3.4.3 Reikiforschung – Reiki II-Studien

Reiki Wissenschaft Schlitz und Braud (1985) untersuchten in einer kontrollierten, randomisierten Doppelblindstudie, ob sich über eine Entfernung von 20 m bei den VPn ein Unterschied des Hautwiderstandes zwischen den alle 30 Sekunden alternierenden Reiki-Sendeperioden und Kontrollperioden ohne Behandlung feststellen lässt. Insgesamt wurden von drei Sender-Empfänger-Paaren jeweils fünf Versuche à 10 Sende- und Kontrollperioden, insgesamt also 150 Sende- und 150 Kontrollperioden, durchgeführt. 



Es ergab sich zwar eine positive Tendenz, die Ergebnisse wurden jedoch nicht signifikant -> Ergebnisrating: -1. Trotz experimentell hoher Güte, die für sich allein genommen ein Qualitätsrating von +2 rechtfertigen würde, ist die Untersuchung durch die extrem kurze Dauer der Sendezeiträume (in 30 Sekunden kann ein Reikisender in Tradition der Reiki Alliance bestenfalls die zum Fernreiki-Senden benötigten Symbole und Mantras vollziehen, zum Senden selber bleibt keine Zeit mehr) so schwer beeinträchtigt, dass 3 Punkte für inhaltliche Mängel abgezogen werden und nur ein Punktwert von -1 vergeben werden kann.

Wirth, Brenlan, Levine und Rodriguez (1993): Gegenstand der kontrollierten, randomisierten Doppelblindstudie war die Schmerzintensität von 21 Patienten, denen in zwei getrennten Operationen die Weisheitszähne entfernt wurden, wobei jeweils nur nach einer der beiden Operationen aus einigen Meilen Entfernung fernbehandelt wurde (sechs mal 15-20 Minuten Reiki und LeShan, stündlich alternierend). AV waren zwei verschiedene Skalen des subjektiven Schmerzempfindens. Für beide AV wurden die Ergebnisse hochsignifikant -> Ergebnisrating: +2. Qualitätsrating: +2.

Wirth und Cram (1994) untersuchten in einer kontrollierten, randomisierten Doppelblindstudie acht autonome und zentralnervöse Parameter an 21 gesunden, ohne Rückenlehne aufrecht sitzenden Probanden. Jede VP absolvierte hierbei innerhalb eines Tages zwei fünf Stunden auseinander liegende Versuchsdurchgänge à 30 Minuten, von denen einer als Kontroll- und einer als Experimentaldurchgang mit 15-20 Minuten Reiki- & LeShan-Behandlung (gleichzeitig) diente. Ein interessantes Nebenergebnis der Studie ist, dass Effekte der Fernbehandlungen mit Beginn des Sendezeitraums auf die Minute genau messbar wurden und sich kontinuierlich steigerten, während vier bis fünf Stunden später nur noch rund 20 % der VPn veränderte Werte aufwiesen. Bei der Auswertung per Multivariater Varianzanalyse wurden zwei EMG (Elektromyogramm)-Parameter hochsignifikant -> Ergebnisrating: +1. Qualitätsrating: +2.

Wirth, Chang, Eidelman und Paxton (1996) untersuchten in einer explorativen Pilotstudie (kontrolliert, randomisiert, doppelblind) sieben verschiedene hämatologische Parameter an 14 gesunden Probanden. Die Versuchsteilnehmer fungierten als ihre eigene Kontrollgruppe, indem jede VP an zwei 24 h auseinander liegenden, einstündigen Versuchsdurchgängen teilnahm, wovon jedoch nur an einem fernbehandelt wurde. Behandelt wurde hierbei jeweils 30 Minuten lang durch einen Reiki-, LeShan-, TT- und Qi Gong-Behandler, wobei erstere aus etlichen Meilen Entfernung, letztere hinter einem Einwegspiegel behandelten. Leider konnte hierbei die Möglichkeit, dass die VPn auditive und visuelle Hinweisreize auf stattfindende Behandlungsinterventionen bekamen, nicht ausgeschlossen werden. Für zwei der sieben AV ergab sich im Wilcoxon-Test eine signifikante Differenz zwischen Versuchs- und Kontrollbedingungen (p = 0,02 und p = 0,0001). Eine α-Adjustierung wurde nicht durchgeführt, doch bliebe zumindest eine der beiden AV auch nach Bonferroni-Korrektur (α´ = 0,05 / 7 = 0,007) hochsignifikant -> Ergebnisrating: +1. Qualitätsrating: Vier Punkte abzüglich einem für unzuverlässige Verblindung -> +1.

Wiesendanger (1999) führte eine Studie mit 55 Geistheilern und 119 therapieresistenten Schwerkranken durch, in welcher etwa ¼ der Behandler mit Fernreiki arbeitete. Reiki kam neben anderen Geistheilungsformen in der so genannten Anonymen Gruppe (n = 30) zur Anwendung, in welcher kein Kontakt zwischen Patienten und Behandlern bestand, die Patienten jedoch wussten, dass sie behandelt werden. Daneben bestanden noch eine Kontaktgruppe (n = 20) und eine Amulettgruppe (n = 10), in denen nicht mit Reiki gearbeitet wurde. Die Patienten der Behandlungs-Gesamtgruppe gaben nach fünf Monaten eine im Vergleich zur Warte-Kontrollgruppe hochsignifikante Verbesserung ihrer Lebensqualität an (ES(d) = 0,66). Die Anonyme Gruppe schnitt hierbei am schlechtesten ab, wobei die Unterschiede zwischen den Gruppen nicht signifikant waren.
Erwähnt werden soll ferner, dass die Behandlungsdauer pro Behandlung nur einen unwesentlichen (positiven) Einfluss auf den Behandlungserfolg hatte, ebenso wenig die Art der Heilweise (einzig die Radionik ragte hier positiv heraus), dass langjährige Erfahrung mit geistigem Heilen bessere Ergebnisse erbrachten und dass Einzelbehandler überraschenderweise besser abschnitten als mehrere Behandler pro Patient. Behandlungs- und Wartekontrollgruppe waren leider nicht verblindet, was bei einer klinischen Stichprobe mit erheblichem Leidensdruck in Kombination mit einer im Bereich der subjektiven Lebensqualität angesiedelte AV zu erheblichen Placeboeffekte führen dürfte. In der Qualitätseinschätzung werden deshalb zwei Punkte abgezogen; für Kontrolle und Randomisierung gibt es jeweils einen Punkt -> Qualitätsrating: -2. Ergebnisrating: +2.

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