Reiki-Meisterinnen im Zentrum der Katastrophe

Reiki in der Financial Times DeutschlandDie Financial Times Deutschland rezensierte am 06. Juli 2007 das Buch "Im Zentrum der Katastrophe" von Richard Munz, das gerade bei Campus erschienen ist. Diese "Pflichtlektüre für Politiker, Journalisten – und Spender" will mit dem Klischee von hilflosen Opfern und heldenhaften Rettern aufräumen. Auch Reiki ist dabei Thema.

Richard Munz lehrt an der Universität Bochum "Internationale humanitäre Hilfe" und ist für verschiedene Hilfsorganisationen seit mehr als 20 Jahren als Arzt, Teamleiter oder Koordinator in Katastrophengebieten im Einsatz. So kritisiert er den Ansatz, dass "jede Hand gebraucht wird", da dies zu unkoordiniertem und verfehltem Einsatz von Hilfskräften und Ressourcen führt. 

  

In diesem Kontext taucht Reiki auf. Die Rezensentin Ruth Fend beschreibt dies so: "Schon gar nicht bedarf es deutscher Reiki-Meisterinnen, die sich in spontaner Hilfsbereitschaft nach Indien aufmachen, um Patienten mit Handauflegen zu heilen." Hier wäre es sehr interessant, die Originalquellen des Buches zu kennen oder den Autor für ein Interview zum Thema zu gewinnen. 

Denn geht es ihm nur um eine Einschätzung von Reiki als wenig hilfreiches Instrument? Oder doch eher – wie das Zitat nahelegt – um Helfer, die mehr Chaos verursachen, als wirklich zu helfen? Ich erinnere mich an den Bericht einer Reiki-Meisterin, die bei einem solchen Einsatz mehr mit eigenen Prozessen und ungewohnten Krankheitserregern zu kämpfen hatte als dass sie helfen konnte – ja, sogar selbst Hilfe vor Ort in Anspruch nehmen musste.

Die wirklich stimmige Entwicklungshilfe besteht meines Erachtens darin, Menschen darin auszubilden, ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen zu können: Hilfe zur Selbsthilfe. Insofern ist es hilfreich, Menschen in allen Ländern dieser Welt in Reiki auszubilden. Damit in Krisensituationen genug Reiki-Praktiker vor Ort sind, die mit allen Gegebenheiten eines Landes vertraut und dort fest verankert sind. Wir anderen können auf Wunsch dann gern mit Fern-Reiki unterstützend tätig sein, ohne vor Ort jemanden zu belasten.

 

Buchtipp: Im Zentrum der Katastrophe
Richard Munz, Campus 2007, 246 S., 19,90 Euro, ISBN 978-3593381237
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Website der FTD: Wirtschaftsbücher: Das Märchen vom Superhelfer

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Gründer der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin’s Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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Eine Antwort zu “Reiki-Meisterinnen im Zentrum der Katastrophe”
  1. Bine sagt:

    Mal wieder typisch, es gibt garantiert dort auch nicht Reikipraktizierende die ähnlich belastend für die Hilfsorganisationen sind.Es gibt aber auch genügend Reiki-Meister die obendrein erfahrene Therapeuten sind ( sogar Ärzte) die in gerade solchen Krisengebieten Großes leisten,in dem sie nicht nur die Bedürftigen versorgen, sondern auch ihre eigenen Kollegen immer wieder aufrichten und denen so helfen weiterzumachen.Eine Kollegin (und Reikimeistetin )von mir reist jedes Jahr in die Wüste Gobi zu einem Beduinenstamm.Dort behandelt sie in ihrem Urlaub die Stammesangehörigen kostenlos,nicht nur mit Reiki.Sie ist Ortskundig, Praxiserfahren und keineswegs eine Belastung, sondern eher eine Bereicherung.Es wurde auf ihr Betreiben hin von unserem Fachverband jetzt dort sogar ein medizinischer Stützpunkt eingerichtet.Dieser wird von uns allen über Spenden finanziert.Nich zu vergessen die Omenkas die jahrelang ebenfalls in Krisengebieten tätig waren .Sicher gibt es nutzlose Helfer(auch in Reikikreisen) aber es gibt auch nutzlose Rezensionen wie die von Frau Fend und Herrn Munz.

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