Eröffnungsfeier Soziales Reiki eV

soziales reikiAm 10. März 2006 finden um 18 Uhr in der Wilhelminenpassage in Darmstadt, Wilhelminenstraße 10, die Eröffnungsfeierlichkeiten des Sozialen Reiki e.V. statt. Dieser gemeinnützige Verein wurde gegründet, um die Organisation des Sozialen Reiki-Programms zu übernehmen und den Fortbestand der derzeit vier Sozialen Reiki-Ambulanzen zu sichern. Die aktuellen Standorte in Deutschland liegen alle im Südwesten von Hessen: Darmstadt, Wiesbaden, Groß-Gerau und Mörfelden-Walldorf.


Das Hauptanliegen von Soziales Reiki e.V. ist es, Reiki-Behandlungen und -Ausbildungen zum Selbstkostenpreis bzw. auf Tauschbasis anzubieten. Die Idee dazu stammt von dem Reiki-Lehrer Upanishad Karfried Kessler. Der Jahresbeitrag im Verein kostet 60 Euro/verbilligt 30 Euro. Mitglieder erhalten Behandlungen in den Sozialen Reiki-Ambulanzen zum reduzierten Preis, aktive Mitglieder kostenlos. Der allgemeine Preis von Reiki-Behandlungen wird mit der Begründung gestiegener Kosten für Mieten und andere Ausgaben ab März 2006 von 10 auf 20 Euro erhöht.

Teilnehmer des Sozialen Reiki-Programms zahlen nur 60 Euro für die Ausbildung im ersten Grad und verpflichten sich dabei, 50 Behandlungsstunden in den Ambulanzen zu geben. Der zweite Grad kostet 60 Euro für Teilnehmer, die im Gegenzug 100 Behandlungsstunden leisten, und 500 Euro für Nicht-Teilnehmer. Auffallend ist der hoch erscheinende Betrag von 250 Euro für den ersten Reiki-Grad für die Menschen, die nicht am Programm teilnehmen. Schließlich liegt der gängige Preis für fundierte Ausbildungen in der Regel bei 150 bis 180 Euro. Ich habe deshalb Upanishad angefragt, inwieweit das Soziale Reiki-Programm hier einen Mehrwert bietet, der diese Differenz rechtfertigt.

"Das umfangreiche Praxisangebot der Sozialen Reiki-Ambulanzen ist der vielleicht wichtigste Mehrwert: jeder Schüler hat die Möglichkeit, mehrmals wöchentlich an den Ambulanzen teilzunehmen und dort kostenlos Erfahrung zu sammeln", so die Antwort. Ausserdem kann sich jeder Teilnehmer dort auch kostenlos behandeln lassen. "Auf Wunsch gehört eine persönliche Supervision nach dem Kurs dazu (90 Minuten, kostenlos). Durch meine regelmäßige Anwesenheit bei den Ambulanzen ergibt sich übrigens eine Art konstante Supervision, denn ich bin immer ansprechbar für Fragen unter vier Augen oder im großen Kreis aller anwesenden Schüler."

Schüler erhalten zudem einen Nachweis über geleistete Praxisstunden. Die Teilnahme am Programm lässt sich auch flexibel gestalten: "So kann jemand zum Beispiel den halben Kurs bezahlen und die andere Hälfte im Rahmen des Sozialen Reiki-Programms abarbeiten." Die Preise beruhen auf einer Mischkalkulation: "Um die Unkosten pro Kursteilnehmer nicht ganz auf einkommensschwache Teilnehmer umzulegen, habe ich mich zu einer Mischkalkulation entschlossen, in der die "normalen" Teilnehmer, die die Ausbildung also nicht auf Tauschbasis machen, helfen, einen Teil der Unkosten der Tauschschüler zu übernehmen und diese dadurch zu unterstützen. Sonst müssten die Tauschschüler etwa 100 Euro statt 60 Euro bezahlen." Nicht vergessen sollte man auch, dass Upanishad und seine vierköpfige Familie vollständig von seiner Arbeit als Reiki-Lehrer leben.

Derzeit sieht es jedenfalls so aus, als ob diese Initiative in Deutschland Fuß gefasst hätte. Bei näherer Betrachtung erschien dies nicht unbedingt leicht, da das Programm seinen Ursprung 2001 in Brasilien hatte, wo die wirtschaftlichen Voraussetzungen andere sind als hier. In einem Land, wo menschliche Arbeitskraft einen so hohen Preis hat wie in Deutschland, mag es vielen Menschen leichter erscheinen, sich den Preis für einen Reiki-Kurs mit etwa zehn Stunden Aushilfstätigkeit zu verdienen, als sich zu einer wesentlich höheren Zahl von Arbeitsstunden in einer Reiki-Ambulanz zu verpflichten.

Für das Programm spricht allerdings einiges: eine sinnvolle Tätigkeit, die vielen Menschen zu Gute kommt und Reiki bekannt macht. Nicht zu unterschätzen ist die Behandlungserfahrung, die man in den Ambulanzen gewinnen kann. Auch könnten bei genauer Dokumentation der Fälle Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Reiki gewonnen werden. Insofern kann man dem neuen Reiki-Verein alles Gute für die Zukunft wünschen! 

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Gründer der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin's Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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