Zurück zum Ursprung – Frank Petter

veröffentlicht im Reiki-Magazin Nr. 4/2003

Im Mai 2003 fand in Bad Rappenau, im Landkreis Heilbronn, das Seminar „Japanische Reiki-Techniken“ mit Frank Arjava Petter statt. Frank Doerr nahm an dem Wochenende teil und berichtet hier über sein Erleben des Seminars.



Byosen Nach nur zwei Stunden Fahrt rollt mein Zug in Bad Rappenau ein, irgendwo im historisch wechselhaften Grenzbereich zwischen Baden und Württemberg. In der Tasche habe ich die Anmeldeunterlagen zum Kurs „Japanische Reiki-Techniken“ von und mit Frank Arjava Petter, die mir das Reiki-Zentrum Bad Rappenau hat zukommen lassen. Alles ist bestens organisiert, von preiswerten Mittagsgerichten für Fleischfans und Vegetarier bis hin zum Gästehaus; ich kann also ganz relaxt in dieses Wochenende gehen.

Der erste Weg führt ins Reiki-Zentrum, das praktischerweise direkt im Umfeld mehrerer Kliniken gelegen ist. Susanne Kaiser, langjährige Intensiv-Krankenschwester und angehende Heilpraktikerin, bestätigt die gute Zusammenarbeit mit den Kliniken vor Ort (siehe auch Reiki-Magazin Nr. 1/2003, Seite 13ff), während ihr Mann Jens die Gäste mit einem Imbiß und Getränken umsorgt.

Der erste Abend besteht in einem öffentlichen Vortrag im Kurhaus Bad Rappenau. Was viele schon aus seinen Büchern kennen, nämlich die Entdeckungsreise zu den Wurzeln des japanischen Reiki, das trägt Frank Arjava Petter detailliert und lebendig vor, und bringt den rund 50 Zuhörenden dabei ein Stück japanischer Kultur näher. TeilnehmerTrotz aller Unterschiede gibt es zahlreiche Parallelen zwischen Ost und West: „Die Menschen, die mit Reiki in Kontakt kommen, entwickeln die Tendenz, es mit dem zu verbinden, was sie sonst noch gut finden.“, so der Autor. Dementsprechend gibt es in Japan neben der Usui Reiki Ryoho Gakkai auch Stile wie shintoistisches oder makrobiotisches Reiki.

Im Anschluß an diesen historischen Teil gibt es viel Raum für Fragen der ZuhörerInnen und einen Dia-Vortrag, bei dem uns Frank neben schönen Bildern viel Wissenswertes präsentiert. Der krönende Abschluß ist eine Meditation mit dem letzten Dia-Bild, einer Fotografie Mikao Usuis (siehe „Das Reiki-Feuer“, S. 25). Dabei zieht sich Frank in den hinteren Bereich des Raumes zu einer energetischen Übung zurück. Meine Wahrnehmung verschiebt sich, die Energie in meinen Händen quillt über – da ist nur noch das Usui-Bild auf der Leinwand in seiner starken Präsenz, während die Umrisse der Anwesenden im Dunklen leuchten. Eine eindrucksvolle Erfahrung.

TanzDer Samstag startet im „Haus der Gesundheit“ mit einem charmanten Intro von Jens, das uns wieder einmal zeigt, wie bestens organisiert das Seminar abläuft. „Und jetzt werden wir eine Original-Usui-Meditation zusammen durchführen“, beginnt Frank dann geheimnisvoll und betätigt den Start-Knopf des CD-Players. Ein treibender Beat und funky Klänge durchfluten den Raum, den Arjava mit langen Schritten grinsend durchmisst. Alle springen auf. Von einer Sekunde auf die andere verwandeln wir uns in eine tanzende, lachende Gesellschaft. Was für eine Leichtigkeit! Ich erkenne in Arjava den langjährigen Schüler Oshos, der uns nach diesem Austoben geschickt in eine Gassho-Meditation führt. Auch die Rezitation der Lebensregeln auf japanisch kommt uns dank der neuen CD, die Frank mit Merlin’s Magic produziert hat, erstaunlich leicht über die Lippen.

Shu Chu-Reiki Ebenso wird auch der Sonntag beginnen, bevor uns Frank weitere Anwendungsmöglichkeiten nahebringt. Viele kennen wir nur aus Büchern, sei es Joshin Kokyuu-Ho, Kenyoku oder Hanshin Koketsu-Ho (Anregung der Blutzirkulation). Besonders intensiv praktizieren wir Byosen, eine Diagnoseübung zum Aufspüren von Blockaden im Körper, und Gruppenübungen wie Shu Chu Reiki, bei denen die gesamte Gruppe von 25 TeilnehmerInnen einen einzigen behandelt. Aber natürlich taucht Frank auch tiefer in die Welt der Reiki-Symbole ein und widmet sich an einem Abend nur den Meistern, um gängige Fehler in der Schreibweise des Meistersymbols aufzudecken. Dabei bringt uns die eine oder andere Anekdote zu lautem Lachen.

Doerr und PetterÜberhaupt: eines der angenehmsten Erlebnisse an diesem Wochenende ist Frank Arjava Petter selbst. Dieser Mensch macht kein Aufheben um seine Person. Stattdessen ist er herrlich unkompliziert, locker und sprüht vor Witz. Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich das letzte Mal soviel bei einem Seminar gelacht habe. Gleichzeitig gibt Arjava den TeilnehmerInnen viel Raum für ihre Fragen und Äusserungen, auch wenn so die eine oder andere geplante Technik nicht durchgenommen wird. Auffallend auch seine therapeutischen Fähigkeiten, beispielsweise beim Thema Affirmationen, als Frank einen Freiwilligen durch Fragen und Intuition genau auf den Punkt bringt, der die aktuelle Problematik offenbart.

So hat uns Frank Petter intuitives und analytisches Reiki nähergebracht, und vor allem denjenigen unter uns, die professionell Behandlungen anbieten, nützliche Werkzeuge mit auf ihren Weg der Hände gegeben. Ein Seminar, das ich mit Freuden weiterempfehlen kann!

Kontakt: Frank Petter, www.reikidharma.com.

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Von 1994 bis 2009 Mitarbeiter beim Reiki-Festival. 1996 Mitbegründer des Reiki Magazins und seitdem Redaktionsmitglied bzw. freier Mitarbeiter. Seit 1999 Chefredakteur von Reiki-land.de. Veranstalter der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin's Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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