Reiki und Schulmedizin

SymposiumAm 14. Mai 2006 fand im Schlosstheater Rheinsberg das 1. Symposium „Neues Denken in der Medizin“ mit sechs Referenten und über hundert Gästen statt. Oliver Klatt, Chefredakteur des Reiki-Magazins, hielt dabei eine Rede zum Thema „Reiki und Schulmedizin“, die Reiki-land.de hier in voller Länge wiedergibt. Im September 2006 publiziert der Reiki-Meister im Windpferd Verlag gemeinsam mit Norbert Lindner das Werk „Reiki und Schulmedizin„, das bereits jetzt bei Amazon vorbestellt werden kann. 



 

Sehr verehrte Damen und Herren,

„Reiki und Schulmedizin“ – das sind zwei Bereiche, die ganz wunderbar zusammen passen!

Ich möchte Ihnen heute nahe bringen, warum ich das so sehe und welche große Chance in dieser Kombination liegt – für die Mediziner, für die Reiki-Therapeuten und nicht zuletzt für die Patienten.

Stellen wir uns einmal vor: In einem großen Therapiezentrum gehen täglich hunderte Menschen ein und aus. In dem Gebäude arbeiten Ärzte und Therapeuten verschiedener Fachbereiche neben Heilern und Heilpraktikern, neben Physio- und Psychotherapeuten. Wer als Patient hinein geht, hat die Wahl und wird von jedem der Behandler uneigennützig und umfassend beraten…

So beginnt eine Zukunftsvision, die in einfachen Worten schildert, wie sich unser Gesundheitssystem schon in wenigen Jahren darstellen kann. Wie auch immer sich alles genau entwickeln wird: In jedem Fall wird Reiki, davon bin ich überzeugt, eine große Rolle dabei spielen!

Was ist eigentlich Reiki? Für diejenigen, die noch nicht mit dieser Methode vertraut sind, möchte ich ein paar erklärende Worte vorweg schicken:

Reiki ist eine natürliche Heilmethode, die von Millionen Menschen weltweit praktiziert wird. Dabei wird universelle Lebensenergie per Handauflegen übertragen. Die aus Japan stammende Methode wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem Japaner Mikao Usui entwickelt, auf Grundlage seiner jahrzehntelangen Forschungen und Kenntnisse im Bereich der Heilarbeit.

Die Anwendung von Reiki, d. h. die Übertragung universeller Lebensenergie auf sich selbst und andere, unterstützt Heilungsprozesse und vitalisiert Körper und Geist. Wer sich selbst Reiki gibt oder von einem Reiki-Therapeuten die Energie erhält, empfindet dies in der Regel als wohltuend und entspannend. Innere Balance stellt sich ein, die eigene Mitte wird wiedergefunden und das Urvertrauen gestärkt.

Das Wort Reiki stammt aus dem Japanischen und bedeutet „universelle Lebensenergie“. Es setzt sich aus zwei Silben zusammen: „Rei“, dem universellen Aspekt dieser Energie, und „Ki“, der Lebenskraft, die in individueller Ausprägung durch jedes Lebewesen fließt. Auch in anderen fernöstlichen Methoden der Energiearbeit, wie beim Qi Gong oder beim Tai Chi, wird mit dieser Lebensenergie gearbeitet.

Doch nicht nur im Fernen Osten, sondern überall auf der Welt gibt es Konzepte, die von der Existenz einer universellen Lebensenergie ausgehen. So sind das „Numia“ (nach Paracelsus), das „Orgon“ (nach Wilhelm Reich), das „Bioplasma“ (nach den russischen Wissenschaftlern Grischenko und Inyushin) sowie auch das „Baraka“ (aus der Sufi-Lehre), das „Prana“ (aus dem Hinduismus), das „Or“ (aus der jüdischen Kabbala) und der „Heilige Geist“ (aus dem Christentum) allesamt unterschiedliche Erscheinungsformen ein und derselben Lebensenergie. Über diese verfügen wir von Geburt an, sie hält uns am Leben, und wir können sie für verschiedene Zwecke nutzen, u. a. auch zur Heilung.

Das Usui-System des Reiki ist heute das populärste System weltweit, das mit der in der Geschichte der Menschheit seit Jahrtausenden bekannten Lebensenergie arbeitet – einer Energie, die in allen großen Kulturen der Welt bekannt ist!

Doch wie ist das zu erklären? Welche Funktionsweise liegt dem Umgang mit der Lebensenergie zugrunde?

Nach allem, was wir heute darüber wissen, beruht die Funktionsweise von Reiki, vereinfacht gesagt, auf dem Phänomen der Schwingungsänderung. Durch Krankheit, Ärger oder Stress wird der menschliche Organismus in einen disharmonischen Zustand versetzt, dadurch geraten die Schwingungen im Körper durcheinander. Durch Einwirken der universellen Lebensenergie auf den aus dem Gleichgewicht geratenen Organismus kann der disharmonische Zustand in eine harmonische Schwingung zurückgeführt werden. Je nach den Umständen der Krankheit kann dies unterschiedlich schnell bzw. mit unterschiedlichem Erfolg geschehen.

Mittlerweile haben wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit von Reiki bestätigt. So stellt Moritz Harder von der Universität Marburg in seiner Diplomarbeit fest, dass der bisherige Forschungsstand ernst zu nehmende Hinweise auf eine Wirksamkeit von Reiki liefert. Von den bislang vorliegenden, qualitativ akzeptablen Studien weisen stolze 86 Prozent positive Ergebnisse auf. Leider, so Harder, gebe es bislang noch recht wenige Studien speziell im Bereich Reiki. So wartet hier also noch einiges an Forschungsarbeit auf uns.

Ganz anders sieht dies jedoch für den Gesamtbereich der Energieheilung aus, zu dem neben Reiki auch verwandte Praktiken wie Prana-Heilung, Chakra-Therapie und Healing Touch zählen. Den wohl umfassendsten Überblick in diesem Bereich gibt der US-amerikanische Forscher Daniel Benor mit einer Auswahl von rd. 200 kontrollierten Studien, die in den letzten 30 Jahren durchgeführt worden sind. Von diesen weisen 65 Prozent positive Ergebnisse auf!

Benor fasst die Ergebnisse seines Überblicks damit zusammen, dass die Frage, ob energetisches Heilen wirke, klar bejaht werden könne. Zukünftige Untersuchungen, so Benor, könnten sich allmählich damit befassen, nach den Ursachen hierfür zu forschen. Energetische Heilung scheine einen generell gesundheitsfördernden Einfluss auf den Organismus zu haben und dabei frei von Nebenwirkungen zu sein.

Im Jahr 2005 erklärte das „National Center for Complementary and Alternative Medicine“ in den USA die Energiemedizin zum 5. großen Bereich innerhalb der Komplementärmedizin. In den USA genießt der Bereich Komplementäre und Alternative Medizin bereits seit Jahren grundlegende Anerkennung. Mit dieser Maßnahme erfährt der Bereich der Energiemedizin eine immense Aufwertung und wird mit einem millionenschweren Forschungsbudget ausgestattet.

Norbert Lindner und Oliver KlattIn den USA nutzen bereits mehr als 40 Prozent aller Patienten alternative Therapiemethoden. Die Anzahl der Patientenbesuche bei komplementärmedizinischen Ärzten bzw. Heilpraktikern, so eine Untersuchung, zitiert im Deutschen Ärzteblatt, übersteigt bereits die Anzahl der Patientenbesuche bei praktischen Ärzten. Dies ist kaum verwunderlich, findet doch in den USA bereits seit vielen Jahren eine Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Therapeuten der verschiedensten Richtungen statt – so auch zwischen der Schulmedizin und Reiki. Seit einigen Jahren wird Reiki in den USA bereits in mehr als 100 Kliniken eingesetzt – dies vorwiegend zur Ergänzung, Unterstützung und Erleichterung der schulmedizinischen Maßnahmen. Die größte Rolle kommt dabei der Angstreduktion, der Schmerzlinderung und der Entspannung zu.

Als eine Technik, die leicht in den Krankenhausalltag zu integrieren ist und keine Nebenwirkungen aufweist, kommt Reiki in nahezu allen Bereichen zum Einsatz: im Operationssaal, nach Operationen, bei schweren Krankheiten wie Krebs und HIV, bei Unfruchtbarkeit, bei akuten Infektionen, chronischen Krankheitsbildern, in der Notfallmedizin, Säuglingspflege, Gerontologie sowie gegen Nebeneffekte von Medikamenten und Bestrahlungen.

Als Effekte von Reiki zeigen sich, neben Stressreduktion, Schmerzlinderung und Entspannung, vor allem die Beschleunigung von Heilungsprozessen, eine Verringerung des Medikamentenverbrauchs, geringere Nebenwirkungen von Medikamenten, besserer Schlaf, erhöhter Appetit sowie eine bessere Kooperation und Kommunikation mit dem Fachpersonal.

Auch in anderen Ländern, so z. B. in Großbritannien, findet seit vielen Jahren eine Zusammenarbeit zwischen Schulmedizinern und Reiki-Therapeuten statt. Damit es auch in Deutschland bald zu einer Kooperation auf breiter Basis kommen kann, sind nun alle Beteiligten gefragt, aufeinander zu zu gehen.

„Wir müssen lernen, auf neue Weise zu denken“ – so heißt es im Potsdamer Manifest 2005. Und weiter: „Es ist dringlichst an der Zeit, neues Denken in neuem Handeln umzusetzen, und darin die Kraft des Differenzierten, Bewegten, Sich-Wandelnden für uns zu nutzen.“

Diese Sichtweise aufgreifend, möchte ich kurz auf einige Beispiele bereits bestehender Zusammenarbeit im Bereich „Reiki und Schulmedizin“ in Deutschland aufmerksam machen:

An der CGG Klinik in Mannheim wird Reiki als Entspannungstherapie und als Biologische Krebstherapie angeboten. Dabei behandelt die Heilpraktikerin und Reiki-Lehrerin Gabriela Riedig seit 2002, komplementär zu den schulmedizinischen Behandlungsformen, die Patienten mit großem Erfolg.

An der Westfälischen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Warstein bietet die Reiki-Lehrerin Margret Brosius bereits seit 2001 Reiki als begleitende Therapie im „Qualifizierten Drogenentzug“ an. Neben den regelmäßigen Reiki-Behandlungen für die Patienten, die das Angebot rege nutzen, werden zudem sehr erfolgreich Reiki-Seminare als Mitarbeiterfortbildung angeboten. Die Kosten dafür werden von der Klinik getragen.

Auf verschiedene Formen erfolgreicher Zusammenarbeit mit Ärzten, darunter eine mehrjährige Tätigkeit in der Abteilung für Traditionelle Chinesische und Integrative Medizin an der Sankt Hedwigs Klinik in Berlin, einem Lehrkrankenhaus der Charité, kann der Heilpraktiker und Reiki-Lehrer Norbert Lindner zurückblicken. Seine Tätigkeit an der Sankt Hedwigs Klinik geschah unter der Leitung meines Vorredners, Herrn Prof. Gunia.

Und nicht zuletzt hat Herr Prof. Daudert, der heute nachmittag noch sprechen wird, im Oktober 2004 im österreichischen Igls eine Nachsorgeklinik für Krebspatienten und chronisch Kranke ins Leben gerufen, die einen ganzheitlichen Therapieansatz vertritt. Zum Team gehört auch die Reiki-Therapeutin Tarja Weber. Reiki ist ein fester Bestandteil des Therapieplans und wird jedem Patienten der Klinik angeboten. Das Angebot wird rege genutzt, erste Behandlungserfolge stellten sich bereits ein.

Darüber hinaus gibt es viele Ärzte und Ärztinnen, die entweder selbst eine Ausbildung in Reiki absolviert haben und ihre so erworbenen Fähigkeiten in ihre Arbeit einbringen oder aber Ärzte, die mit Reiki-Therapeuten zusammenarbeiten. In Celle, zum Beispiel, findet eine Zusammenarbeit zwischen zwei Lungenfachärzten und einem Reiki-Lehrer statt. In den Räumen der Praxisgemeinschaft hat der Reiki-Lehrer Jerzy Dekowski einen Behandlungsraum angemietet, wo er, in Zusammenarbeit mit den beiden Fachärzten, vor allem Krebspatienten behandelt.

Auch in der Sportmedizin kommt Reiki zum Einsatz: So behandelten z. B. die Reiki-Lehrer Susanne und Jens Kaiser in ihrem Reiki-Zentrum Bad Rappenau bereits vor einigen Jahren den ehemaligen deutschen Fußball-Nationalspieler Martin Wagner sowie die tunesische Karate-Nationalmannschaft erfolgreich mit Reiki.

Ebenso kommt Reiki in zahlreichen Physiotherapiepraxen zur Anwendung, z. B. in der Praxis von Klaus Hennig in Berlin. Der Reiki-Meister, der in den 60er und 70er Jahren zur Elite der Kampfsportler der DDR gehörte – er war Judo-Europameister 1970 – bietet heute seinen Patienten u. a. Reiki-Behandlungen an.

Vielerorts hat sich gezeigt, dass die Integration von Reiki in Kliniken sowie in Arzt- und Physiotherapiepraxen eine große Bereicherung für alle Beteiligten darstellt. So kann insbesondere die Behandlung psychosomatisch bedingter Krankheiten auf diese Weise mit Reiki sinnvoll ergänzt werden.

Knapp drei Viertel aller Deutschen, so ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt, haben bereits Erfahrungen mit Naturheilverfahren. Die Hinzunahme von Reiki in das Praxisangebot macht es möglich, die Patienten gemeinsam ganzheitlich behandeln zu können. Wie die Erfahrung gezeigt hat, ergibt sich so ein positives Feedback seitens der Patienten, insbesondere bezüglich der Vielzahl an angebotenen medizinischen Maßnahmen und der Offenheit des Arztes hierfür.

Um Einrichtungen wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Senioreneinrichtungen, Pflegeheime und Wellnesspraxen, die Reiki in ihr therapeutisches Angebot integrieren möchten, zu unterstützen, bieten mein Reiki-Lehrer-Kollege Norbert Lindner und ich die Vermittlung qualifizierter Reiki-Therapeuten an, die in entsprechender Weise tätig werden möchten.

Wie wir wissen, kommt heute der Eigeninitiative in der Gesundheitsvorsorge eine immer größere Bedeutung zu. Deshalb sollte darüber nachgedacht werden, welche Heilmethoden die Menschen diesbezüglich besonders gut unterstützen können. Das Usui-System des Reiki ist auch hier hervorragend geeignet, einen zentralen Beitrag zu leisten: Innerhalb eines Wochenendes erlernt, gibt bereits der 1. Grad dieses Systems Techniken zur Hand, die für jedermann leicht umsetzbar sind und die zu einer nachhaltigen, gesundheitlichen Verbesserung führen können – und dies bei relativ geringen Kosten, gemessen an der Tatsache, dass die erlernten Fähigkeiten ein Leben lang nutzbar sind.

Für die Zukunft unseres Gesundheitssystems wird es in jedem Fall von grundlegender Bedeutung sein, sich auf die Einfachheit zurückzubesinnen, die dem Verhältnis zwischen Arzt, Heilpraktiker, Therapeut oder Heiler und Patient zugrunde liegt. Und diese wurde kaum je besser zum Ausdruck gebracht als mit den folgenden Worten des weltbekannten Arztes und Ayurveda-Experten Dr. Deepak Chopra:

„Die Medizin wieder in einen natürlicheren Stand zu versetzen, ist wichtig. Immerhin ist das Grundelement der Medizin etwas ganz Natürliches – ein Mensch in Schwierigkeiten, der jemanden sucht, der ihm helfen kann. Klammern wir die medizinischen Techniken einmal aus, dann wird diese Beziehung immer dann am ehesten glücken, wenn sie ganz unkompliziert ist und damit am natürlichsten!“

Heute bestehen in Deutschland alle Voraussetzungen dafür, ein wirkliches Miteinander aller Heilberufe, im Dienste des Patienten, in die Tat umzusetzen. Wir müssen nur noch Schritt für Schritt aufeinander zu gehen!

Copyright by Oliver Klatt – www.einfach-nur-reiki.de
Mehr Vorträge und Fotos gibt es auf der Internetseite www.ruppiner-reiki-zentrum.de  unter „Symposium“.
Weiterführende Links: http://www.reiki-medizin.de/ 

Dieser Artikel wurde verfasst von Oliver Klatt

Oliver Klatt, 1994 in Reiki eingeweiht, erhielt im Jahr 2000 die Meister-Einweihung von Paul David Mitchell (USA). Er ist von Beginn an Mitglied der Redaktion des Reiki Magazins, seit 2001 in der Funktion als Chefredakteur, und gibt Reiki-Seminare in Berlin. Sein Wissen um die Ursprünge von Reiki vertiefte er in Fortbildungen bei Don Alexander (Großbritannien) und Swami Prem Jagran (Italien).

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