Reiki und Geld

Reiki und GeldDas Thema, das seit Jahren immer wieder Diskussionen entflammen lässt, lautet "Reiki und Geld". Hierzu gibt es unterschiedliche Ansichten und Positionen. Unser Moderator Lichtchen hat sich dazu ein paar Gedanken gemacht und im Folgenden gängige Positionen zusammen gefasst.

Unbestreitbar entstehen Kosten, wenn man mit Reiki den Lebensunterhalt bestreitet und
Reiki im Rahmen einer Tätigkeit als (selbstständiger) Therapeut
anbietet. Dieses Argument wird in der Regel auch von Kritikern der
Reiki-Preispolitik akzeptiert, auch wenn oft entgegnet wird, die Kosten
für ein Reiki-Seminar seien unverhältnismäßig hoch. Daher gibt es immer
wiederkehrende Punkte, die erklären sollen, welche Kosten mit einem Seminar verbunden sind, dazu gehören etwa:

  • Miete der eigenen Praxis (oder Anmieten eines Seminarraums)
  • Anreise des Lehrers (Benzinkosten, Fahrkarte)
  • Verpflegung der Teilnehmer (Tee, Kaffee&Kuchen)
  • Unterlagen, Mappen und Urkunden (Druck oder Kauf)
  • Produkte die gebraucht oder verbraucht werden (Räucherwerk, Aura Soma Essenzen)
  • Vorbereitungen diverser Art

Neben diesen Kosten nimmt sich der Lohn oder Gewinn des Lehrers
vergleichsweise gering aus, mit dem er für die Arbeitszeit und
eigentliche Tätigkeit (lehren, einweihen) bezahlt wird, wie jeder
andere Dienstleister auch.

  

Nun lebt nicht jeder Reiki-Lehrer von seiner Arbeit, dennoch wollen
auch diese Lehrer in der Regel bezahlt werden. Die Bedingung für Reiki
Geld zu nehmen wird neben der Aufwandsentschädigung mitunter auch mit
der Erklärung begründet, es müsse ein "Energieaustausch"
zwischen Lehrer und Klient stattfinden – wer etwas bekommt, sollte
dafür auch etwas geben – und Geld sei nun einmal die in unserer
Gesellschaft gängigste Form von Energie.

Daneben gibt es jedoch auch die Bereitschaft einiger Lehrer, alternative Zahlungsmethoden ebenfalls als eine akzeptable Form des "Energieaustauschs" zu betrachten. Dazu zählen neben Ratenzahlung auch Sachspenden (Beispiel: ein großer Korb Bio-Gemüse aus dem eigenen Garten) oder Dienstleistungen
(Beispiel: Streichen des Zauns des Lehrers). Welche Art von
Alternativleistung er als angemessen für seinen Aufwand betrachtet,
entscheidet meist der Lehrer in Absprache mit dem Klienten, denn
schliesslich kann er mit Möhren keine Rechnungen zahlen.

Argumente für die Bezahlung sind also zusammengefasst;
Aufwandsentschädigung, Fahrtkosten, Arbeitszeit, Lehrertätigkeit bzw.
Unterricht und Nebenkosten, also im wesentlichen Dinge die man von
Handwerkern, Therapeuten und anderen Dienstleistern auch erwarten
könnte. Ob man der Philosophie des "Energieaustauschs" folgen will,
obliegt dem Lehrer.

Eine weitere Frage die sich immer wieder stellt ist die, nach dem "Wert" von Reiki.
Viele Reiki-Lehrer betonen ausdrücklich, sie ließen sich nicht für
Reiki an sich bezahlen, sondern aus den oben genannten Gründen. Viele
sprechen der Bezahlung auch einen gewissen pädagogischen Wert zu:

In einer Welt die sehr stark auf
schnellen Konsum ausgerichtet ist und viele Dinge als alltägliche
Bequemlichkeiten wahrgenommen werden, stellen Menschen oft erst dann
fest, dass etwas besonders ist, wenn es teuer ist. Wenn es nicht ins
Portemonnaie zwickt, kann es nicht wertvoll sein – es fehlt das
Bewusstsein dafür,wie wervoll auch ein kostenloses Geschenk (wie etwa
eine Gratis-Einweihung) sein kann.

Demzufolge verfallen einige Personen auch in das Muster Reiki ganz
selbstverständlich als eine Art Heilungsautomatik und den Lehrer als
eine Art Reikispender, nicht unähnlich einem Seifenspender zu
betrachten. Frei nach dem Motto; "wer sich unbezahlt ausnutzen lässt
ist selber schuld".

Daher war die Wertschätzung
auch eines der ersten Argumente das in der Geschichte des Reiki aufkam
um die Preispolitik zu rechtfertigen. Mittlerweile sehen jedoch nicht
alle Reikilehrer dies als zwingendes Argument an und daher dürfte
deutlich sein, dass kostenloses Reiki nicht per se minderwertiger ist
als Reiki mit Zahlungsbedingung.

Eine Art allgemeiner Konsens ist, das Reiki an sich unbezahlbar ist und
sich der Wert viel eher daran misst, wie jemand damit umgeht, wieviel
er für sich daraus ziehen kann und an Lebensqualität gewinnt.

Dennoch bleiben bei manchem mitunter Zweifel – Verpasst man etwas,
wenn man seinen Grad nicht bei einem langjährigen Lehrer machen kann,
weil man sich dessen Preise nicht leisten kann?? Zumindest würde dieser
Lehrer seine jahrelange Erfahrung einbringen können – andererseits
"verpasst" man bei jedem Lehrer der einen nicht einweiht, etwas an
individueller Erfahrung, insofern ist es persönliche Entscheidung, von
wem man was für welchen Preis lernen will.

Was also die Wahl des Lehrers von Preisen
abhängig macht, muss nicht zwangsläufig glücklicher oder unglücklicher
sein als jemand der jeden Preis zu zahlen bereit ist. Deshalb ist nicht
jeder günstige Lehrer automatisch schlecht, im Umkehrschluss bewahrt
einen auch niemand davor, auf einen teuren Betrüger hereinzufallen.

Das Konzept "Jeder Schüler findet seinen Lehrer" lässt sich neben
spirituellen Gesetzmäßigkeiten auch irdisch bestätigen – irgendwo wird
es einen Lehrer geben, der vertrauenswürdig, authentisch und für ihn
bezahlbar ist – und das nicht um jeden Preis.

 

Passende Diskussionen im Reikiland-Forum: 

Warum sind Einweihungen so teuer ?
[Umfrage] Wieviel hast Du für den Meister/Lehrer-Grad bezahlt?
Meister bzw lehrergrad – wie teuer?

Sowie in vielen anderen Diskussionszweigen, die über die foreninterne Suche zu finden sind. Weiter unten finden sich noch ähnliche Artikel aus dem redaktionellen Bereich des Reikilands.

 

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5 Antworten zu “Reiki und Geld”
  1. Erika sagt:

    Privatpersonen, die Reiki anbieten, haben in der Regel ein Problem mit der Preisauszeichnung. HPs und Ärzte dagegen nicht, und es wird ihnen auch kaum jemand vorwerfen, zu teuer zu sein… Ich persönlich biete Reiki (sowie autogenes Training) als Dozentin an, habe seit ca. 1 Jahr dieses Angebot auf einer webSeite (bislang darüber noch keine einzige Anfrage erhalten…). An örtlichen „Gesundheitstagen“ informiere ich an einem Tisch über Reiki, habe meine Liege dabei und biete eine kostenlose Schnupper-Anwendung an. Vielleicht bin ich zu teuer, oder gar zu billig, es kommt keine Resonanz? Wenn ich Reiki gebe, dauert es in der Regel bei einer Anwendung 1 1/2 Stunden bzw. manchmal sogar 2 Stunden. Meine Preise errechne ich nach dem ortsüblichen Dozentenhonorar. Das ist für mich persönlich die optimale Lösung. Eine mir bekannte Gesundheitspraxis vorort erhebt die gleichen Preise. Im Bekanntenkreis machen wir es mit dem „Austausch“, und wenn es für jemanden unerschwinglich ist, kann er/sie auch ruhig „Möhrchen“ mitbringen oder die Wiese mähen. Für die Einweihungen habe ich
    ganz einfach die Preise übernommen, die ich auch bezahlt habe. Der Markt ist vielseitig und undurchsichtig. Ein Missbrauch durch sogenannte „Scharlatanerie“ ist immer gegeben, nicht nur im Reikibereich, es gibt überall schwarze Schäflein.
    Reiki als Beruf ist noch nicht ganz spruchreif, es läuft mehr nebenher beim Angebot anderer bereits etablierter Anwendungen, daher auch variabel in den Preisen. Eine „Berufung“ ist Reiki jedoch ohne Zweifel.
    Eine Preisabsprache wäre m. E. nur dann im Groben sinnvoll, wenn eine Anwendung auch von den Krankenkassen anerkannt und abgerechnet wird.

  2. Christina Weißbrodt sagt:

    Derjenige, der wirklich dafür bestimmt ist, andere Menschen mit REIKI zu behandeln oder sie einzuweihen, wird mit finanziellen Dingen keinerlei Probleme haben. Er lebt mit, aber nicht von REIKI. Gleich-gültig, ob er für seine Leistungen Gegenleistungen bekommt oder nicht.

    Ich weiß, daß dies keine populäre Behauptung ist, aber dennoch ist es eine Tatsache. REIKI-Anbieter, die sich durch REIKI-Behandlungen oder Einweihungen einen Verdienst erhoffen, können nicht frei von Erwartungen sein. Sie müssen sich wohl oder übel danach richten, daß sie zumindest ihre Unkosten erstattet bekommen. Das schafft Unfreiheit und hat deshalb beim Praktizieren von REIKI nichts verloren. Wer dann erst einmal bemerkt hat, wie mit REIKI Geld zu verdienen ist, für den ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zur gnadenlosen Vermarktung. Häufig merken es die Betreffenden nicht einmal, wie sie nach und nach ihre eigene heilige Kuh schlachten. Deshalb ist es für einen REIKI-Behandler/Lehrer wichtig, nicht auf etwaige Verdienste angewiesen zu sein. Zu können, aber nicht zu müssen, ist die beste Grundlage.

    Es ist schon schlimm genug, daß sich unsere medizinische Versorgung im allgemeinen mehr und mehr nach wirtschaftlichen Aspekten richtet. Es ist ein schleichender Prozeß, der mit Mitgefühl für andere beginnt und im persönlichen EGOismus endet. REIKI sollte sich damit nicht gemein machen.

    Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, daß diejenigen, die REIKI wirklich zu schätzen wissen, auch nichts geschenkt haben wollen. Ihnen ist es ein Bedürfnis, eine Gegenleistung erbringen zu können, damit sie nicht in der Schuld des REIKI-Gebers verbleiben. Das ist ein legitimer Wunsch, dem man Rechnung tragen sollte. Deshalb ist es ein Glück, daß REIKI noch nicht zu den Leistungen gehört, die von den Krankenkassen übernommen werden, denn die Schattenseite unseres Gesundheitssystems ist, daß sie den Wunsch nach Gesundheit zum Nulltarif gefördert hat, aber keineswegs das Bewußtsein für Eigenverantwortung und Eigenleistung.

    Auch der REIKI-Praktizierende selbst kann über das Thema „REIKI und Geld“ viel über sich selbst in Erfahrung bringen, so er sich dieser Frage tatsächlich selbstkritisch stellt und seine persönlichen Ansichten nicht einem vielleicht populär oder altruistisch anmutenden Trend unterwirft. Denn durch diesen sehr weltlichen Aspekt kann sich zeigen, ob der Wunsch, REIKI-Behandler oder Lehrer zu sein, wirklich zum eigenen Lebensweg gehört oder ob es nur eine Illusion ist.

  3. Martin Heinz sagt:

    Auch ich habe erhebliche Kosten bei der Durchführung von Reiiki-Seminaren: Insbesondere, da ich Seminare aus Qualitätsgründen nur in sehr kleinen Gruppen durchführe (Reiki I: max. 4 Personen, Reiki II-III: max. 3 Personen). Ich muß Seminarräume mieten (85 EUR/Tag) und habe pro Tag 25 EUR Fahrtkosten. Dazu kommen die schon oben im Artikel erwähnten Kosten. Dennoch bleibe ich mit meinen Preisen moderat, denn Reiki soll sich im Zweifelsfall auch ein HARZ IV-Empfänger leisten können. Besonders in diesem Fall mache ich auch Ausnahmen von dem Preis, der auf meinen Internetseiten angegeben ist (siehe Thema Arten von Energieausgleich).
    Bei spirituellen Seminaren, bei welchen die Teilnehmerzahl nicht von vorneherein beschränkt ist habe ich eine andere Lösung: Der Interessent zahlt eine Anmeldegebühr, die bei Erreichen der für Kostendeckung minimal notwendigen Teilnehmerzahl meine Selbstkosten deckt (Miete, Fahrtkosten, Getränke, Unterrichtsmaterialien…). Der Rest geht dann nach dem Seminar auf Spendenbasis. Hier ist das Urvertrauen in das Universum ganz wichtig: Wer in einem Seminar viel gibt, erhält automatisch vom Universum einen Ausgleich zurück, der einem angemessenen Gegenwert entspricht. Manche können nur wenig zahlen, andere dafür mehr. Und sollte im Seminar selbst kein angemessener Ausgleich erfoplgen, so kommt dieser meist aus einer ganz anderen „Ecke“: Ein unerwartetes Geschenk, kostenlose Hilfe durch einen Freund etc.. Wichtig ist hier, daß man selbst ein gesundes Verhältnis zu Geld hat. Wer im innersten glaubt, für seine Arbeit kein Geld zu verdienen und sich selbst gegenüber nicht ausreichend Wertschätzung hat, wird auch – dem Spiegel gemäß – immer zuwenig zurückerhalten (Bestätigung des Glaubens), bis die eigenen Fähigkeiten auch entsprechend ihrem tatsächlichen Wert eingeschätzt werden.

    Die „Politik“, die hohen Reiki-Grade für für Normalsterbliche fast unbezahlbare 10.000 EUR anzubieten lehne ich grundsätzlich ab. Jemand, der viel Geld hat, wird diesen Betrag locker aus seiner „Portokasse“ bezahlen, ohne daß damit automatisch die entsprechende Wertschätzung für die Energie oder die nötige Reife verbunden ist. Ein HARZ-IV-Empfänger wird diese Chance – egal, wie sehr er sich bemüht und wie weit er mit seinem Bewußtsein ist – kaum je erhalten, einen solchen betrag zahlen zu können. Und ein jeder von uns weiß, wie leicht man heute trotz noch so viel Fleiß unverschuldet arbeitslos werden kann.

  4. Regina Zipfl sagt:

    Dankeschön für diesen Beitrag. Er fasst zahlreiche Erkenntnisse aus diversen Forenbeiträgen zusammen!

    Dazu ein Satz, der auch irgendwo im Forum zu lesen ist: „Empfinde ich innere Fülle erlebe ich äußere Fülle!“

    Regina

  5. Zettler Andrea sagt:

    Ich bin auch noch ehrenamtlicher Übungsleiter. Gebe 2 mal die Woche Übungsstunden = 3 Stunden Aufwand plus die Vorbereitung, Bücher und Seminare die ich Besuchen muß um mich Weiterzubilden. Der Verein zahlt nichts. Genauso mache ich es mit Reiki. Zwar nicht 2 mal die Woche aber ab und an wenn es eben gebraucht wird.

    Ich kann doch auch der Gesellschaft etwas zurück geben ohne gleich die Hand aufzuhalten. Natürlich habe ich auch Kosten damit aber mein Lohn sind die zufriedenen Menschen. Natürlich funktioniert das nicht bei jedem, aber jeder sollte sich einmal Gedanken darüber machen
    Andrea

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