Reiki in meinem Leben

erschienen im 2. DAO-Sonderheft Reiki, August 1996
Reiki in meinem Leben: Ein Rückblick auf die ersten zwei Jahre mit Reiki und seinen Auswirkungen auf Leben, Gesundheit, Gewohnheiten, Beziehung und Familie.

Im November 1993

Jürgen Kindler

Mein Reiki-Lehrer Jürgen Kindler

machte ich den 1. Reiki-Grad. Ein Vortrag und eine Kurzbehandlung hatte mich von dieser Heilkunst überzeugt, und es war mir wichtig, noch kurz vor meinem 30. Geburtstag ein Zeichen für weitere Veränderungen zu setzen. Anfangs war ich schon leicht geschockt, daß dieses Heißwerden der Hände und der Energiefluß nun nie mehr aufhören würde, doch bald ist Reiki für mich ein vertrauter Freund, Lehrer und Helfer geworden.

Große Dinge geschahen erst einmal nicht. Aber allein die Tatsache, mich nach Streß und sozialpädagogischer Arbeit meiner täglichen „Energiedusche“ hingeben und so den Abend wieder erholt genießen zu können, war wunderbar und tat auch der Beziehung zwischen meiner Freundin und mir gut. Dazu bereicherte Reiki unser Sexualleben. Dies ist insofern witzig ist, da ich zu Reiki kam, als wir einen Vortrag über Tantra besuchen wollten.

Sechs Monate nach mir

belegte meine Freundin deshalb ebenfalls ihren 1.Grad. Sie ging mit dem festen Willen hinein, ihre ziemlich heftige und ausgeprägte Allergie (Neurodermitis) zu besiegen. Nach dem ersten Tag ging es ihr phantastisch, nach dem zweiten hatte sie Kopfschmerzen und nach der letzten Einweihung brach sie abends bei mir zusammen. Sie litt unter Übelkeit, Magenkrämpfen, rasenden Kopfschmerzen, Weinkrämpfen, Hustenanfällen und Fieberschüben, aber der Notarzt konnte nichts feststellen. Nach zwei Tagen war sie wieder auf den Beinen, die ersten Allergiesymptome waren verschwunden und zwei Wochen später kamen – unterstützt durch MDMA – die ersten Erinnerungen an den verdrängten sexuellen Mißbrauch in ihrer Kindheit hoch.

Da Reiki-Behandlungen immer wieder solche Bruchstücke hochlösten, was ihr oft zuviel war, konnte ich ihr kaum noch Reiki geben – was unserer Beziehung vorher immer sehr sehr gut getan hatte. In Phasen, in denen einer von uns auf Distanz war, Verunsicherung über die Liebe und die Bedeutung des anderen bestand, hatte uns Reiki immer wieder geholfen, sowohl die gegenseitige Liebe zueinander und das Wesen des anderen zu spüren, als auch egoistische, verhärtete Strukturen aufzulösen.

Wir blieben noch fünfzehn Monate zusammen, ich ging den Weg der Verarbeitung mit ihr so gut ich konnte, auch wenn ich u.a. darunter litt, daß sie keine qualifizierte therapeutische Hilfe zulassen konnte. Ihre Allergie war völlig verschwunden, aber mit den zugrundeliegende Ursachen mußte sie nun fertig werden.

Bei mir passierte ebenfalls viel,

ich kam mir schon vor wie der Zauberlehrling. Natürlich, ich wollte Veränderung in meinem Leben haben… aber nicht so viel! Da waren Wohnungswechsel, Diplomprüfungen, Arbeit und Kolloquiumsprüfung. Da entpuppten sich Freundschaften als Illusion, Vertrauen als Naivität, ich durchlebte und verarbeitete ein Kindheitstrauma, das ich völlig verdrängt hatte, sah Seiten an mir, die mir nicht gefielen, veränderte mich in schmerzhaften Prozessen, lernte und wuchs. Das einzig kontinuierliche war und ist die tägliche Eigenbehandlung.

Im Dezember 94 folgte der zweite Grad, doch erst vier Monate später wurde mir dessen Tragweite wirklich bewußt: Ich konnte Reiki unabhängig von Zeit und Raum geben! Nun begann ich meine Vergangenheit Monat für Monat durchzugehen und bin derzeit in meinem 19ten Lebensjahr. Im Sommer fand ich endlich die gewünschte Wohnung, dachte schon, jetzt wird’s ruhiger, dann brach die Beziehung auseinander, die Vergangenheit zerstörte die Zukunft.

Große Veränderungen löste

Kind und Reiki

Meine älteste Tochter macht als Kleinkind einfach mal so Reiki 🙂

das 3. Reiki Treffen in Gersfeld aus. Auf dem Hinweg hing ich noch arbeitslos in der Luft, einige MeisterInnen drückten mir dort reikimäßig die Daumen und am Tag der Rückkehr bekam ich einen erhofften und einen unerwarteten Anruf. So habe ich jetzt den Job, den ich gerne wollte, und einen, der mich weiter bringen kann. Vor allem lernte ich auf dem Treffen eine Frau kennen, wir fanden so unkompliziert und natürlich zusammen, wie ich es noch nie erlebt habe und erfuhren anderthalb Monate später, daß wir ein gemeinsames Kind bekommen werden. Daß sich meine Vorstellungen vom Mann-Sein und damit meine Beziehungsfähigkeit verändert haben, dazu hat Reiki ebenfalls einen Teil beigetragen.

Eine meiner Hoffnungen und Wünsche nach Beginn meines Reiki-Lebens war auch diejenige gewesen, Süchte und schlechte Gewohnheiten ablegen zu können. Die Entwicklung vollzog sich Stück für Stück, und zwei Jahre später hatte ich durch Reiki das gewünschte Schlüsselerlebnis, so daß ich jetzt ohne größere Schwierigkeiten das suchtfreie Leben führen kann, das notwendig ist, um weiter zu wachsen.

Bei vielen Erlebnissen und Veränderungen

war nicht immer genau nachzuvollziehen: Dies kam (zumindest hauptsächlich) durch Reiki oder hat sich wegen dieser Kraft so entwickelt – schließlich gibt es auch andere positive Einflüsse in meinem Leben. Doch wenn auch viel im Dunkeln bleibt, eines ist klar: ich habe Reiki und meiner täglichen Praxis viel zu verdanken und weiß seit November 95, daß ich Reiki-Meister werden will. Bis dahin wird allerdings noch etwas Zeit vergehen.

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Gründer der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin’s Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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