Reiki in der Medizin

Das Usui-System des Reiki ist eine ganzheitliche, natürliche Heilmethode. Der Japaner Mikao Usui entwickelte diese einfache Form des „Heilens per Handauflegen“ zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Das System ist leicht zu erlernen und wird mittlerweile von Millionen Menschen rund um den Globus praktiziert. So ist Reiki, neben Yoga, eines der am weitesten verbreiteten Systeme, die der Entspannung sowie körperlicher und geistiger Heilung dienen.

Erste wissenschaftliche Studien haben die Wirksamkeit von Reiki bestätigt. Zudem liegen für den Gesamtbereich der Energieheilung bereits so viele Studien mit signifikant positiven Ergebnissen vor, dass namhafte Forscher feststellen…

  • …dass die Frage, ob energetisches Heilen wirke, klar bejaht werden könne.
  • …dass zukünftige Studien sich allmählich damit befassen können, nach den Ursachen hierfür zu forschen.
  • …dass Energieheilung einen generell gesundheitsfördernden Einfluss auf den Organismus hat und dabei frei von Nebenwirkungen ist.

So scheint es nur folgerichtig, die Behandlung mittels energiemedizinischer Heilweisen wie dem Usui-System des Reiki baldmöglichst in unser Gesundheitssystem zu integrieren, wie dies in anderen Ländern (z. B. USA, Großbritannien, skandinavische Länder) schon seit längerem der Fall ist.

Forschungsergebnisse zu Reiki-Studien

Wissenschaftliches Vorgehen

Für die aktuelle Forschungsübersicht ging Harder wie folgt vor: Über die Recherche in verschiedenen für dieses Forschungsfeld bedeutsamen, wissenschaftlichen Datenbanken (5) fand er zum Suchbegriff „Reiki“ insgesamt 89 wissenschaftliche Publikationen. Darunter ließen sich 16 Reiki-Studien und sieben für Reiki bedeutsame Reviews ausmachen. Weiterhin wurden zehn Artikel – darunter einige Abstracts –, die im Zusammenhang mit Reiki stehen, berücksichtigt sowie auch drei unpublizierte Studien, die Harder aus anderen Quellen bekannt waren.

Zur Beurteilung der Qualität sowie der Ergebnisse der insgesamt 19 Studien nahm Harder Qualitäts- und Ergebnis-Ratings (6) vor. Außerdem nahm er zur Beurteilung der sieben Reviews zur inhaltlichen Relevanz und den dargestellten Ergebnissen entsprechende Ratings vor. Hierzu entwickelte er ein vorläufiges Rating-System, um bei der Bewertung z. B. der Qualität einer Studie bedeutsame Bewertungskriterien wie „Kontrolle“ (Handelt es sich um eine Studie mit Kontrollgruppe?), „Randomisierung“ (Wurden die Versuchspersonen den Gruppen zufällig zugeordnet?), „Verblindung“ (Wussten die Versuchspersonen nicht, welcher Gruppe sie angehörten?) und „Doppelverblindung“ (Wussten neben den Versuchspersonen auch die Versuchsleiter nicht, welcher Gruppe die Versuchspersonen jeweils angehörten?) berücksichtigt zu wissen. Darüber hinaus fielen bei den entsprechenden Bewertungen ggf. schwer wiegende, inhaltliche Mängel bezüglich des Versuchsdesigns der Experimente negativ ins Gewicht.

Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

Für Schlussfolgerungen bezüglich des aktuellen Forschungsstandes in Sachen Reiki zog Harder ausschließlich publizierte Studien heran, die auf Grundlage der von ihm vorgenommenen Ratings als qualitativ akzeptabel bezeichnet werden können. Damit schloss er alle Studien von der näheren Interpretation aus, die nicht publiziert, kontrolliert, randomisiert und verblindet sind. Es verblieben sieben qualitativ akzeptable Studien sowie ein für die Reikiforschung relevanter Review. (7)

Die Ergebnisse seiner Recherchen fasst Harder wie folgt zusammen: „Von den sieben qualitativ akzeptablen, publizierten Studien wurden sechs (86 Prozent) signifikant. Für den Review von Miles und True (2003) ergibt sich ein Schnitt von 71 Prozent. Dies sind beachtliche Prozentsätze, die die üblichen Quoten der Geistheilungsforschung in der Tendenz sogar noch leicht übertreffen. Zu beachten ist allerdings, dass die angegebenen Prozentwerte auf sehr geringen Studienzahlen basieren. Darüber hinaus weist der Umstand, dass die drei bekannt gewordenen unpublizierten Studien allesamt negative Ergebnisse erzielten, auf einen Publikationsbias hin, das heißt auf eine Tendenz der Forscher, Studien mit positiven Ergebnissen zu publizieren, Studien mit negativen Ergebnissen hingegen nicht, wodurch die Ergebnisse von Forschungsübersichten und Meta-Analysen systematisch ins Positive verzerrt werden. Nichtsdestotrotz werden, auch wenn wir die drei unpublizierten Studien in die Berechnungen mit einbeziehen, immer noch 58 Prozent aller Studien signifikant (das sind elf von 19), was mehr als das Zehnfache dessen ist, was per Zufall zu erwarten gewesen wäre.

Positive Resultate

Für den gegenüber der Geistheilungsforschung häufig vorgebrachten Einwand, dass die positiven Ergebnisse der Studien auf methodische Fehler zurückzuführen seien und sich bei strengerer Kontrolle verflüchtigen würden, ergeben sich kaum Hinweise. Betrachtet man alle 16 ausfindig gemachten publizierten Reiki-Studien, so weisen 69 Prozent von ihnen signifikant positive Resultate auf, gegenüber 86 Prozent unter den sieben qualitativ akzeptablen und 67 Prozent unter den drei besten Studien. Hier ergibt sich in der Tendenz eher ein positiver als ein negativer Zusammenhang zwischen Studienqualität und Ergebnissen.

Von besonderem Interesse sind auch die ausfindig gemachten Fernreiki-Studien, da bei diesen, sofern sie hinreichend gut kontrolliert sind, stets die Frage mit auf dem Prüfstand steht, ob bei Reiki tatsächlich paranormale Kräfte wie eine allumfassende Lebensenergie am Wirken sind, oder ob wir es eher mit konventionell erklärbaren Mechanismen wie sozialer Zuwendung, Körperkontakt oder Placebo-Effekten zu tun haben. Von den sechs ausfindig gemachten publizierten Fernreiki-Studien weisen fünf (83 Prozent) signifikante Ergebnisse auf. Betrachtet man nur die vier qualitativ akzeptablen bzw. die zwei besten Fernreiki-Studien, so sind es in beiden Fällen sogar 100 Prozent. Die Fernreiki-Studien stehen damit hinter den Reiki I-Studien nicht zurück, sondern weisen vergleichbare, wenn nicht sogar bessere Ergebnisse auf.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der bisherige Forschungsstand ernst zu nehmende Hinweise auf eine Wirksamkeit von Reiki sowohl in der Direkt- wie auch in der Fernbehandlung liefert. Insgesamt ließen sich sieben qualitativ akzeptable Studien ausfindig machen, von denen sechs (86 Prozent) signifikante Ergebnisse aufweisen. Hierbei scheint einerseits ein positiver Zusammenhang zwischen der Studienqualität und den Ergebnissen zu bestehen (was die Ergebnisse stützt), andererseits aber auch zwischen positiven Ergebnissen und der Publikationswahrscheinlichkeit (was die Ergebnisse wieder relativiert). Das größte Manko der Reiki-Forschung zum heutigen Zeitpunkt dürfte weniger darin bestehen, dass es nicht möglich ist Effekte nachzuweisen, sondern vielmehr darin, dass es bislang nur sehr wenige qualitativ akzeptable Studien gibt, in denen dies auch tatsächlich versucht wurde.“ (8)

(5) Medline, PSYNDEX, PsycINFO und Web of Science (Datum: 14.12.2005).
(6) Rating, engl. für: Beurteilung, Einschätzung.
(7) Dabei handelt es sich um die folgenden sieben Studien: Wirth, Brenlan, Levine & Rodriguez (1993), Wirth & Cram (1994), Wirth, Chang, Eidelman & Paxton (1996), Dressen & Singg (1998), Shiflett, Nayak, Bid, Miles & Agostinelli (2002), Mackay, Hansen & McFarlane (2004), Shore (2004) / sowie um den Review Miles & True (2003).
(8) Moritz Harder, persönliche Korrespondenz 2006.

Auszug aus dem Buch „Reiki und Schulmedizin“ von Oliver Klatt/Norbert Lindner, Seiten 116-119, mit freundlicher Genehmigung des Windpferd Verlages und der Autoren. Hier geht es zur Rezension auf Reiki-Land und hier zur Bestellung bei Amazon.

Literatur

Folgende Bücher können zur Vertiefung rund um das Thema „Reiki und Medizin“ empfohlen werden:

Reiki und Schulmedizin“, Oliver Klatt und Norbert Lindner, Windpferd Verlag, ISBN 3893855092
Reiki – Energie-Medizin“, Libby Barnett und Maggie Chambers, Synthesis Verlag, ISBN 3922026850
Spirituelles Heilen und Schulmedizin“, PD Dr. med. Jakob Bösch, AT Verlag, ISBN 303800281X

Dieser Artikel wurde verfasst von Oliver Klatt

Oliver Klatt, 1994 in Reiki eingeweiht, erhielt im Jahr 2000 die Meister-Einweihung von Paul David Mitchell (USA). Er ist von Beginn an Mitglied der Redaktion des Reiki Magazins, seit 2001 in der Funktion als Chefredakteur, und gibt Reiki-Seminare in Berlin. Sein Wissen um die Ursprünge von Reiki vertiefte er in Fortbildungen bei Don Alexander (Großbritannien) und Swami Prem Jagran (Italien).

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