Reiki als Titelthema bei Astro-Privat

Astro PrivatSeit heute ist eine neue Ausgabe von Astro-Privat im Handel. Nicht dass mir dieses Magazin bislang bekannt gewesen wäre. Doch hat ein User von gofeminin.de, einem europäischen Frauen-Portal, vor einigen Tagen darauf hingewiesen, dass in dieser Ausgabe über Reiki als Titelthema berichtet würde: "Echt super recherchiert und einfühlsam geschrieben.."  Ein Auszug aus diesem "super recherchiertem" Artikel gefällig?



Auf der Website von Astro-Privat lässt sich nämlich ein Teil des Artikels lesen. Er beginnt wie folgt: "Über Tibet nach Indien verbreitete sich Reiki nach Ägypten, Ephesus, Griechenland und Rom. So kam es über China schließlich nach Japan." Reiki kam über Griechenland und Rom nach China? Ich bin sicher, die Autorin Marie Reibling hat nur zufällig Lummerland vergessen. Schließlich sind Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von dort aufgebrochen, um China wesentliche spirituelle Impulse zu bringen. Oder war es doch Marco Polo, dessen Großmeistergrade die Geschichtswissenschaften bislang verschwiegen haben?

Ausserdem könnte man den Griechen und Italienern wirklich böse darüber sein, dass sie uns diese wundervolle Heilkunst so lange vorenthalten und nur ins ferne Ausland importiert haben.  Brauchten wir wirklich Hawayo Takata? Hätte es nicht auch eine Reise an den Garda-See getan?

Da wundert es nicht mehr, dass Astro-Privat damals vor Ort war und sogar Original-Aussagen von Usui anbieten kann:  "Ja, ich erinnere mich", soll er gesagt haben, als "die gelernten Sanskrit-Zeichen in goldenen Lettern vor ihm aufleuchteten". Sanskrit? Allein drei der fünf traditionellen Reiki-Symbole sind Kanji, also chinesische Schriftzeichen, wie sie in der japanischen Schrift verwendet werden. Auch der Name der Stadt Hawajuka, in der Usui eine Reiki-Klinik eröffnet haben soll, ist mir bislang nirgendwo begegnet. Noch nicht einmal Google kennt diesen Begriff.

Wer also einen "echt super recherchierten und einfühlsam geschriebenen" Artikel über Reiki lesen möchte: Astro-Privat, "für 1,50 Euro jeden Monat neu bei ihrem Zeitschriftenhändler". Für weniger als das Doppelte gibt es allerdings auch schon die schöne Geschichte über das Traumfresserchen von Michael Ende gebraucht bei Amazon.

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Gründer der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin's Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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Eine Antwort zu “Reiki als Titelthema bei Astro-Privat”
  1. Alexander Gottwald sagt:

    Ich finde die Aussagen des Artikels goldig . Ist sie doch gar nicht so weit von bis vor kurzem noch gängigen Reikimythen entfernt, wenn etwa Herr Hayashi behauptet hatte, er sei der einzige Großmeister, den Usui Sensei ernannt hatte (wovon bekanntlich in Japan niemand was wusste ) oder Frau Takata Legenden in die Welt gesetzt hatte, wie Usui sei ein christlicher Abt gewesen, habe in Chicago gelebt und gelehrt, habe einen Dr. Titel gehabt usw. … ach ja, und noch mehr Takata-Mythen: Reiki 1 muss einen Wochenlohn, Reiki 2 einen Monatslohn und Reiki 3 einen Jahreslohn kosten, sonst wirkt es nicht … all diese Geschichten sind inzwischen widerlegt …

    Brauchten wir wirklich Hawayo Takata? Gute Frage … … vielleicht hätten die Japaner viel früher angefangen, uns an ihrem Wissen teilhaben zu lassen, wenn sie nicht all die Jahrzehnte diesen pseudoesoterischen Kommerzzirkus um für 5-stellige Summen an einem Wochenende verkaufte „Meistergrade“ hätten mit ansehen müssen … nur so eine Idee …

    Und das Traumfresserchen ist wirklich eine hübsche, fast schon schamanische Geschichte … die hat nämlich was damit zu tun, seine Angst vor der Dunkelheit zu überwinden … und alles Neue liegt bevor wir es ans Licht holen zunächst im Dunklen …

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