der nur dem Halter der spirituellen Linie zusteht, oder jemandem, der das Recht erworben hat, Meister auszubilden. Letzteres macht heutzutage sowieso fast jeder Reiki-Lehrer. Ansonsten steht es mittlerweile meist für zusätzliche Grade der freien Szene, die für Geld einfach so erworben werden können und damit weder Fleiß noch Kompetenz bedeuten.

  7. Mustafa El\\\\\\ sagt:

    Piep Piep Piep, wir haben uns doch alle lieb…… 🙂
    Ich mein Titel hin oder her, einfach aufs Herz hören ,dann weis man ob die Person dass ausdrückt was er/sie sein soll.

    By By liebe Grüße Mustafa El\‘ Sharon

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