Reiki in der Feld-Theorie

Reiki Photonen LichtIn Ausgabe 2/08 des Reiki Magazins erschien der Artikel „Im Reiki-Feld – Reiki und Quantenphysik“ von Oliver Klatt. Der vorliegende Text von Ira Bräuer entstand in Reaktion auf diesen Artikel und enthält weiterführende Reflexionen und Impulse zum Thema des Artikels. Weitere Texte von Reiki Magazin-LeserInnen, die sich auf den Artikel von Oliver Klatt beziehen, sind in Ausgabe 3/08 des Reiki Magazins (S. 6-7) nachzulesen. 



Da in den meisten Fällen in der einschlägigen Literatur Begriffe wie “Licht schicken” für die Anwendung der Reiki-Energie verwendet werden, neige ich dazu, die Reiki-Energie, wenn man sie denn mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten erklären will, der Licht-Energie zuzuordnen und physikalisch so behandeln.
Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen oder Quanten (Photonen), die ihren Ursprung in inneratomaren oder -molekularen Zustandsänderungen haben. Wenn ein Atom oder Molekül angeregt wird (z. B. durch eine Erhöhung der Temperatur), wird diese Energie meist nach kürzester Zeit in Form von Lichtquanten (Photonen) abgestrahlt. Beim Ausbreiten der Wellen tritt, je nach Versuch, der Welle-Teilchen-Dualismus hervor, wie schon im Artikel beschrieben: Beugungs- und Interferenzversuche des Lichts lassen sich mit Wellenfeldern erklären, während die Wechselwirkung des Lichtes mit Materie (z. B. Photoeffekt) nur als Absorption bzw. Emission von Photonen gedeutet werden kann.
Die einzelnen Quanten sind jeweils Feldquanten eines ganz bestimmten Feldes.
Die Existenz eines Reiki-Feldes ist also auch physikalisch zu erklären und logisch nachzuvollziehen, so wie es im Artikel erläutert wurde.
Interessanterweise kann solch ein Feld nach der Feldtheorie auch komplett losgelöst von seiner Quelle existieren und kann als echte physikalische Größe aufgefasst werden.
Mit diesem Reiki-Feld tauchen aber gewisse physikalische Probleme auf:
Es gibt verschiedene, jeweils für sich spezifische Felder, die sich untereinander beeinflussen können. Nach der Feldtheorie findet, wenn ein Feld nicht isoliert, sondern einer äußeren Einwirkung unterworfen ist, ein Energie- und Impulsaustausch mit dem äußeren System statt.
Hier greift die Theorie der Quantenelektrodynamik, die eine Synthese aus Quantenmechanik und Elektrodynamik ist und die die Bewegung und das Verhalten geladener Elementarteilchen in den von ihnen selbst hervorgerufenen Feldern sowie in äußeren elekromagnetischen (Strahlungs-)feldern beschreibt. Mit der Quantenelektrodynamik lässt sich die beobachtete Erzeugung und Vernichtung von Teilchen-Antiteilchen-Paaren und von Photonen berechnen und das heutige Verständnis sämtlicher Absorptions- und Emissionsvorgänge von elektromagnetischer Strahlung in Materie geht auf sie zurück.
Es besteht also beim Aufeinandertreffen zweier Felder eine Wechselwirkung beider Systeme. Sobald das Reikif-Feld mit einem anderen Feld in Kontakt käme, würden sich theoretisch beide Felder GEGENSEITIG beeinflussen, was eine kontinuierliche Veränderung des Reiki-Feldes bedeuten würde.
Letztendlich würde das bedeuten, dass entweder das Reiki-Feld in einem isolierten Raum sein muss, oder es sich kontinuierlich verändert, was die Lehre von einer einzigen Reiki-Kraft ad absurdum führen würde.
Ein zweites Problem besteht im Zugriff auf das Feld. Wie im Artikel beschrieben, genügt das Handauflegen zum Andocken ans Feld. Anschließend gelangt der Reiki-Gebende in Resonanz mit dem Feld. Er gleicht sich in seiner Schwingung also an das Feld an. Schwingen jetzt der Erreger (Reiki-Feld) und der Reiki-Gebende (Resonator) exakt gleich, kommt es zum höchsten Ausschlag der Resonanzamplitude, und es kann zu einer Resonanzkatastrophe, sprich zur Zerstörung des Resonators kommen.
Was in dem Artikel mit „Erhöhung der Intensität  der vorhandenen Resonanz“ gemeint ist, bleibt rätselhaft. Entweder schwingen Erreger und Resonator in Resonanz, oder es gibt eben Phasenverschiebungen.
Eine andere Problemversion wäre beispielsweise, wenn durch die erhöhte Energiezufuhr (z. B. Wärmezufuhr durch die Körperwärme des Reiki-Gebenden oder Anwendung von Symbolen) die Schwingung des Feldes verändert wird. Das Feld würde seine Eigenschaften verändern, je nachdem, wieviele Personen gerade auf das Feld zugreifen. Die erhöhte Schwingung bei einem Zugriff von vielen Personen könnte beim sichtbaren Licht beispielsweise einen Unterschied von Blau zu Rot ergeben, was meiner Meinung nach wieder einer Veränderung der Reiki-Energie zur Folge hätte.
Aufgrund dieser Überlegung neige ich dazu, dass der Reiki-Gebende eher als Brücke, Grenze oder eben doch Kanal zwischen Reiki-Feld und der Umwelt fungiert.
Einmal könnte der Reiki-Gebende die Photonen innerhalb seines Körpers beschleunigen und somit die Energie (wie bei Röntgenstrahlung oder Laser) erhöhen, oder die Wellen des Reiki-Feldes werden beim Auftreffen auf den Körper des Reiki-Gebenden zum Teil reflektiert, zum Teil gebrochen, und es entstehen verschiedene Schwingungsfrequenzen, die unterschiedlich und an verschiedenen Körperstellen des Reiki-Empfangenden wirken.
Aber auch eine Übertragung der Photonen und eine anschließende Reaktion im Körper des Reiki-Empfangenden ist denkbar, z. B. durch den Fotoeffekt: Ein Quant überträgt seine gesamte Energie auf ein gebundenes Elektron und verschwindet.
Hier kann es wieder ganz verschiedene Ansätze der Wirkungsweise der Reiki-Energie geben, die davon abhängen, welche Theorien der Physik man anwendet. Meiner Meinung nach ist es aber wahrscheinlicher, dass nicht das gesamte Reiki-Feld als solches „angezapft“ wird, sondern der Reiki-Gebende doch so etwas wie ein Kanal ist, der zumindest die Feldstrahlung bündelt.
Fazit: Auch wenn man die Reiki-Energie nach physikalischen Gesichtspunkten betrachtet, kann ich mir eine direkte Arbeit mit dem Reiki-Feld nicht vorstellen. Der Körper des Reiki-Gebenden wirkt meiner Meinung nach trotzdem als Kanal oder Brücke und bereitet die Reiki-Energie entsprechend auf. Die Anwendung der Prinzipien der Quantenphysik kann aber zu interessanten und erhellenden Denkansätzen und hoffentlich zu einer intensiven Diskussion führen.
Ob man die Reiki-Energie lediglich unter physikalischen Gesichtspunkten bewerten darf, sei bei diesem Diskurs dahingestellt. Eine Erörterung einer erweiterten Sichtweise hin zur Metaphysik wäre, zumindest wenn man den Schluss des Artikels liest, angebracht. 


Fotonachweis: "sun background" von ilco.

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5 Antworten zu “Reiki in der Feld-Theorie”
  1. J. Ehringhaus sagt:

    Vom Wortgebrauch "Licht schicken" zur Quantenphysik???
    Hellfühlige und – sichtige nehmen laufend wahr, dass die Reiki-Strahlung, ebenso wie die Strahlung von Kristallen, im Gegensatz zum elektromagnetischen Licht alle möglichen Stoffe einfach durchdringt. Das gilt selbst für Blei. Es ist auch keine Art "Gammastrahlung" wie Experimente mit entsprechenden Geräten nachgewiesen haben.
    Meines Erachtens nach braucht man für diese Phänomene eine andere Art von Physik, die wir hier eben noch nicht haben.

  2. Oliver Klatt sagt:

    Liebe Frau Braeuer,

    nochmals herzlichen Dank für Ihren Text zum Thema "Reiki in der Feldtheorie", den ich mit großem Interesse gelese habe. Da nunmehr das kommende Reiki Magazin fertig produziert ist, habe ich auch etwas Zeit gefunden, mich inhaltlich fundierter mit Ihrem Text auseinanderzusetzen.

    Da ich kein Physiker bin, kann ich Ihnen in Ihren Ausführungen nicht an allen Stellen bis ins letzte Detail folgen. Es gibt aber drei Punkte, die Sie ansprechen, zu denen ich mir wiederum weiterführende, reflektierende Gedanken gemacht habe, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte:

    1. Ihre Sichtweise, dass die Tatsache, dass sich das Reiki-Feld, wenn es denn ein Feld ist, sich kontinuierlich verändern muss (durch die Wechselwirkung mit anderen Systemen), im Widerspruch steht zu der "Lehre einer einzigen Reiki-Kraft":

    Ich denke nicht, dass dies so sein muss. Alles in unserer Welt verändert sich permanent. Dies muss aber nicht bedeuten, dass es deshalb sein Wesen verliert. Ich bin Oliver Klatt und verändere mich permanent und bleibe doch Oliver Klatt, bis ich sterbe. Oder: Mein göttlicher Funken/meine Seele ist eine bestimmte Seele, die sich im Laufe vieler Inkarnationen permanent verändert, sich spirituell entwickelt, an der spirituellen Evolution auf diesem Planeten teilnimmt, und sie bleibt doch dieselbe Seele. Etwas in ihr bleibt wiedererkennbar. Ich könnte mir einen ähnlichen Zusammenhang auch für das "Reiki-Feld" vorstellen. Selbstverständlich gibt es so etwas wie eine "spirituelle Evolution" (siehe die Schriften von Jean Gebser, Ken Wilber, Sri Aurobindo, Teilhard de Chardin), die bedeutet, dass sich auch "-)efinierte" Energieformen und/oder spirituelle Systeme, Religionen etc. permanent verändern. Aber etwas in ihnen bleibt auch gleich, sonst wäre ja alles auf dieser Welt nur ein einziger, wesensloser, gesichtsloser (Energie)brei. Der Aspekt der "Lehre einer einzigen Reiki-Kraft" zielt meines Erachtens auf diesen gleich bleibenden Teil innerhalb des Reiki, während sich das Feld zugleich auch in vielen Aspekten kontinuierlich verändert.

    2. Zu Ihrem Satz: "Was in dem Artikel mit ‚Erhöhung der Intensität der vorhandenen Resonanz‘ gemeint ist, bleibt rätselhaft."

    Besten Dank für Ihren Hinweis bzw. Ihre Ausführungen hierzu. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber es kann sein, dass ich mit dem Wort "Resonanz" nicht den richtigen Begriff gewählt habe. Ich habe ihn offenbar eher aus der Bedeutung seines esoterischen Zusammenhangs heraus gewählt und dabei physikalische Aspekte außer Acht gelassen – was natürlich nicht passend ist, wenn man zu einem physikalischen Thema schreibt. Ich bin noch am Überlegen, welcher Begriff an dieser Stelle vielleicht besser passen würde. Vielleicht ist es eher eine "Partizipation" an dem Feld, die ich meine. Für eine Partizipation am Reiki-Feld, die durch die Einweihung ermöglicht würde, müsste die persönliche Schwingung des Reiki-Praktizierenden nicht identisch sein mit der des Feldes. "Erhöhung der Intensität" würde dann vielmehr "Verstärkung der Partizipation" bedeuten. Ich denke derzeit noch weiter über diesen Punkt nach und versuche auch noch mehr, das Prinzip der Resonanz unter physikalischen Aspekten zu verstehen. Aus "esoterischer Sicht" irritierend ist ja dabei immer, dass bei größtmöglicher Resonanz, die esoterisch gesehen ja eine Art Ideal ist, im physikalischen Sinne die Zerstörung folgt (= Resonanzkatastrophe). Vielleicht aber geht es beim Reiki-Geben ja aber auch nur darum, wenn man doch einmal von dem Gedanken der Resonanz ausgeht, nur BEINAHE GLEICH zu schwingen, und NICHT EXAKT GLEICH. Dann stünde die höchstmögliche Form der Resonanz zwischen dem Praktizierenden und dem Feld immer kurz vor einer möglichen Zerstörungskatastrophe, zu der es aber nie kommt, solange man es "nicht übertreibt". Ein interessantes Thema… und ein "weites Feld", wie der alte Briest – bei Fontane – immer sagte.

    3. Zu Ihrer Überlegung, dass der Reiki-Praktizierende in letzter Konsequenz doch ein Kanal ist.

    Ja, wenn Sie Kanal so definieren bzw. beschreiben, wie Sie es hier tun, dann würde ich diesem Gedanken zustimmen. Mir ging es nur darum, die alte Vorstellung davon, dass die Energie irgendwo oben am Kopf, evtl. am Scheitelchakra, eintritt, dann durch den Körper hindurch fließt und an den Händen wieder herauskommt, einmal mit Skepsis und gesundem Zweifel zu betrachten. Wenn man aber "Kanal" eher so sieht, dass quasi der gesamte Körper des Menschen der "Kanal" ist, in der Art eines "offenen Ganzkörperanzugs", wie man ihn zum Beispiel beim Surfen trägt, wenn es draußen noch kalt ist, der aber eben nicht schließt, sondern vielmehr "öffnet", dann wäre dies eine Definition von "Kanal", der ich mich auch anschließen könnte. Sicherlich, vielleicht ist es tatsächlich so, dass wir nicht direkt mit dem Feld schwingen können bzw. nicht direkt daran partizipieren können, sondern dass wir eher als eine Art Brücke zu der Energie fungieren. Wenn wir die Definition von Reiki zugrunde legen, wie sie Walter Lübeck z. B. in seinem Artikel "Reiki und Meditation" äußert (erscheint in Ausgabe 3/08 des Reiki Magazins) – "-)ie Energie, die wir Reiki nennen, wird im klassischen chinesischen Qi Gong als die Energie verstanden, die benötigt wird, um den Körper vollständig anzufüllen, damit es dem Shen, der reinen göttlichen Energie, möglich wird, sich vollständig mit dem Menschen zu verbinden." – oder wie ich sie mittlerweile auch definieren würde, als eine "Brücke zu Gott" bzw. eine Art "Vorbereitung darauf, dass das Göttliche besser eintreten kann" (siehe mein Interview mit C. Tipping, erscheint ebenfalls in Ausgabe 3/08), dann würde das auch wunderbar zusammen passen. Der Reiki-Praktizierende als "Brücke zur göttlichen Energie", deren Anwendung das "göttliche Sein" zunehmend besser ermöglicht.

    Ich freue mich auf den weiteren Austausch inspirierender Gedanken zu diesem Thema.

    Oliver Klatt
    Herausgeber Reiki Magazin
    http://www.reiki-magazin.de

  3. Heike Laßmann sagt:

    Sehr geehrter Herr Klatt,
    ich danke ihnen sehr für ihrern Artikel. Seit 1 Woche habe ich Meister und Lehrer Einweihung. Heilungen erfolgen bei mir jeden Tag. Ich bin wirklich ein Kanal für die universelle Energie. Desweiteren bekomme ich aber noch 30-40 Prozent meiner Heilenergie aus der Astralebene. Es ist auch für meinen alten Leher und Meister (er hat seine Einweihungen von der Allianz
    damals erhalten) nicht zu erklären. Er studierte 3 Jahre Physik und 3 Jahre Medizin in Freiburg.
    Über eine Resonanz würde ich mich freuen.

    Heike Laßmann

  4. Christian Jäkel sagt:

    Liebe Frau Bräuer.

    Zu dem Artikel "Reiki und Quantenphysik" hatte ich einen Leserbrief verfasst, dessen Kernaussage Herr Klatt dankenswerterweise in Heft 3/2008 abgedruckt hat. Wie Sie dort lesen können, bin ich dagegen, Physik und Reiki miteinander in einen Zusammenhang zu bringen. Im Grunde bestätigt Ihr eigener Beitrag meine Vorbehalte, indem er bei dem Versuch einer solchen Verbindung sofort auf Widersprüche stößt. Die Gleichsetzung von Licht und Reiki funktioniert offensichtlich nicht. Man kann jetzt nach Korrekturen und Korrekturen der Korrekturen suchen ("nur beinahe gleiche aber nicht exakt gleiche Resonanzschwingung"-), bis man irgendwie (mehr oder weniger gewaltsam) eine Stimmigkeit zustande bringt, oder man kann akzeptieren, dass eben Reiki KEIN physikalisches Licht ist (was nach dem Prinzip von "Ockhams Rasiermesser" die sinnvollere Folgerung wäre).

    In seiner sehr freundlichen persönlichen Antwort auf meine Zuschrift, in der ich eine Gleichsetzung von Reiki und (physikalischer) Energie ablehnte, wies Herr Klatt mich darauf hin, dass der Begriff "Energie" viel älter ist als seine (im Vergleich hierzu sehr enge) physikalische Interpretation, und dass daher hier kein Widerspruch bestehen muss. Ich musste ihm Recht geben, aber meine Bedenken gegen die Begriffswahl werden durch Ihren Beitrag letztlich bestätigt. Auch der Begriff "Licht" ist mit Sicherheit älter und weiter reichend als seine physikalische Bedeutung. Wenn ich von "Licht und Liebe" rede, meine ich bestimmt keine Lichtquanten oder elektromagnetischen Wellen und erwarte daher auch keine atomare Anregung und keine Resonanzkatastrophe. Glücklicherweise gibt es derzeit keine physikalische Größe mit dem Namen "Liebe" (immerhin gibt es schon ein Quark namens "Charme"-) – welch ein Raum für Fehlinterpretationen würde sich da sonst öffnen!?

    Licht und Liebe!
    Dr. Christian Jäkel

  5. Ronald Schlenzig sagt:

    Sehr geehrte Frau Bräuer,
    nachfolgend einige Anmerkungen zur Zum Thema Reikifeld als Ausszug einer Mail an die Redaktion.

    Sehr geehrter Herr Klatt,
    ich habe mit grossen Interesse ihren Artikel „Reiki und Quantenphysik“ gelesen. Aufmerksam geworden bin ich durch eine Empfehlung ihres Magazins durch eine Freundin von mir, die Reiki praktiziert, wenn auch aus einem anderen Zusammenhang. Vorab möchte ich anmerken, dass Reiki nicht meinen Vorstellungen entspricht und wohl auch nicht von grösserer Bedeutung werden wird. Das hindert mich aber durchaus nicht, mich mit der Thematik zu beschäftigen. Das ist aber nicht das Thema. Ich befasse mich seit geraumer Zeit mit den Auswirkungen der Quantenphysik, vor allem aus philosophischer Sicht, auf andere und vor allem artfremde Bereiche. Wie sie sicher wissen, ist die Bandbreite sehr gross, es geht ja soweit, dass die Heisenberg’sche These zum Gottesbeweis herangezogen wird.
    Sie setzen die Quantenphysik in Beziehung zum Reikifeld, wenn auch nur als Aufhänger. Die angesetzte Feldtheorie, wenn ich die Bezeichnung so wählen darf, birgt meiner Meinung nach einige Probleme. Setzen wir Folgendes voraus:
    1.das Reikifeld existiert und wird als physikalisches Energiefeld behandelte
    2.wir lassen die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Informationen / Heilkräfte aussen vor, da vor allem die Zielrichtung und der Zeitpunkt bei Fernbehandlungen / -wirkungen auf dem Empfänger uns vor schwerwiegende Probleme stellen würde (physikalisch betrachtet)
    3.eine Wirkung zeigt sich durch direkten Kontakt (Handauflegen)
    Das uns umgebende Feld wirkt so auf alle Menschen ein. Durch den Prozess der Einweihung wird der Reikigebende in Resonanz zum Feld gebracht, und kann dessen Wirkung im Reikinehmenden auslösen bzw. verstärken, da eine Wirkung ja dauerhaft vorhanden ist, schon durch die ständige Anwesenheit im Feld. Problematisch sehe ich folgendes. Der Prozess der Einweihung ist eine mentale und emotionale Einstimmung in Bezug auf das Energiefeld, genauer es versetzt den Eingeweihten in die Lage, seine Wahrnehmung zu schärfen, die Potentiale des Feldes zu spüren und zu lenken, also in Resonanz zu treten. Man kann es auch so ausdrücken, dass unsere Rezeptoren sensibilisiert werden oder eine Neuausrichtung auf die Feldwirkungen erfolgt, die entsprechende und gewünschte Wahrnehmung dieser speziellen Umgebung wird auf ein höheres Niveau gebracht.
    Physikalisch ändert sich derjenige als Objekt im Feld damit allerdings nicht. Demzufolge ist auch seine Wirkung auf das Feld, als auch die Wirkungen des Feldes auf ihn unverändert. Andersherum gesagt, würde es bedeuten, dass der Eingeweihte nur auf Grund seiner mentalen Ausstrahlung eine physikalische Wirkung erzielt. Wechselwirkungen in einem Feld bedingen immer eine physikalische Charakterisierung, die es den einzelnen Objekten ermöglichen zueinander in Reaktion zu treten, in Resonanz zu wirken. Ist dies nicht gegeben, hat das Feld auf das entsprechende Objekt keinen Einfluss und umgekehrt. Ob diese Objekt vernunftbegabt ist oder nicht ist unerheblich.
    Daraus ergibt sich für mich folgendes:
    1.Die Wirkung des Reikifeldes auf den Nehmenden wird hergestellt durch den Kontakt (Handauflegen) des Gebenden. Hierbei wird eine Kopplung des Feldes mit dem Objekt hergestellt (mit dem Gebenden als Brücke). Eine Resonanz wird durch den Akt an sich nicht hergestellt, da sie schon vorhanden sein muss, weil eine Wirkung sonst nicht eintreten würde.
    2.Die Wirkung erstreckt sich damit aber auch auf den Gebenden, da der Feldeinfluss ein Zwischenobjekt, Kanalisierung, voraussetzt und im Feld beide Objekte die selben Charakterisierungen aufweisen. Es kann lediglich ein unterschiedliches Potential angesehen werde.
    Ich hoffe, diese Gedankengänge helfen ihnen in ihrer Beschäftigung mit dem Thema, auch wenn sie nur einen Eindruck eines Aussenstehenden vermitteln. Ich möchte nur noch anmerken, dass ich kein ausgebildeter Physiker bin und es durchaus möglich ist, dass ich in Hinblick auf die Feldtheorien einige Lücken habe.

    Mit freundlichen Grüssen und den besten Wünschen für ihre weitere Arbeit
    Dipl. Phil. Ronald Schlenzig

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