3.4.1 Reikiforschung – Literaturrecherche

Reiki WissenschaftAllgemeine Recherchen: Im Vorfeld der Untersuchungen stellte die FGR dem Verfasser ihre Erfahrungsberichte über Fernreiki zur Verfügung. In 18 Protokollen sind dort insgesamt etwa 600 Fernreikisendungen erwähnt (grob geschätzt, die genauen Anzahlen waren meist nicht dokumentiert). Es handelt sich um eine rein anekdotische Fallsammlung ohne Kontrollen, weshalb sich aus den Ergebnissen leider keine Rückschlüsse ziehen lassen.



Auch die Quellensuche in der Populärliteratur erwies sich als unergiebig: von sechs relativ bekannten Büchern über Reiki wies keines ein Literaturverzeichnis auf; zwei hatten eine Bibliographie, wissenschaftliche Studien ließen sich darin jedoch nicht finden.

Die unsystematische Suche im Internet erbrachte eine unendliche Vielzahl von Treffern und Links – am 26.7.2003 ergaben sich bei Google (einfache "Google Suche" in "Das Web") zum Stichwort Reiki über 1,5 Millionen Treffer und zu Fernreiki 1.110 Treffer – bei der näheren Sichtung stellte sich jedoch bald heraus, dass auch in engeren Auswahlen kaum verwertbare Informationen, geschweige denn vollständig zitierte Studien zu finden waren.

Systematische Literaturrecherche: Erst bei der Recherche in den Datenbanken Medline, PSYNDEX, PsycINFO und Current Contents Connect (CCC) zum Suchbegriff Reiki, zuletzt am 26.7.2003 (immer alle Datensätze und breiteste Suchkategorien), ließen sich aus 72 Treffern (Medline 42, Psyndex acht, PsycINFO sechs und CCC 16 Treffer) drei Reiki I-Studien, eine Reiki II-Studie sowie zwei Reviews extrahieren. Zu den Suchbegriffen Fernreiki, Remote Reiki und Distant Reiki ergaben sich keinerlei Treffer.

In den Anhängen der angeforderten Artikel fanden sich weitere drei Reiki I-Studien, vier Reiki II-Studien und drei Reviews. Insgesamt ließen sich damit sechs Reiki I-Studien, fünf Reiki II-Studien und fünf Reviews ausfindig machen. Hierzu ist anzumerken, dass nicht jede in den Datenbanken oder anderenorts erwähnte Quelle genauer evaluiert werden konnte, so dass nicht auszuschließen ist, dass Studien übersehen wurden.

Studienselektion: Die bei der Literaturrecherche ausfindig gemachten Quellen wurden über Abstracts, Rezensionen oder anhand des Artikels selbst daraufhin untersucht, ob es sich um publizierte experimentelle Untersuchungen mit Signifikanzberechnungen zur Überprüfung der Wirksamkeit von Reiki handelt. Dadurch fiel eine ganze Reihe auf den ersten Blick hoffnungsvoll erscheinender Quellen unter den Tisch. So behandelt z. B. der Review von Wirth, Richardson und Eidelman (1996) lediglich eine einzige „Reiki-Studie" (Wirth & Barrett, 1994), in welcher Reiki wiederum nur verwendet wurde, um die Behandler (nicht die VPn) energetisch aufzubauen. Bei einer Publikation von Mansour, Beuche, Laing, Leis und Nurse (1999) wurde hingegen in mehreren Feedbackmodifizierten Durchgängen überprüft, ob es möglich sei, Reiki in der Direktbehandlung zu imitieren, um bei einer in Planung befindlichen Studie mit Placebo-Kontrollen arbeiten zu können. Bei anderen Quellen handelt es sich um Einzelfallberichte (z. B. Schmehr, 2003), die Beschreibung von Krankenhausprogrammen (z. B. Alandydy & Alandydy, 1999) oder Hinweise auf unveröffentlichte Arbeiten. Studien die die oben genannten Bedingungen erfüllten (abgesehen von Olson und Hansen, 1997, konnte dies durchgehend anhand der Publikation selber überprüft werden), wurden in Tabelle 2 auf S. 52 aufgenommen.

Qualitäts- und Ergebnisrating: Als nächstes wurde eine ungefähre Einschätzung der Studienqualität vorgenommen. Bei den Reviews war das Kriterium der Beurteilung nicht deren Qualität, sondern das Ausmaß, in dem Reikistudien enthalten waren, also die inhaltliche Relevanz in Hinblick auf die vorliegende Übersicht. Ebenso wurde eine Einschätzung der Ergebnisse von Studien und Reviews vorgenommen. Allen drei Einschätzungskategorien liegt die gleiche, vom Verfasser entworfene und ausschließlich für den Vergleich von Publikationen innerhalb der vorliegenden Arbeit gedachte, ordinale Skala zu Grunde: Die Einheit sind ganzzahlige Punktwerte, der Wertebereich reicht von -2 bis +2, und der Ursprung der Skalen liegt bei -2. In Tabelle 2 wurden die Skalenwerte der Anschaulichkeit halber in Form von Plus- und Minuszeichen dargestellt (-1 als -, +2 als + +, usw.). Die Einschätzungen wurden nach folgenden Operationalisierungskriterien vorgenommen:

  • Ergebnisrating: Negativ signifikante Ergebnisse: -2. Nicht signifikante Ergebnisse: -1. Unklare, bzw. widersprüchliche Ergebnisse: 0. Signifikante Ergebnisse: +1. Hochsignifikante Ergebnisse, bzw. mindestens 50 % signifikante Parameter: +2.
  • Qualitätsrating: Für Kontrolle, Randomisierung, Verblindung und Doppelverblindung wird jeweils ein Punkt vergeben. Diese werden vom Ursprung der Skala (-2) abgetragen. Es können damit Punktwerte zwischen -2 und +2 erzielt werden. Bei schwerwiegenden inhaltlichen Mängeln des Versuchdesigns können außerdem bis zu 4 Punkten abgezogen werden; der untere Skalenwert von -2 stellt hierbei jedoch eine absolute Grenze dar.
  • Relevanzrating: Der Punktwert der Skala setzt sich aus der Summe dreier Kriterien zusammen. Für die absolute Anzahl der in einem Review enthaltenen Reikistudien werden für eine Reikistudie 0 Punkte vergeben, für zwei und drei Studien 1 Punkt und für mehr als drei Studien 2 Punkte. Für den Anteil der in einem Review enthaltenen Reikistudien werden für 0-20 % 0 Punkte, für 21-50 % 1 Punkt und für mehr als 50 % Reikistudien 2 Punkte vergeben. Einen weiteren Punkt gab es für die Berechnung metaanalytischer Kennwerte – der Skalenwert von +2 konnte jedoch auch hier nicht überschritten werden.

Für Schlussfolgerungen bezüglich des aktuellen Forschungsstandes sollen nur Studien herangezogen werden, die zumindest ein Qualitäts- bzw. Relevanzrating von +1 erreichen. Dies bedeutet, dass sämtliche Reikistudien, die nicht kontrolliert, randomisiert und verblindet sind, von der näheren Interpretation auszuschließen sind. Im Folgenden werden die in Tabelle 2 aufgeführten Reikistudien kurz vorgestellt.

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