Kurzgeschichte in der Rheinischen Post

Rheinische PostGestern hat der Autor Jens E. Gelbhaar unter dem Pseudonym Jan van Leckwitz aus Duisburg in der Online-Ausgabe der Rheinischen Post eine Kurzgeschichte veröffentlicht, in der auch Reiki immer wieder auftaucht. Wie der Titel "Die Gottsammlerin, oder Eine verhinderte Hure" bereits ankündigt, ist die Story nicht unbedingt für Zartbesaitete geeignet.

Sie zeigt, wo Reiki in der Wahrnehmung mancher Autoren steht: "Rasch legte sie das Bild wieder weg und sprach nun von Gott. Der habe ihr nämlich den Weg aus der Magersucht gewiesen. Erst aus der Magersucht, dann weg vom Kokain. Und die Heilige Jungfrau Maria habe auch geholfen. Und Krsna und Shiva. Sagte sie ständig und zählte dabei die Tröpfchen von Bachblütenessenzen, die sie über einen Löffel in eine Kaffeetasse gleiten ließ. Nach jeder Therapiesitzung."

Hier die Auszüge:

"Und sprach dabei zu sich selbst von ihrem Kokainentzug. Und von Dr. Töpfer, ihrem Psychotherapeuten. Und gab ihrer trächtigen Katze ein paar Einheiten Reiki, wenn sie sie auf der obersten Kellertreppenstufe vorfand. Sie schwor auf Reiki, die asiatische Handauflegemedizin. Und auf Bachblüten. Und Shiva und Krsna. Und ließ viele Räucherstäbchen abbrennen, wenn sie die teuren, frisch gewaschenen Kleider dann bügelte."

Der arme, überforderte Nachbar, der nur das eine wollte, aber anderes erhielt: "Drei Abende später holte sie sich einen anderen Mann aus der Nachbarschaft. Und der sah bis morgens um fünf zu, wie sie sich mit ungeübtem Pinselstrich an einem Ölbild versuchte. Und lauschte ihren Geschichten vom belgischen Bordell, von der Mode- und Kosmetikbranche und vom Kokain. Von Shiva, Maria, Buddha, Bach und Reiki. […] Als er anderntags gegen Mittag neben ihr erwachte, stellte er mit Bedauern fest, dass es ihm nicht gelungen war, mit seinen Händen in die rote Hose zu gelangen, und dass die Frau nun nach Einnahme einer Tablette, die sie mit Bachblütenessenzen und kaltem Kaffee herunter spülte, ihm aus der Bibel vorzulesen begann und aus einem Handbuch zur Reiki-Anwendung."

Der wohl schönste *g*: "Ihr Reiki-Lehrer, ein Bodybuilder mit verschlagener Mimik, der nach ihrer Jahre zurückliegenden Trennung auftauchte, um sie zurück zu erobern, drohte dem letzten Galan, der die Möbelhaustournee mit ihr gemacht hatte, in seiner ganzen fernöstlichen Weisheit „Ich hau dir die Fresse ein!“, bevor sie beide Männer vor die Tür setzte."

Aus meiner Sicht besitzt die Geschichte literarische Qualitäten und einen psychologischen Tiefgang, die sie lesenswert machen.

Kommentar 

Herzlichen Dank für das Wohlwollen und die Kritik. Lediglich dem Satz "Sie zeigt, wo Reiki in der Wahrnehmung mancher Autoren steht" muß ich vielleicht entgegnen, dass diese Geschichte nicht rein fiktional ist, sondern auf einer wahren Begebenheit beruht. Sie soll nicht etwa Reiki, zu dem ich eine ganz neutrale Position habe, in ein bestimmtes Licht rücken. Es geht hier ausschließlich um die Frau, die ihr Heil in den verschiedensten Therapieformen und -formeln suchte. Der beschriebene Lehrer war ebenfalls, in meinen Augen, ein Verzweifelter, dem das, was er lehrte, selbst nicht half, ohne dass auch dies ein Statement wider Ihr Reiki sein soll.

Herzliche Grüße
Jens E. Gelbhaar

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Gründer der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin's Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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