Wie ist die Geschichte von Reiki?

Reiki-FAQIn den weiteren Teilen von „Wie ist die Geschichte von Reiki?“ geht es um die Geschichte und die Legende von Reiki. Im Grunde gibt es zwei große Geschichten, die in Seminaren erzählt werden. Die eine ist die traditionelle Legende, wie sie Frau Takata erzählt hat. Die zweite orientiert sich an dem tatsächlichen Gang der Dinge und geht auf die Forschungen von Frank Arjava Petter zurück, der als erster die Legende von Takata geschichtlich nachvollziehen wollte. Hierbei erfuhr er, dass es ein paar Ungenauigkeiten in Takatas Legende gab bzw. nicht nachvollziehbare Fakten.

Inzwischen haben sich aber auch weitere Menschen darum bemüht genaueres über die Entwicklung von Reiki heraus zu finden, und auch ihr Wissen fließt in den Beitrag „Wie ist die Geschichte von Reiki? – 3 – geschichtlich belegbare Form“ ein.
Beide Varianten werden hier dargestellt, da auch die geschichtlich nicht vollständig belegbare Form durchaus wertvoll ist. Die Legende kann man als Geschichte verstehen, die bestimmte Philosophien oder Denkweisen in einfacher, unterhaltsamer Form an den Schüler weitergeben will.

Autorin: Janina, Mai 2004, überarbeitet von Feodora, 27.06.06 lektoriert von May, 01.07.06

Wie ist die Geschichte von Reiki? – 2 – Legende

Der Wiederentdecker von Reiki war Dr. Mikao Usui (1865 – 1929), ein japanischer Gelehrter und christlicher Geistlicher. Er leitete in Kyoto eine kleine christliche Universität.
Eines Tages konfrontierten ihn seine Studenten mit folgender Frage: „Warum wissen wir nicht, wie das Heilen durch Handauflegen funktioniert, immerhin steht in der Bibel, dass nach Jesus später viele so heilen können?“
Diese Frage konnte er nicht beantworten, und nach seinem Ehrenkodex war er nun verpflichtet, die Antwort zu finden. Die folgenden7 Jahre widmete er dem Studium an amerikanischen Bibliotheken, er studierte Sanskrit und ging auf die Suche in alten Klöstern in Indien und in alten buddhistischen Klöstern in Tibet. Aber das Ergebnis waren nur Teilerfolge. Der letzte Schlüssel fehlte.
Zurückgekehrt nach Japan zog er sich daraufhin auf den heiligen Berg Kurayama zu einer 21 tägigen Fastenmeditation zurück. Er legte 21 kleine Steinchen vor sich hin, und immer wenn ein Tag zu Ende war, warf er eines der Steinchen fort. Die Tage verliefen gleichförmig und in Stille. Dann aber, in den ersten Stunden des einundzwanzigsten Tages kurz vor Sonnenaufgang, kamen einige Lichtblitze auf Dr. Usui zu. Das Licht drang in seine Stirn, Dr. Usui fiel nach hinten und verlor das Bewußtsein.
In einem anderen Bewußtseinszustand als dem gewöhnlichen Tagesbewußtsein erlebte er mächtige Visionen. Er sah Lichtkugeln in allen Farben des Regenbogens an sich vorüberziehen, er sah Sanskrit-Texte und goldene Symbole wie auf einer Leinwand vor sich. Als er wieder in sein Tagesbewußtsein zurück kehrte, spürte er die innere Veränderung. Auch fühlte er sich frisch und munter und alle Steifheit, die durch die lange Meditation entstanden war, war verschwunden. Wenn er die Augen schloß, war das Gesehene und Erlebte sofort wieder gegenwärtig.

Voller Freude und Dankbarkeit machte sich Dr. Usui auf den Heimweg. Auf dem Weg zurück ins Kloster konnte Dr. Usui durch mehrere kleine Erlebnisse erkennen, dass sich wirklich etwas in ihm verändert hatte. So zog er sich z.B. durch einen scharfkantigen Stein eine tiefe Schürfwunde am Fuß zu. Ohne lange zu überlegen, legte er seine Hände auf die Stelle und spürte sofort einen warmen Energiestrom. Die Wunde hörte auf zu bluten und es gab auch keine Narbe an dieser Stelle.

In den folgenden Jahren wanderte Dr. Usui umher und heilte viele Menschen, die in den Armenvierteln von Kyoto lebten. Dann schickte er sie zurück ins Leben, damit sie arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen. Als er nach einiger Zeit zurückkehrte, mußte er fest stellen, daß viele von denen, die er geheilt hatte, wieder bettelten. Manche waren auch wieder krank. Insgesamt hatte sich nichts an ihren Lebensumständen geändert. Im Gespräch mit diesen Menschen mußte Dr. Usui erkennen, daß eine Heilung des Körpers bei vielen Menschen nicht dazu führt, daß sie Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen. Sie sind nicht bereit für das, was sie erhalten, eine Gegenleistung zu erbringen. Diese Erkenntnisse führten zu der Formulierung der Lebensregeln und zu der Gründung der ersten Reiki-Klinik. Dort praktizierte Dr. Usui für den Rest seines Lebens und bildete andere Menschen in Reiki aus. Kurz vor seinem Tode weihte er seinen besten Schüler Dr. Hayashi zu seinem Nachfolger.

1935 erschien zum 1. Mal Frau Hawayo Takata, eine in Hawaii lebende Amerikanerin japanischer Abstammung in dieser Klinik und wurde dort von ihrer schweren Krankheit geheilt.
Beeindruckt von dieser sanften Therapie insistierte sie nun so lange, bis Dr. Hayashi ihr nicht nur die Einweihung in den 1. und 2. Reiki Grad gab, sondern auch die Meister-Lehrer Einweihung.

Nach Dr. Hayashis Tod wurde sie seine Nachfolgerin. Bis 1980 bildete sie ca. 21 Meister-Lehrer selbst aus, und nun gelangte Reiki auch zum ersten Mal nach Deutschland.

Nach ihrem Tod erfolgte sofort die Spaltung von Reiki in zwei verschiedene Organisationen, die „American Reiki Association“, geleitet von Dr. Barbara Ray und die „Reiki Alliance“, geleitet von der Enkeltochter von Frau Takata, nämlich Phyllis Lei Furumoto. Sie gab die Lehre von Reiki frei, so daß es heute viele freie Reiki-Meister/Lehrer gibt.

Autoren: Janina/Feodora, Mai 2004
Überarbeitet von Feodora, 27.06.06
Lektoriert von May, 01.07.06

 

Wie ist die Geschichte von Reiki? – 3 – geschichtlich belegbare Form

Mikao Usui wurde am 15. August 1865 in der japanischen Provinz Gifu geboren. Er wuchs in buddhistischem Glauben auf und blieb auch sein Leben lang in diesem verwurzelt.
Den Lebensunterhalt für sich, seine Frau, seinen Sohn und seine Tochter verdiente er zunächst als Geschäftsmann. Anschließend arbeitete er eine Weile als Privatsekretär des bekannten japanischen Politikers S. Goto, der später Bürgermeister von Tokio wurde. Zuletzt war Usui wieder als Geschäftsmann tätig.

Während der Zeit des Meiji Kaisers (1868 – 1912) wurden in Japan viele Heilmethoden, die sich des Handauflegens bedienen, geboren. Diese gehen häufig auf das chinesische Qi-Gong zurück. Eine dieser Heilmethoden war das Taireidou. Es verfügte über eine eigene Organisation, deren Begründer, Herr Morihei Tanaka, angeblich der Lehrer von Mikao Usui gewesen sein soll. Da das Taireidou nach dem zweiten Weltkrieg verschwand, ebenso wie viele andere der Handauflege-Heilmethoden, ist es leider nicht mehr nach zu vollziehen, ob Herr Tanaka tatsächlich Usuis Lehrer war.
Das gelernte Wissen wurde durch eine besondere spirituelle Erfahrung ergänzt. Usui zog sich zum Fasten und zur Meditation für 21 Tage auf den Kurama Berg in der Nähe von Kyoto zurück. Am Ende dieser Zeit erlebte er ein Satori (Erkenntnis des Wesens der Schöpfung). Dieses war seine Einstimmung in die Reiki-Energie.

Um 1922 prägte Mikao Usui dann seine eigene Form, das Usui Reiki Ryoho und gründete die Gesellschaft „Usui Reiki Ryoho Gakkai“. In dieser fungierte er als erster Vorsitzender.

Dr. Usui bildete viele Menschen in Reiki aus. Seine Schüler ermutigte er zur Meditation und gab ihnen ein von ihm selbst zusammengestelltes Handbuch und die sogenannten Reiki Lebensregeln. Allerdings hat er die Lebensregeln nicht selbst verfasst, sondern sie von Kaiser Meiji übernommen, der sie als Leitlinien für sein Volk festgelegt hatte.

Nach einem schrecklichen Erdbeben 1923, bei dem etwa vierzigtausend Menschen starben, behandelte Dr. Mikao Usui zahllose Menschen mit seiner Reiki-Methode.

Dr. Mikao Usui starb am 9. März 1926 in Fukuyama und ist auf dem Friedhof des Saihoji -Tempels in Tokio begraben. Kurz vor seinem Tod bestimmte er seinen Freund und engen Mitarbeiter, Herrn Ushida zum Nachfolger. Dieser übernahm den Vorsitz der „Usui Reiki Ryoho Gakkai“. Ihm folgten nacheinander die Herren Taketomi, Watanabe, Wanami, Frau Koyama, und schließlich der jetzige Vorsitzende, Herr Kondo.  Herrn Hayashi und Frau Takata, die in der westlichen Welt als Nachfolger von Dr. Usui angesehen werden, kennt man in Japan kaum.  Es scheint so, als ob sich das japanische und das westliche Reiki in zwei Richtungen entwickelt hat. Dies ist auch gut vorstellbar, da Dr. Mikao Usui etwa 2000 Schüler in Reiki ausgebildet hat, wie auf einem für die Öffentlichkeit aufgestellten Gedenkstein zu lesen ist.  Offensichtlich hatte Dr. Usui ein Interesse daran, daß Reiki sich weiter verbreitet.

So hat er einem Teil seiner Schüler erlaubt, unter anderem auch Herrn Hayashi, ihre eigenen Schüler auszubilden. Dadurch konnte Reiki nach Hawaii und so schließlich in den Westen gelangen, und sich auch innerhalb von Japan in verschiedene Richtungen entwickeln.

Anscheinend wurde Frau Takata von Hayashi nicht zu seiner Nachfolgerin bestimmt. Einer Schülerin von C. Hayashi, Frau Yamaguchi, ist Takata nicht bekannt; Frau Yamaguchi sagte, daß die Ehefrau Herrn Hayashis, seine Nachfolge angetreten habe.

Quelle:

http://www.reikidharma.com/de/

Autoren: Janina, eivella, 11.05.2004

Lektoriert von May, vorläufige Fassung am 29.06.06

Dieser Artikel wurde verfasst von Janina Köck

Janina Köck ist seit 1996 in Reiki eingeweiht und lehrt seit 2001 Reiki im Usui System. Sie ist freie Reiki-Lehrerin, in Shoden und Okuden in Jikiden Reiki eingeweiht und Karuna Reiki (R) Lehrerin. Sie schreibt die Buchrezensionen fürs Reiki-Magazin seit 2008 und ist von Beginn an Mitorganisatorin der Reiki-Convention, hat 2010 und 2011 das Reiki-Festival mitorganisiert und ist Gründungsmitglied von ProReiki. Janina lehrt Reiki in ihrer Praxis Leben in Einklang in Köln und sie steht für eine geerdete, tiefe und humorvolle Spiritualität. Offenheit für Neues aber auch eine große Liebe zu den Ursprünge des Reiki findet man bei ihr.

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