Themenchat Reiki und Schulmedizin mit Oliver Klatt

Klatt Lindner SchulmedizinNachdem schon Jürgen Kindler den Chat des Reiki-lands mit seinem Besuch beehrt hatte, fand sich am 20.09.2006 Oliver Klatt ein. Er wurde von Paul Mitchell zum Reiki-Lehrer ausgebildet, ist Chefredakteur des deutschen Reiki-Magazins und Autor verschiedener Bücher über Reiki oder über Tarot. Aufgrund der Erscheinung seines neuesten Werkes „Reiki und Schulmedizin“, das in Kooperation mit Norbert Lindner entstand, stellte er sich hauptsächlich für Fragen zu diesem Thema zur Verfügung.

Oliver war aber auch bereit, allgemeine Fragen z.B. über das Reiki-Magazin zu beantworten. Die Begrüßung und Moderation des Abends wurde von Frank Doerr, dem Chefredakteur des Reiki-Lands und den anwesenden Admins vorgenommen.

Reiki Magazin

Die erste Frage des Abends ging gleich über das Reiki-Magazin. Die Userin Metra fragte, ob es nur ein Reiki-Magazin gäbe.

Im deutschsprachigen Raum gibt es nur ein Reiki-Magazin, das seit ca. 1997 besteht. Es war das zweite Magazin weltweit, dass sich mit Reiki beschäftigt. Das erste Reiki-Magazin war „Reiki-Info“ aus der Schweiz, so Oliver Klatt, das allerdings schon länger nicht mehr existiert.

Buch: Reiki und Schulmedizin

Die Idee eines Buches zum Thema Reiki und Schulmedizin kam Norbert Lindner (Heilpraktiker in Berlin) und Oliver Klatt durch einen Artikel im Reiki-Magazin über die St. Hedwig Klinik in Berlin, in der Herr Lindner Reiki-Seminare gab.

Die Userin Ronja interssierte sich dafür, wie lange sie an dem Buch geschrieben haben und ob noch ein weiteres Buch in Kooperation mit Norbert Lindner angedacht ist.

Oliver Klatt antwortete, dass vor allem das Korrekturlesen sehr zeitintensiv war und sie ungefähr ein Jahr gebraucht haben. Weitere Bücher mit Herrn Lindner sind momentan nicht geplant.

Projekt zum Buch

Großes Interesse fand das von Norbert Lindner und Oliver Klatt gegründete Projekt, in dem Reiki-Praktizierende an Kliniken, Ärzte oder sonstige medizinische Einrichtungen vermittelt werden sollen.

Norbert Lindner bietet auch Seminare an, um Reiki-Praktizierenden im Umgang mit Ärzten zu schulen, da es wichtig ist, bei Ärzten nicht unbedingt von Handauflegen und Lebensenergie zu sprechen. Stattdessen sollte man die Aspekte der Entspannung, der Stressreduktion und Schmerzlinderung in den Mittelpunkt stellen, da sich diese drei Bereiche auch in wissenschaftlichen Studien als am erfolgreichsten behandelbar mit Reiki gezeigt haben.

Es ist angedacht das Projekt immer weiter auszubauen. Momentan bestehen Kontakte zu verschiedenen Stellen deutschlandweit und sogar im Ausland. Offiziell bekannt sind ungefähr fünf bis sechs Kliniken, die Reiki anbieten, laut Herrn Klatt gibt es insgesamt bestimmt bis an die 100 Kliniken, die das Thema allerdings nicht an die große Glocke hängen.

Ronja: Muss man selbstständig sein für das Projekt oder kann man durch das Projekt mit einer Festanstellung rechnen?

OliverK: Idealerweise würdest du, ausreichend Professionalität und Erfahrung vorausgesetzt, in einem Krankenhaus einen neuen Job finden, nämlich als Reiki-Behandler oder Reiki-Lehrer.

Voraussetzung für eine Weitervermittlung durch Oliver Klatt und Norbert Lindner ist allerdings ein persönliches Gespräch mit jedem Interessenten. Sie möchten sich gerne – anhand von Eckdaten zur Reiki-Praxis und Erfahrung – vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrungen ein erstes Bild machen. In einem persönlichen Gespräch kann dann geklärt werden, wie erfahren eine Person im Umgang mit Behandlungen und Patienten ist. Hier spielt es keine Rolle, ob dies ein Reiki-Meister oder ein Praktizierender des ersten Grades ist, es kommt im Allgemeinen auf die eigene Praxis an.

Sinnvoll ist es auch, laut den Autoren, seine eigene Linie zurückgehend auf Usui zu kennen oder in Erfahrung zu bringen. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Gespräches kann man in die Kartei aufgenommen werden. Eine Veröffentlichung aller Reiki-Praktizierenden, die in der Kartei sind, ist nicht angedacht. Eventuell wird es aber, durch eine Anregung der Userin nimue, eine öffentliche Liste der Kliniken geben, die Reiki anbieten bzw. Reiki-Praktizierenden offen gegenüber stehen.

Im Allgemeinen sind alle Anwesenden sehr froh über die neuesten Entwicklungen, dass Reiki immer mehr Zugang zur Schulmedizin findet. Vor einigen Jahren war dies noch nicht denkbar. Es zeigt die Wandlung unserer Gesellschaft, Reiki offener gegenüber zu stehen, sowie die Früchte der Bemühungen vieler Reiki-Praktizierender, die immer wieder den Mut hatten, wie z.B. Norbert Lindner, in Kontakt mit Schulmedizinern zu treten und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.

Beenden möchte ich diese Zusammenfassung des Themenchats mit einem Ausspruch von Oliver, der meiner Meinung nach für alle Reiki-Praktizierenden wichtig ist:

Für seine eigene Wahrheit stehen ist, denk ich, immer wichtig, und: dranbleiben! Nicht aussetzen mit Reiki! Auch dranbleiben mit der Selbstbehandlung, wenn es gerade mal schwierig ist…“

Chat mit Oliver Klatt über Reiki und Schulmedizin

Zusammenfassung des Chatmitschnitts vom 20.09.2006 zum Thema „Reiki und Schulmedizin“ von Franziska Rudnick

Begonnen hat alles im Krankenhaus: Norbert Lindner, Heilpraktiker und Reikimeister in Berlin, gab Reikiseminare in der Berliner St. Hedwigs-Klinik, einem Lehrkrankenhaus der europaweit bekannten Charite. Oliver Klatt, Chefredakteur des 1997 gegründeten, zweiten Reikimagazins weltweit, nahm Kontakt mit Lindner auf und so begann die Zusammenarbeit beider, die schließlich zu dem Buch „Reiki und Schulmedizin“ führte. Doch die Geschichte geht weiter…
Noch immer bestehen Berührungsängste zwischen Schulmedizin und Reiki, wenngleich diese weitgehend abgebaut sind – doch spreche kein Reikipraktizierender einem Arzt davon, dass er heile! „Entspannungstherapie“ oder schlicht „Entspannung“ ist das Zauberwort, mit dem sich Türen öffnen lassen, damit eine Zusammenarbeit von Reiki und Schulmedizin möglich sei. Seit dem Entscheid des Bundesverfassungsgerichtes März 2004 steht einer Zusammenarbeit legal nichts mehr im Wege. Immer mehr Ärzte und Kliniken sind offen für das Angebot, Patienten mit Reiki behandeln zu lassen, welches eine sinnvolle Begleitung zur schulmedizinischen Therapie darstellt. Denn, selbst wenn Reiki „nur“ Entspannung, Schmerzlinderung und Stressreduktion bietet, so ist dies bereits förderlich für einen positiven Verlauf der Therapie im Krankenhaus, wie Studien gezeigt haben.
Wer Reiki anbieten möchte, muß sich nicht verbiegen: Reiki ist gewiß mehr als das, was man als Reikipraktizierender einem skeptischem Arzt erzählt, doch dieses „mehr“ ist bereits in den positiven Wirkungen der Reikibehandlung enthalten. Das ist die „eigene Wahrheit“, zu der zu stehen, Oliver Klatt jedem Reikipraktizierenden rät.
Wie tritt nun jemand, der in einer Klinik Reiki anbieten möchte, gegenüber dem leitenden Arzt auf?
Oliver Klatt rät zu seriösem, professionellen Verhalten (Visitenkarte) und Probebehandlung. Letztere verhülfe dem Arzt zu einem eigenen Bild.
Hier setzt das neueste Projekt von Klatt/Lindner an: die Vermittlung von Reikipraktizierenden an Ärzte oder Krankenhäuser, welche eine Zusammenarbeit wünschen. Damit man in die Kartei aufgenommen werden kann, muß eine gewisse Professionalität vorhanden sein: Nicht der erreichte Reikigrad zählt, sondern der Umgang mit Patienten, sowie eine bereits bestehende Reikipraxis. Zudem möchte Oliver Klatt sich selbst ein Bild von dem Menschen machen, der um Aufnahme in die Vermittlungskartei ersucht; ein persönliches Treffen ist darum unabdingbar. Auch der Dachverband für Geistiges Heilen (DGH) steht diesem Projekt aufgeschlossen gegenüber, Norbert Lindner hat die Zusammenarbeit mit diesem in seiner eigenen Reikipraxis integriert.
Langfristig gesehen, ist es möglich, dass einstige Patienten zu „ihrem“ Reikibehandler kommen, um sich von diesem in Reiki einweihen zu lassen, damit sie sich selbst Reiki geben können, wann immer sie es brauchen.

Dieser Artikel wurde verfasst von Janina Köck

Janina Köck ist seit 1996 in Reiki eingeweiht und lehrt seit 2001 Reiki im Usui System. Sie ist freie Reiki-Lehrerin, in Shoden und Okuden in Jikiden Reiki eingeweiht und Karuna Reiki (R) Lehrerin. Sie schreibt die Buchrezensionen fürs Reiki-Magazin seit 2008 und ist von Beginn an Mitorganisatorin der Reiki-Convention, hat 2010 und 2011 das Reiki-Festival mitorganisiert und ist Gründungsmitglied von ProReiki.
Janina lehrt Reiki in ihrer Praxis Leben in Einklang in Köln und sie steht für eine geerdete, tiefe und humorvolle Spiritualität. Offenheit für Neues aber auch eine große Liebe zu den Ursprünge des Reiki findet man bei ihr.

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