3.4.5 Zusammenfassung des Forschungsstandes

Reiki WissenschaftDurch systematische Literaturrecherche konnten elf Studien und fünf Reviews ausgemacht werden, welche sich mit der experimentellen Wirksamkeitsüberprüfung von Reiki befassen. Nachdem die Studien in Hinblick auf Qualität, die Reviews in Hinblick auf Themenbezogenheit bezüglich Reiki selegiert wurden, verblieben fünf qualitativ akzeptable Studien und ein inhaltlich relevanter Review.



Von den fünf Studien weisen 80 % signifikant positive Ergebnisse auf. Dies ist ein beachtlicher Prozentsatz, der mit den Ergebnissen des Reviews von Miles und True (2003) in guter Übereinstimmung steht (71 % signifikante Studien) und die üblichen Quoten der parapsychologischen- und der Geistheilungsforschung sogar noch leicht übertrifft, wenngleich er auf einer sehr geringen Studienzahl basiert.

Für den Gegenstand der vorliegenden Arbeit von besonderem Interesse sind die ausfindig gemachten Fernreikistudien, da diese eine inhaltlich analoge Fragestellung untersuchen (Paranormalität). Betrachtet man die drei qualitativ akzeptablen Fernreikistudien, so weisen sie zu 100 % signifikante Ergebnisse auf. Nimmt man alle fünf ausfindig gemachten Fernreikistudien, so werden 80 % von ihnen signifikant. Die Fernreikistudien stehen damit hinter den Reiki I-Studien nicht zurück, sondern schneiden tendenziell sogar noch besser ab.

Auch für den Einwand, dass die positiven Ergebnisse der Studien auf methodische Fehler zurückzuführen seien und sich bei strengerer Kontrolle verflüchtigen würden, ergeben sich kaum Hinweise. Betrachtet man alle elf ausfindig gemachten Reikistudien, so weisen 73 % von ihnen signifikant positive Resultate auf, gegenüber 80 % unter den fünf qualitativ akzeptablen und 67 % unter den drei besten Studien. Beide Werte liegen gleichmäßig nah um 73 %, so dass sich hier keine eindeutige Tendenz ableiten lässt.

Bei kritischer Betrachtungsweise stellt sich der Sachverhalt jedoch anders dar. Da sämtliche qualitativ akzeptablen Fernreikistudien mit LeShan konfundiert sind, können sich aus ihnen keine definitiven Rückschlüsse auf eine Wirksamkeit von Fernreiki ziehen lassen. De facto liegt damit keine einzige qualitativ akzeptable Studie vor, die sich ausschließlich mit Fernreiki befasst. Darüber hinaus weist von den beiden verbleibenden Reiki I-Studien nur eine, und zwar die qualitativ schwächere, ein positives Ergebnis auf, so dass es für eine Wirksamkeit von Reiki letztendlich so gut wie gar keine wirklich fundierte empirische Evidenz gibt.

Anhand des vorliegenden Datenmaterials lässt sich die Frage über Wirksamkeit oder Unwirksamkeit von Reiki nicht entscheiden. In diesem Sinne enthalten sich auch Miles und True (2003) jeder bewertenden Stellungnahme. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es Hinweise auf eine Wirksamkeit von Reiki sowohl in der Direkt-, als auch in der Fernbehandlung gibt; klären kann den Sachverhalt jedoch nur weitere empirische Evidenz.

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