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 Betreff des Beitrags: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: So, 02.04.2017 13:30 
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Reiki-Feuer
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Hallo Ihr Lieben,

so ... nun habe ich mich mal daran gemacht einige Fragen im Zusammenhang mit Zertifikaten, Zertifizierungen und dem Berufsverband PROReiki "zu Papier" zu bringen. Ich hoffe, auf bestimmte Fragen Antworten von denen, die sie beantworten können, zu erhalten und hoffe ansonsten auf einen regen Austausch.

Ich beziehe mich mit diesem Thema auch auf dieses Posting von Topaz:
reiki-theorie-f3/rainbow-reiki-lizenzierung-t9688-s410.html


Erste Frage: was ist das konkrete Anliegen von PROReiki ?

PROReiki untergliedert in seiner Satzung in einen Verbandszweck (§ 2) und Verbandsziele (§3).
Schaut euch die Seite bitte selbst an, ich werde hier nur Kürzel für die einzelnen Zwecke und Ziele verwenden, sonst kommt ihr aus dem Lesen gar nicht mehr heraus.

Zweck eins: Berufsvereinigung, soweit ok, soweit man mit der Idee konform geht, dass es sich bei Reiki überhaupt um einen Beruf handelt.

Zweck zwei: Integration von Reiki als frei auszuübende geistige Behandlungsmethode in alle Bereiche des Lebens. Teil eins des Satzes ist überflüssig, da das durch das Urteil des BVerfG von 2004 bereits gewährleistet wird. Aber "...in alle Bereiche des Lebens." Wie bitte ? Wer wieviel Reiki in welchen Teil seines Lebens integriert regeln zu wollen, halte ich für überzogen. Darf man künftig als Reikianer nur noch einen Reikianer heiraten, weil ein Nicht-Reikianer da nicht mehr passt ? Wahscheinlich soll es das nicht heißen, aber da hätte ich gern eine nähere Erläuterung. Oder soll dies "alle Bereiche" gar bedeuten, dass Reiki in alle öffentlichen Bereiche integriert werden soll ? Es wird offensichtlich verkannt, dass Integration zum einen ein freiwilliger Prozess ist, zum anderen ein wechselseitiger. Wenn etwas oder jemand intergiert werden soll, dann gibt es immer einen Bereich, der etwas "aufnimmt" und einen anderen, der sich "aufnehmen lassen" will. Ich kann so ein Anliegen, weder dem einzelnen Praktizierenden noch der Öffentlichkeit einfach aufokrtuierten. Da sollte mal an den gewählten Formulierungen gearbeitet werden.

Zweck drei: Qualitätssicherung. Nun gut, kann man machen, muss man aber nicht, zumal dann ja wieder geklärt werden müsste, worin denn diese Qualität besteht.


Kommen wir zu den Zielen, von denen es gleich neun (Buchstaben a-i) gibt:

a: Aufklärung der Öffentlichkeit. Kann man machen, wenn die Öffentlichkeit denn zuhören will. Aber Vorsicht: auch die BILD will ja immer nur aufklären ....

b: Regelerstellung und Regelüberwachung. Ah ja ... dann bekäme ich jetzt gern mal erklärt, wie z.B. bei den zertifizierten Mitgliedern überwacht wird, ob sie sich tatsächlich die vorgeschriebene Anzahl an Stunden der Selbstbehandlung geben/gegeben haben. Steht da einer mit der Stoppuhr daneben, wenn ich mich behandle ? Oder vertraut man einfach nur auf die "freiwillige Selbstverpflichtung", mit der die Berufsordnung und die Mitgliedschaftsordnung beginnt ? Wenn man keine Möglichkeit hat, eine Regel zu überwachen, wie soll dann jemand, der sich nicht daran hält, festgestellt werden. Die gleiche Frage stellt sich bei den Fremdbehandlungen. Wer überprüft das wie ? Und ... geht es bei Reiki nicht gerade darum, fremdbestimmte Kontrolle zu erkennen und sich gegebenenfalls daraus zu "befreien" ? Zu erkennen, ob das was da verlangt wird, für mich überhaupt stimmig ist ?

c: Integration Reiki in das Gesundheitssystem und andere gesellschaftliche Bereiche im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten. Welche rechtlichen Möglichkeinen sind das ? Gibt es sie überhaupt ? Welche anderen gesellschaftlichen Bereiche ? Reiki ist bereits sehr gut in bestimmten Bereichen integriert. Warum will man es denn überhaupt intergriert wissen ? Damit man mit Krankenkassen abrechnen kann ? Oder gibt es da mehr Ideen ?

d: siehe c

e: Anerkennung der Reiki-Praxis als gemeinnützige Tätigigkeit. Was genau soll das heißen ? Und worum geht es dabei ? Ich kann es mir zwar denken, aber auf diese Antwort wäre ich doch sehr gespannt.

f: Wissenschaftlicher Nachweis von der Wirksamkeit von Reiki. Gibt es überhaupt ein Mitglied bei PROReiki, das Wissenschaftler ist ? Weiß man bei PROReiki, wie wissenschaftliche Forschung definiert ist und an welche Bedingungen sie geknüpft ist ?

g, h ind i erpare ich mir hier. Sie dienen genauso wie f wohl eher als Füllmaterial, da genau das die gesetzlichen Ziele eines Vereins sein müssen, um überhaupt eine Chance auf Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu haben. Und es gibt Menschen, die vorschlagen, diese Ziele von Anfang an in die Vereinsziele mit aufzunehmen, damit man später nicht aufwendige Satzungsänderungen vornehmen muss.


Nun ein Wort zur Berufsordnung von PROReiki:

In Ziffer 4 (Berufspflichten) wird auf die Verschwiegenheitspflicht nach §203 StGB hingewiesen, obwohl die Aufzählungn der Berufsgruppen, die dieses betrifft in diesem § abschließend geregelt ist und ein Reiki-Praktizierender, gleich welchen Grades eben kein Angehöriger eines Heilberufs ist. Somit gebietet es zwar der Anstand, nicht über das Privatleben seiner Klienten zu sperchen, es liegt aber beben gerade keine Straftat vor, wenn es doch geschieht.

In Ziffer 5 (Dokumentationspflicht) wird empfohlen, jede Behandlung mit Ort, Namen, Datum zu dokumentieren. Ich empfehle, sich vorher die Erlaubnis für das Erheben solcher Daten einzuholen. Ärtze und Heilpraktiker sind zur Dokumentation von Behandlungen verpflichtet, alle anderen Reiki-Paktizierenden könnten sich zumindest eine Abmahnung wegen eines dateschutzrechtlichen Verstoßes einfangen, wenn sie ohne Erlaubnis personenbezogene Daten von Klienten speichern: Dabei ist es unerheblich, ob dies elektronisch oder handschriftlich passiert. Da sind Reiki-Praktizierende jedem Anbieter eines Gewinnspiels nämlich gleichgestellt.

In der gleichen Ziffer heißt es, dass freiwillige Zuwendungen und Spenden angenommen werden dürfen. Auch dies ist rechtlich falsch. Freiwillige Zuwendungen: ja. Spenden nein. Der Begriff der Spende ist juristisch klar definiert und natürliche Personen (also Menschen) und Organisationen, die nicht bestimmte rechtliche Bedingungen erfüllen, dürfen eben gerade keine Spenden annehmen.


Zu den Zertifikaten sage ich hier mal nichts, denn ein Verein/Verband, dessen Satzung derartig viele Unsauberkeiten aufweist und eine Berufsordnung mit derart rechtlich falschen Hinweisen bzw. Forderungen versieht, dessen Zertifikate sind für mich einfach wertlos.

Wie ein solcher Verein mit einem ehemaligen Mitglied (WL), das sich letzlich weder von staatlicher Seite mehr als nötig, schon gar nicht aber von einem Verband, der sich leztlich auch nur als Kontrolleur ohne tatsächliche Regelungsbefugnisse (außer einen Vereinsausschluß) darstellt, beeinträchtigen lassen will, berührt mich letztendlich persönlich wenig. Zumal ich ja noch nicht einmal weiß, wie stark WL seinerzeit in die ganze Vereinsarbeit und die Idee etwas kontrollieren zu müssen und wie das geschehen soll, involviert war. Diese ganzen Verflechtungen veranlassen mich ganz einfach zu sagen, ich lasse von beidem die Finger weg.
Sowohl WL als auch PROReiki wollen etwas kontrollieren, das ich persönlich weder auf die eine, noch auf die andere Art "geregelt" wissen möchte.
Warum sich PROReiki in der Frage, wie mit den RR-Praktizierdenden verfahren wird so schwer tut, mag vielleicht auch daran liegen, dass es sehr viele RR-Mitglieder geben mag. Und wenn man diese nun aus dem Verband ausschließt, reduziert dies die Mitgliederzahl erheblich und schwächt damit die eigene Position.

Gerade vor dem Hintergrund der Diskussion um die Lizensierung von RR müsste PROReiki ganz schnell einmal öffentlich Position beziehen, damit PROReiki nicht selbst in den Verdacht gerät, so etwas zu billigen. So wie ich die Vorstands- und Ratsmitglieder einschätze, ist PROReiki an einer wirklich guten Öffentlichkeitsarbeit interessiert. Aber allein aufgrund der Aussage von WL, RR beinhalte nur noch maximal 2% Usui-Reiki, läßt einen stutzig darüber werden, dass RR noch als von PROReiki als akzeptierter Reiki-Stil gelistet ist. Andererseits verstehe ich, dass keine Vorverurteilung stattfinden soll.

Sollte jedoch die von Topaz ausgesprochene Vermutung stimmen, dass WL PROReiki selbst in irgendeiner Form unter Druck setzt, ist es umso wichtiger, sich diesem Druck zu schnellstmöglich zu entziehen. Der schlimmste für mich denkbare Fall wäre, dass PROReiki Formulierungen oder Passagen aus dem RR-Lizenzprogramm übernommen hat, die nun wiederum nicht öffentlich diskutiert werden dürfen. Desweiteren ist/war WL ja selbst PROReiki-zertifiziert. Wie damit umzugehen wäre, ist schwierig, denn dann müsste PROReiki ja jetzt die gleichen Mittel anwenden, die WL anwendet, was wiederum Wasser auf dessen Mühle wäre.

Leid tun mir die Ex-RRs auf der rein menschlichen Ebene. Ich würde ihnen empfehlen, sich für eine Weile aus jedweden Reiki-Organisationen zurückzuziehen. Zu groß sind die Unklarheiten auf beiden Seiten. Zu sehr wollen beide Seiten ihren Weg und ihr Vorgehen als den/das Richtige angesehen wissen.

Ich gehe davon aus, das PROReiki wirklich in guter Absicht handelt. Aber gut gemeint, ist halt nicht immer gut gemacht.

Seinerzeit haben erst mal alle aufgeatmet als es hieß, Reiki darf auch nun auch ohne Heilpraktikertitel ausgeübt werden. Letztendlich überrascht es mich aber nicht, dass sofort Reiki-Vereine und Verbände entstanden sind, die sofort in diese Lücke gesprungen sind. Endlich mal wieder ein Betätigungsfeld ..... Es ist interessant zu erleben, dass die Regelungswut wohl doch eine der herausstechendsten Eigenschaften der Deutschen zu sein scheint, denn ein solches Theater kenne ich weder aus den englischen, amerikanischen, russischen, australischen oder niederländischen Reikikreisen. Oder sollte das einfach alles nur unbemerkt an mir vorbeigezogen sein ?

Hawayo Takata sagte einmal: "Reiki selbst wird euch lehren" und Phyllis Furumoto sagte einmal: " Nicht Reiki braucht uns, sondern wir brauchen Reiki."
Wenn wir alle die Zeit, die wir in oder mit irgendwelchen "Reiki-Tätigkeiten" (Forumsschreibereien, Vereinstätigkeiten u.ä.) die aber nicht Reikibehandlungen selbst sind, für eben diese Reikibehandlungen, und seien es Selbstbehandlungen, einsetzen würden, wie friedlich und tolerant wären wir dann doch alle. Und dennoch führt das Shreiben hier auch zu einer Meinungsvielfalt und unterstützt die Aufklärung.

Wir alle sind Menschen und es ist uns gemein, dass wir den Austausch und das Agieren mit anderen Menschen brauchen und lieben. Und dennoch schaffen es noch nicht mal wir Reiki-Menschen immer und überall die nötige Toleranz und Friedfertigkeit aufzubringen. Reiki soll ja auch dazu dienen, einfach mal nichts zu denken, denn genau dann können wir erkennen, wie sehr wir von unserem Denken und unseren Vorstellungen bestimmt werden. Und von dem oben geschriebenen nehme ich mich selbst überhaupt nicht aus. Auch ich hatte auf meinem Weg diesbezüglich einiges zu lernen und weiß heute, wie ich in die Sitiation geraten bin, mich damit auseinandersetzen zu müssen.

Wenn ein Mensch mit Reiki, egal wie und nach welchen Regeln es praktiziert wird, zufrieden und glücklich ist, warum etwas daran ändern.
Ändern müssen wir nur eins: Menschen, die Reiki lernen möchten, müssen sich heutzutage bereits im Vorfeld besser informieren. Und im Gegensatz zu früher, steht dafür jetzt viel mehr zur Verfügung. Das wichtigste aber ist, sich den Menschen, den man sich als seinen Reikimeister aussucht, wirklich genau anzuschauen. Zertifikate genießen mittlerweile den Ruf, fast ausschließlich komerziellen Zwecken zu dienen.
Fast jeder Mensch hat ein untrügliches Gespühr dafür, ob er von einem Menschen wirklich das lernen kann, was er lernen möchte. Spätestens wenn ein Meister zwei, drei Fragen, die man stellt nicht beantworten kann oder nicht versteht, sollte man einfach nach einem anderen Ausschau halten.

Was mich heute bei Reiki stört, ist die Mentalität einiger Praktizierender, Reikimeister sei ein Berufstitel und jeder habe die Möglichkeit, oder besser Fähigkeit, Reikimeister zu sein. So wie nicht jeder Feuerwehrmann oder Berufssportler oder Dozent für Philosophie werden kann, auch wenn er das eigentlich gern möchte, so gilt das auch für Reikimeister.
Eine Berufsausbildung ist ja stets zielorientiert (also man möchte "schnellstmöglich" in einen Beruf einsteigen können). Reiki jedoch ist personenorientiert (jeder soll seine individuellen Problemfelder erkennen und bearbeiten können). Dies dauert eben solange es dauert und das wiederum ist eben nicht mit einer zeitlichen Vorgabe zu erreichen - egal ob ich nun eine bestimmte Jahreszahl oder eine bestimmte Stundenzahl vorgebe.

Mein Eindruck verstärkt sich, dass viele, die möglichst schnell Reikimeister werden wollen oder bereits geworden sind, ihre individuellen Problemfelder gerade noch nicht ausreichend bearbeitet haben und quasi eine Art "Abkürzung" nehmen wollen. Vielleicht erkennen einige ihr Problemfeld noch nicht mal genau.

Die eigentliche Praxis bei Reiki besteht im Behandeln. So wie eine Sekretärin acht Stunden am Tag Büroarbeiten zu erledigen hat oder ein Physiotherapeut von den acht Stunden vielleicht sechs Massagen durchführt, so ist der "Job" eines Reikipraktizierenden in "fulltime", fünf bis sechs Stunden einfach nur die Hände auf seine Klienten aufzulegen (plus die dazugehörenden kurzen Gespräche). Ein "Masseur" ist auch nicht vordringlich dazu da, um seine Patienten "zuzutexten", manche Patienten stört dies sogar . Dies zu verstehen und zu entscheiden, ob man ein solches Tätigkeitsfeld wirklich möchte und ob es zu einem passt, dazu dient die lange Zeit des "Ausprobierens" mit dem ersten Grad. Was es dann zusätzlich zu beachten gibt, die des zweiten Grades.

Zusätzlich zu all dem "leiden" wir unter einer Generation, die durch fasch verstandene und falsch durchgeführte "antiautoritäre Erziehung" glaubt, alles und jedes sei verhandelbar und Regeln seien dazu da, den besten Weg zu finden, um sie zu umgehen. Diese Generation fordert höchste Toleranz für ihr Regelumgehen und ist ihrerseits höchst intolerant gegenüber jenen, die an Regeln festhalten. Der Gegenpol dazu bildet die Generation der "Obrigkeitshörigen". Der Konflikt, der sich an Reiki zeigt, könnte also auch ein Generationsproblem sein. Gott sei Dank agieren nicht alle Vertreter dieser Generation so und ... es ist schon wieder eine Generation auf dem Weg, die weder das eine noch das andere zu stark ausagiert. Eine Generation, die sich für mehr Life-Work-Balance einsetzt und sich an die Regeln hält, die halt eingehalten werden müssen, die sich aber auch nicht mehr um jeden Preis alles vorschreiben läßt (oder mit vermeintlichen Vorteilen ködern läßt) und sich dann eher aus Bereichen, in denen das so ist, ein wenig bzw. früher zurückziehen.

Reiki findet seinen Weg .... so oder so. Da müssen wir gar nicht so viel regeln. Wenn jeder das weitergibt, was ihm weitergeholfen hat, trägt sich vieles von ganz allein weiter.
Ich werde meinen Reiki-Stil oder die Art und Weise ihn zu praktizieren wahrscheinlich genausowenig aufgeben, wie alle anderen hier. Genau das ist das Problem: jeder will einen anderen davon überzeugen, dass sein Handeln richtig ist. Ja .. ist es auch, und zwar genau für diesen einen Menschen in genau diesem Moment. Und wenn nicht einige dem lieben Geld sosehr hinterherrennen würden, wäre das alles kein Problem. Aber wo kommen wir schließlich hin, wenn jeder mit jrgendwelchem Murks Geld verdienen darf ..... Seltsam nur, dass uns das in so wenig anderen Bereichen zu stören scheint.

In diesem Sinne .... äußert euch gern zu meinen Eindrücken ... positiv, negativ, neutral ... so dass alle ihre Sichtweise beitragen können.

LG Kanji


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 Betreff des Beitrags: Re: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: Mo, 03.04.2017 15:06 
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Redaktion Reikiland
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Hallo Kanji,

vielen Dank für das Eröffnen dieses Threads, wobei er natürlich deine spezielle Sichtweise von außen wiedergibt.

Ich selbst bin hin- und hergerissen bei dieser Thematik. Ich fand die Gründung von ProReiki sehr sinnvoll und habe diese deshalb so gut als möglich unterstützt. Wichtig vor allem, dass ein Reiki-Berufsverband (einen solchen gab es vorher nicht) bei Gesetzesvorhaben der Bundesregierung, die die Ziele seiner Arbeit betreffen, gehört werden muss. Erstmals würden wir Reiki-Praktiker eine Stimme haben! Und es ist so manches immer wieder in Planung...

Am 20.06.2011 bin ich ins Gründungsteam von ProReiki aufgenommen wurden und war bei der Gründung 2011 im Parimal dabei und wurde Ratsmitglied bei ProReiki.

Im August / September 2013 bin ich von meiner Tätigkeit als ehrenamtliches Ratsmitglied bei ProReiki zurückgetreten, da es meinerseits Kritik an Teilen der Arbeit von ProReiki gab. Einen Brief mit diesen Gründen hatte ich ProReiki zukommen lassen. Dieser Brief ist nicht öffentlich. Ansonsten habe ich gerade hier im Forum auch immer mal öffentlich Kritik geübt. Dabei ging es zum einen oftmals um die Rolle von ProReiki im Kontext Lizenzierung von RR, wo m.E. zahlreiche Fehler gemacht worden sind. Zum zweiten vor allem um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von ProReiki. Bei letzterem hat sich das ein oder andere verbessert, Vorschläge meinerseits wurden zwischenzeitlich teils umgesetzt, manches halte ich noch für sehr verbesserungswürdig. Aber gerade die Personalentscheidungen der letzten Jahre auf diesem Posten halte ich durchweg für verfehlt.

Walter Lübeck war wie ich Ratsmitglied und ein sehr aktiver Mitarbeiter. Ich habe diese Zusammenarbeit mit ihm sehr geschätzt, weil ich Walter für einen intelligenten Menschen halte mit großen Macherqualitäten - ein richtiger Unternehmer. Dazu ein kritischer Geist, der viele "das haben wir schon immer so gemacht"-Dinge hinterfragt. Zumindest in dieser Hinsicht eine verwandte Seele. Dazu im Marketing eindeutig erfolgreich bis zu jener Zeit.

Deine Befürchtung, "dass PROReiki Formulierungen oder Passagen aus dem RR-Lizenzprogramm übernommen hat", teile ich nicht. Erst kam ProReiki, wo viele Menschen mit sehr unterschiedlichem Background gearbeitet haben, an die Öffentlichkeit, dann WL. Meine Vermutung ist, dass Walter vielleicht gar erst durch die Dynamik bei ProReiki, das dortige Qualifizierungsprogramm, auf die Idee eines eigenen Lizenzierungsprogramms gekommen ist oder zumindest dahin, dies zu realisieren. Zumal von RR-Leuten ja mehrfach zu lesen war, dass sie sich auf der Basis der zunehmenden Anerkennung von Reiki in der klinischen Praxis durch die Lizenzierung von RR schlichtweg Einnahmen versprechen.

Dabei ist die Qualifizierung und Zertifizierung bei ProReiki deutlich offener gestaltet als die RR-Lizenzierung. ProReiki will lediglich Mindeststandards für Reiki-Praktiker sicherstellen, die dann zu Kliniken, Arztpraxen etc. vermittelt werden können. ProReiki bietet also einen absolut freiwilligen Zertifizierungsprozess an! Während ProReiki hier aus meiner Sicht eher als Vorbild dienen kann, hat Walter einen sehr restriktiven Kurs eingeschlagen, der beim letzten vorliegenden Urteil gar als "Berufsverbot" interpretiert wurde. Vielleicht ging ihm der Weg von ProReiki nicht weit genug, vielleicht erschien er ihm nur möglich im Kontext dessen, was er hinsichtlich Vermarktung/Einnahmen erreichen wollte. Jedenfalls ist er mit dieser "Lemurianisierung" des ProReiki-Vorgehens (um einen running Gag aus dem anderen Thread zu zitieren) aus meiner Sicht weit übers Ziel hinausgeschossen.

Wie schon geschrieben: Für mich ist 2017 ein Scheidejahr. Sollte ProReiki bis Ende des Jahres im Kontext RR-Lizenzierung ein gescheites Profil als Berufsverband zeigen, beim nächsten Kongress endlich eine engagierte Person mit sinnvollen Qualifikationen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gewinnen können, bin ich glücklich. Wenn nicht, denke ich ernsthaft über meinen Austritt nach.

Soweit dazu. Jetzt dürfen sich andere äußern :)

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: Mo, 03.04.2017 16:58 
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Reiki-Laterne

Registriert: Mo, 13.07.2009 12:55
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reiki-kanji hat geschrieben:
Gerade vor dem Hintergrund der Diskussion um die Lizensierung von RR müsste PROReiki ganz schnell einmal öffentlich Position beziehen, damit PROReiki nicht selbst in den Verdacht gerät, so etwas zu billigen. So wie ich die Vorstands- und Ratsmitglieder einschätze, ist PROReiki an einer wirklich guten Öffentlichkeitsarbeit interessiert. Aber allein aufgrund der Aussage von WL, RR beinhalte nur noch maximal 2% Usui-Reiki, läßt einen stutzig darüber werden, dass RR noch als von PROReiki als akzeptierter Reiki-Stil gelistet ist. Andererseits verstehe ich, dass keine Vorverurteilung stattfinden soll.

Hallo,

ich habe mit dem Berufsverband ProReiki nichts zu tun, aber trotzdem eine Meinung dazu. :user:

Ob man den Reikistil (ihr wißt schon :wink: ) aus dem Berufsverband streicht, müßte innerhalb von ProReiki abgestimmt werden.

Öffentlich Stellung beziehen, da sitzen einige doch an der Quelle und könnten im Reikimagazin davon schreiben. Aber vielleicht machen sie es nicht, weil ein Verfahren läuft und es Ärger nach sich ziehen kann. 8)

_________________
Liebe Grüße,
Emilie


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 Betreff des Beitrags: Re: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: Mo, 03.04.2017 20:33 
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Reiki-Feuer
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Hallo Frank, hallo Emilie,

ich antworte hier mal ohne die Zitatfunktion (wären wohl sonst zuviele Zitate).

Ja, der Thraed gibt meine spezielle Sichtweise von außen wieder, denn ich bin kein Mitglied, kenne die Entwicklungsgeschichte nicht im Detail und ich kann nur das für meine Sichtweise nehmen, was mir PROReiki selbst auf seiner Web-Site anbietet.

Und auch ich bin hin- und hergerissen von der Thematik, denn grundsätzlich halte ich einen Berufsverband für sinnvoll.
Daher beruhigt mich deine Einschätzung, dass die "Formulierungen und Passagen" nicht aus dem RR-Bereich stammen dürften.

Zu den Macherqualitäten von WL möchte ich folgendes sagen:
Ich lese gerade das von Janina rezensierte Reiki-Buch von Kim Dominiqe. Ich möchte hier inhaltlich noch keine weitreichenden Kommentare abgeben, aber zu Beginn des Buches wird erörtert, dass der Unterschied zwischen Reiki und dem Beruf des Heilers darin bestehe, dass bei Reiki jede eigene Absicht bezüglich der Wirkweise in den Hintergrund gestellt wird (also das Ego ausgeschaltet bleibt), wohingegen der Heiler diese Energien gezielt lenken möchte (das Ego also mitwirkt).
WL hat auf seiner Web-Site immer darauf hingewiesen, dass er Heiler ausbilden möchte und dass passt eigentlich auch zu der von dir beschriebenen Macherqualität. Es wirkt so auf mich, dass WL Dinge oder Energien eben gerade nicht aus sich selbst heraus wirken lassen kann, dazu scheint er zu sehr Macher zu sein.
Das ist nun überhaupt nichts schlechtes und wir brauchen solche Menschen auch, aber Reiki (als Methode) erfährt dadurch eine sehr starke "Wesensänderung", so dass sich die Probleme daraus ergeben, die sich nun ergeben haben.

Du schreibst, PROReiki biete einen absolut freiwilligen Zertifizierungsprozess an.
Diese Meinung kann ich nicht teilen, und zwar aus folgendem Grund:
Dieses Zertifikat bzw. die Nutzung (die ja eine Art der Werbung (für gute Qualität) darstellen soll), könnte Reikipraktizierdende, die zwar alle diese Kriterien erfüllen würden, aber aus irgendeinem Grund nicht dem Verband (oder auch irgendeinem anderen Reiki-Verband) angehören, stark benachteiligen. Denn es geht ja auch um das Geldverdienen. Um diese Benachteiligung nicht zu erfahren, könnten sie sich also veranlasst fühlen, dem Verband beizutreten und sich zertifizieren zu lassen, obwohl sie (so wie ich) noch viele offene Fragen oder gar Kritik an dem Verband haben.
In einer Gesellschaft, in der viele denken, dass das Fehlen eines Zertifikats gleichzusetzen mit schlechter Qualität sei, kann das Fehlen eines solchen erhebliche finanzielle Nachteile für Nichtzertifizierte führen, was dann - wenn auch in stark abgeschwächter Form - ähnliche Folgen, wie das Lizensierungsverfahren von WL nach sich zieht ... nämlich starke Einkommenseinbußen. Und das, obwohl die gelieferte Qualität vielleicht sogar besser ist.
Somit sieht der Zertifizierungsprozess zwar freiwillig aus, aber aus welchen Erwägungen (Ängsten, Befürchtungen) heraus jemand sich zertifizieren läßt, kann subjektiv nicht immer als ganz freiwillig empfunden werden.

@Emilie: ich find es gut, wenn du deine Meinung hier sagst, dazu ist der Thraed da ... du musst dazu nirgends Mitglied sein. Und vielleicht ist es ja sogar für PROReiki hilfreich, wenn gerade mal die Nichtmitglieder beschreiben, wie so manches auf sie wirkt ... auch wenn PROReiki sich nicht selbst dazu äußert.

Es geht mir hier nicht darum PROReiki sinnlos zu kritisieren, sondern ihnen ein Feedback zu geben, worüber ich (oder auch andere) sich stoßen könnten, wenn sie nur das, was sie auf der Web-Site finden, für sich auszuloten versuchen.

LG Kanji


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 Betreff des Beitrags: Re: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: Di, 04.04.2017 18:29 
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reiki-kanji hat geschrieben:
WL hat auf seiner Web-Site immer darauf hingewiesen, dass er Heiler ausbilden möchte und dass passt eigentlich auch zu der von dir beschriebenen Macherqualität. Es wirkt so auf mich, dass WL Dinge oder Energien eben gerade nicht aus sich selbst heraus wirken lassen kann, dazu scheint er zu sehr Macher zu sein.

Ja, diese Einschätzung kann ich nachvollziehen. Deshalb praktiziere ich den Takata-Stil, bei dem Einfachheit und Hingabe elementar sind, und nicht Rainbow Reiki :)

reiki-kanji hat geschrieben:
In einer Gesellschaft, in der viele denken, dass das Fehlen eines Zertifikats gleichzusetzen mit schlechter Qualität sei, kann das Fehlen eines solchen erhebliche finanzielle Nachteile für Nichtzertifizierte führen, was dann - wenn auch in stark abgeschwächter Form - ähnliche Folgen, wie das Lizensierungsverfahren von WL nach sich zieht ... nämlich starke Einkommenseinbußen.

Dieser Kritikpunkt wurde auf der Reiki Convention bei Podiumsdiskussionen zu ProReiki und der Zertifizierung geäußert und deine Befürchtung von mehreren Menschen geteilt. Daran lässt sich aber nichts ändern: Entweder wird ein Zertifikat eingeführt, was für einen Zusammenarbeit mit Kliniken etc. sehr wichtig und der Akzeptanz von Reiki dienlich sein kann. Oder man lässt es. Ich persönlich bin weiterhin dafür, auch wenn ich mich selbst nicht zertifizieren lasse.
Und ich bin der Meinung: Wer mit Reiki beruflich etwas erreichen, aber nicht den Weg eines Verbandes gehen möchte, sollte nicht jammern, sondern soll sich selbst etwas aufbauen (eigene Unterlagen anfertigen, Ärzte ansprechen etc.). Ich bin sicher, dass dies möglich ist.
Man kann nicht an den Vorzügen einer Gemeinschaft teilhaben wollen, aber gleichzeitig außerhalb dieser Gemeinschaft stehen (siehe aktuell die Briten und den Brexit).
Alles andere ist die Anwendung von "Gerade heute, sorge dich nicht" :) Wer die obige Befürchtung äußert, dem rate ich dazu, sich intensiver mit den Lebensregeln zu befassen und seinen Hintern hochzukriegen. Wir reden hier über Business, nicht über private Praxis.
Und letztendlich würden sowieso auch alle nicht-zertifizierten von einer steigenden Anerkennung von Reiki profitieren.
Ich persönlich denke lieber in Chancen als herumzujammern :)

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 Betreff des Beitrags: Re: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: Mi, 05.04.2017 23:22 
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Reiki-Feuer
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Frank hat geschrieben:
Wer mit Reiki etwas erreichen,


Hallo Frank,

sorry wenn ich hier jetzt nur einen abgehackten Satzteil zitiere, aber genau dieser Satzteil ist es, der meiner Meinung nach den Wesenskern von Reiki (als Methode, nicht die universelle Lebensenergie selbst) sehr verzerrt, wenn nicht gar umkehrt. (Das "will", in der zweiten Hälfte des Satzes ist "verschütt gegangen").

Nach all dem, was ich bislang - auch von verschiedenen sehr bekannten "Reiki-Forschern" - gelesen habe, hat Usui selbst ja ein Grad-System eingeführt und gesagt, dass sogar er selbst nicht den höchsten Grad erreicht hat.

Könnte es sein, dass Usui entdeckt hat, dass es die Absichtslosigkeit ist, die all die Wirkungen, die dieser Methode zugeschrieben werden, bewirkt ?

Welche Haltung sollen wir denn beim Behandeln und Einweihen einnehmen ? Nicht wir sind es, die etwas bewirken, wir lassen nur geschehen (häufig wir fließen gesagt). Nicht wir "entscheiden" wo Reiki wirkt, Reiki wirkt da, wo es gebraucht wird. Reiki findet seinen Weg, Reiki wird dich lehren. Das sind alles Hilfestellungen, die wir am Anfang brauchen, um all die "um zus" abzulegen bzw. zu akzeptieren, dass wir keine Kontrolle über Reiki haben. Wir praktizieren nicht Reiki, um zu "heilen", wir praktizieren nicht Reiki um zu lehren. Reiki selbst wirkt ja durch uns.

Der erste Grad ist für mich der "erste Kontakt", den viele Menschen zu dieser absichtslosen Haltung halten, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt ja noch Absichten mit dem Erlernen von Reiki verbinden (und sei es nur, dass sie gerade das Gefühl haben, es fehle ihnen was und sie könnten dieses etwas in einer spirituellen Praxis finden.) Häufig sind sie in Situationen, in denen sie sehr stark den Absichten anderer unterworfen sind und möchten dies ändern.

Bei der Meditation, wird meist der Atem benutzt, um sich auf diesen zu konzentrieren und wenn da etwas dieses Wahrnehmen "stört" nimmt man auch dies zur Kenntnis und kehrt zum Atem zurück. Bei Reiki, konzentrieren wir uns auf unsere Hände, einfach nur mit den Händen wahrnehmen.

Wir brauchen zu Beginn offensichtlich noch etwas "Körperliches", um nicht ständig an all die Pläne und Vorhaben zu denken, die ständig in unsren Gedanken auftauchen.

Der zweite Grad stellt für mich eine Vertiefung dieser Praxis dar. Bei der Fernbehandlung etwa, keine zu geben, wenn der andere es nicht möchte oder darum gebeten hat, obwohl man es könnte, da der andere uns nicht wirklich daran hindern kann.
Bei der Mentalbehandlung halten viele Affirmationen genau deswegen als kontraproduktiv, weil darin eigentlich wieder eine Absichtserklärung enthalten ist. Der zweite Grad ist eine vertieftere Form sich der Absichtslosigkeit hinzugeben.

Die Meistereinweihung ist ein Schritt, bei dem man sein Leben genau diesem Ziel (das Erreichen von Absichtslosigkeit widmet), denn das Reiki, das ein Praktizierender mit dem zweiten Grad (und eigentlich auch ersten Grad) "gibt", ist kein anderes als das eines Meisters.
Dieser Schritt ist im Usui Shyki Ryoho mit einem sehr hohen Preis für die Einweihung verbunden. Phyllis Furumoto sagte dazu einmal, dass dieser hohe Preis, ein spiritueller Preis sei, der symbolisch für die Aufgabe aller weltlicher Güter steht. Nur wenige Menschen sind ohne weiteres bereit eine so große Summe in ihrem Leben auszugeben, ohne dafür auch einen materiellen Gegenwert zu erhalten. Und es ist ein wirkliches Paradoxon. Eine Absichtserklärung, sich der Absichtslosigkeit hinzugeben.

Da wir mit der Meistereinweihung ja aber nicht in ein Kloster eintreten, leben wir immer noch in einer Umgebung bzw. Welt, die uns immer wieder dazu führt, Absichten zu haben. Im normalen weltlichen Leben vollkommen absichtslos herumzulaufen ist schier unmöglich. Unsere Meisterschaft besteht sozusagen darin, dass wir eine Art Brückenglied darstellen. Wir können (oder sollten das zumindest können) sehr schnell aus diesem (sehr normalen) Zustand des absichtsvollen Handelns in den Zustand des absichtslosen Zustand wechseln. Wir verweilen dort nur nicht dauerhaft, wir pendeln hin und her und wir können ihn schon teilweise in unser von Handeln geprägtes Leben einfließen lassen. Wir haben uns (noch ?) nicht dazu entschieden, endgültig in dieser absichtslosen Haltung zu verweilen.
Die meisten von uns wären noch nicht mal in der Lage acht Stunden am Stück zu meditieren.

Eine Absicht - egal ob gut oder schlecht - ist immer noch eine Absicht. Und deshalb passt für mich dieses "etwas erreichen wollen" nicht zu Reiki. Jeder, der mit Reiki etwas erreichen möchte, hat es meiner Meinung nach noch nicht (ausreichend) gelernt Dinge geschehen lassen zu können, zu vertrauen und lediglich die Veränderung zu beobachten.

Die einzige Vereinigung, die ich kenne, die dieses Hingeben an die Praxis des Reiki tatsächlich noch als eine Hingabe beschreibt, ist die Alliance. Der erste Satz enthält in der englischen Fassung das Wort "dedicated" , die grammatikalisch allerdings schlechte deutsche Version benutzt "gewidmet" und es handelt sich (in beiden Sprachen) um eine Vereinigung von Meistern (eben jene Menschen, die die Absichtserklärung abgegeben haben "ihr Leben" dieser Praxis widmen).

Dies alles wurde vielfach schlecht übernommen/kopiert. So schließ die RAD schon alle Praktizierenden ein und spricht von "praktizieren und lehren". Und der RVD "versteht sich als Ansprechpartner für Reikpraktizierende aller Grade und lässt es auch gleich im zweiten Satz nicht unerwähnt, der zweitgrößte Verband Deutschlands zu sein.

Für mich ist es ein eklatanter Unterschied, ob ich mein Leben einer Praxis widme oder mich dieser hingebe, ohne eine weitere Absicht formuliert zu haben oder ob ich damit ein Ziel oder einen Zweck verfolge (außer den der Hingabe selbst).
Für mich wird es immer deutlicher, dass es sich gerade um diese Absichtslosigkeit handeln dürfte, die Usui als "ganzheitlich heilende" Wirkweise entdeckt hat, er hat aber genauso erkannt, dass die meisten Menschen nicht in der Lage sind, Absichtslosigkeit "einfach so" zu praktizieren.

Und genau deshalb machen für mich Reikimeister, Reikistile und Reikiverbände, die "etwas erreichen wollen" immer weniger Sinn ... je nach meinem "pesrönlichen Seienszustand" mal ein bisschen, mal überhaupt nicht.
Und genau deswegen passt es für mich auch nicht Reikimeister/- praktizierende als einen Beruf darzustellen. Juristisch ist jede wiederholte Tätigkeit, die den Lebensunterhalt sichern soll, eine berufliche Tätigkeit. Und das Urteil des BVerfG hat lediglich festgestellt dass die Ausübung des Gebens von Reikibehandlungen unter Einhaltung gewisser Formalien eben nicht gegen das Heilpraktikergesetz verstößt und somit der juristischen Definition eines Berufs entspricht.
Mittels dieses Urteils nun unter Reiki-Aspekten zu formulieren Reikipraktizieren sei ein Beruf, in dem man quasi ausgebildet werden oder in dem man einen Qualitätsmaßstab festlegen kann, ist für mich das größte Missverständnis, dem man in Bezug auf Reiki unterliegen kann. Wie will ich denn Hingabe messen ? Wie will ich Absichtslosigkeit messen ? Oder gar ein Zertifikat ausstellen ?
Eigentlich wäre dieses Thema schon wieder einen neuen Thraed wert, aber es passt haargenau auf deinen einen Teilsatz.

LG Kanji


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 Betreff des Beitrags: Re: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: Sa, 08.04.2017 14:17 
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Redaktion Reikiland
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Ich war der Ansicht, dass die Intention meines Beitrags klar wäre, da er sich komplett im Kontext "Reiki als Beruf" befindet. Da hab ich mich leider geirrt. Insofern habe ich den Satz nachträglich geändert:
"Wer mit Reiki beruflich etwas erreichen will".
Auf deinen Beitrag geh ich ansonsten nicht weiter ein, weil er aus meiner Sicht weitestgehend offtopic ist. Insofern überlege dir bitte, ob du die Inhalte woanders hinkopierst und eine neue Diskussion startest (dann aber bitte ohne mein aus dem Zusammenhang gerissenes und damit vollkommen verfälschtes Zitat), denn hier werde ich dann weitere Offtopic-Dinge und eventuell auch deinen obigen Beitrag einfach löschen.

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 Betreff des Beitrags: Re: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: Sa, 08.04.2017 16:12 
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Reiki-Laterne

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reiki-kanji hat geschrieben:
Und genau deshalb machen für mich Reikimeister, Reikistile und Reikiverbände, die "etwas erreichen wollen" immer weniger Sinn ... je nach meinem "pesrönlichen Seienszustand" mal ein bisschen, mal überhaupt nicht.
Und genau deswegen passt es für mich auch nicht Reikimeister/- praktizierende als einen Beruf darzustellen.


Hallo reiki-kanji,

wenn ein Reikimeister Schüler ausbildet und dafür Geld nimmt, dann ist es doch eine Dienstleistung und somit als Beruf anzusehen. Und wenn Reikipraktizierende für ihre Reikisitzung Geld nehmen, dann sieht es genauso aus. Als was würdest Du es denn sonst darstellen wollen?

Und bei ProReiki sind glaube ich nicht nur Reikimeister Mitglieder, da man auch schon mit dem ersten Reikigrad beruflich tätig sein darf im Sinne von Reikisitzungen geben. Von den RR-Leuten dürften jetzt eigentlich nur noch die lizensierten Reikimeister Mitglied sein. :think:

_________________
Liebe Grüße,
Emilie


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 Betreff des Beitrags: Re: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: So, 09.04.2017 11:39 
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Reiki-Feuer
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Frank hat geschrieben:
"Wer mit Reiki beruflich etwas erreichen will".


Hallo Frank,

ja .. der Beitrag ist ins OT gerutscht, aber ganz ehrlich, ich wüsste nicht, wohin ich ihn verschieben könnte. Hast du einen Vorschlag ?
Und nur, weil etwas nicht "ganz" passt gleich löschen ? Nun gut...

Ich denke aber, dass der Post gerade durch deine nähere Erläuterung (siehe das Zitat hier) wieder sehr gut passt.

Ich formuliere es mal so: Nur wer mit Reiki beruflich etwas erreichen will, braucht (vielleicht)einen Berufsverband. Ohne dieses "Erreichen-Wollen" wäre ein solcher Verband vollkommen überflüssig. Und selbst ohne diesen Verband, kann man ja beruflich etwas mit Reiki erreichen.
Nur dann eben komplett eigenverantwortlich, was ja eigentlich im Sinne von Reiki ist .....

@Emilie

Emilie, ich habe es so gelernt, dass man mit dem ersten Grad eben gerade noch kein Geld verdienen sollte. Ja ... man kann Freunde, die Familie, Bekannte behandeln, aber da man das Wissen und die Erfahrungen des zweiten Grades noch nicht hat, wäre es unseriös, sich dies bezahlen zu lassen.
Würdest du einen Menschen, der Klempner oder Kfz-Mechaniker "lernt" und der vielleicht gerade dabei ist ein Gespür dafür zu entwickeln, wie man Zange, Schraubendreher oder andere Werkzeuge benutzt, dein Auto anvertrauen und sagen "mach mal die Bremsen" oder "installiere mit in meinem (z.B.) Neubau die komplette Wasserinstallation" ?
Wenn du das tust, gehst du ein richtig hohes Risiko ein, denn wenn die Bremsen dann nicht funktionieren, wie sie sollen, was dann ? Wolltest du mit einem solchen Auto fahren ?

Zu der Sache mit dem Beruf gilt es meiner Meinung nach wirklich gut hinzuschauen, ob wir über ein juristisches Kriterium sprechen oder eher über den Aspekt, den Reiki selbst in sich trägt.
Das BVerfG hat ein Urteil gefällt, weil ein Reikimeister eine Abmahnung dahingehend erhalten hat, dass er (angeblich) gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen habe (also eine Tätigkeit in einem Heilberuf ausübt). Da die Praktik als Heilberuf aufgrund bestimmter Kriterien verneint wurde, wurde gesagt, dass es einem Berufsverbot gleichkäme, würde man einem Reikimeister das Ausüben seiner Tätigkeit verbieten. Es wurde nicht gesagt, dass Reiki die Anforderungen eines "Lehrberufs" oder ggf. andere berufsrelevante Kriterien erfüllt.
Das ist die juristische Seite. Und das macht es auch in Sachen der Klage WL so schwierig. WL tut juristisch nichts, was er nicht darf. Er darf Reiki praktizieren, er darf dafür Geld verlangen, er darf auch seinen Stil lizensieren lassen und er darf auch seinen Stil so "geschlossen" halten, wie er es jetzt tut.

Dies sagt aber nichts darüber aus, wie es unter den reinen Reiki-Aspekten betrachtet werden kann oder soll.
Unter Reiki-Aspekten, soll man erst dann Geld für Reikibehandlungen verlangen, wenn man das komplette "Handwerkszeug" zusammen hat, also ab dem zweiten Grad. Und man soll es erst lehren, wenn man Reiki in seine innere Haltung so umfassend wie möglich integriert hat. Sollte es nun so sein, dass, wie oben beschrieben, auch die Absichtslosigkeit ein wichtiger Aspekt von Reiki ist, dann würde sich daraus ergeben, dass ein Reikimeister aktiv nichts dafür tut, um seine Schüler zu finden, sondern sich von seinen Schülern finden lässt, beispielsweise dadurch, dass er eine bestimmte Ausstrahlung hat, von denen sich andere angezogen fühlen.
Diese Integration dauert von Mensch zu Mensch unterschiedlich lange und sorgt vielleicht von Seiten des Meisters dazu, dass man in bestimmten Situationen nicht lehrt bzw. dass man seine Reikitätigkeit nicht soooo publik macht.

So entsteht im Grunde genommen gerade durch das, was WL getan hat, ein innerer Konflikt bei PROReiki, für den erst mal eine Lösung gefunden werden will. Und meine Fragen sind eben auch nicht gerade "bequem". Denn wenn man vielleicht gerade keinen Qualitätsstandard festlegen kann, was sollte PROReiki denn dann machen ?
Den einen gehen die Regelungen von PROReiki jetzt schon zu weit, andere halten sie noch für unzureichend.

Und ich will hier auch gar keine Lösungen dieses Problems erzwingen, ich halte es lediglich für richtig, dass man diese aufzeigen darf.
Vielleicht gibt es zu diesem Zeitpunkt noch keine hinreichende Möglichkeit diesen inneren Konflikt zu lösen ....
Aber das wäre jetzt auch das, was PROReiki für sich selbst tun könnte.

LG Kanji


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 Betreff des Beitrags: Re: PROReiki ... auch in Bezug zu RR
BeitragVerfasst: So, 09.04.2017 21:07 
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RVD
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Reiki-System: Reiki nach Usui
Frank hat geschrieben:
Wie schon geschrieben: Für mich ist 2017 ein Scheidejahr. Sollte ProReiki bis Ende des Jahres im Kontext RR-Lizenzierung ein gescheites Profil als Berufsverband zeigen, beim nächsten Kongress endlich eine engagierte Person mit sinnvollen Qualifikationen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gewinnen können, bin ich glücklich. Wenn nicht, denke ich ernsthaft über meinen Austritt nach.


AHA! Reisende sollte man bekanntlich nicht aufhalten. :knuddel:

Ich bitte an dieser Stelle allerdings um etwas mehr "Input"!

Was sollte denn ProReiki Deiner Meinung nach in Bezug auf RR-Reiki tun?????
RR-Reiki ist im Berufsverband anerkannt.
RR-Reiki - ist als Reiki-Stil bei ProReiki charakterisiert.
Jeder RR-Reiki Praktitizerender hat die Möglichkeit - sich z.B. über die Mitgliederversammlung - auf Vorschlag aus dieser heraus - in den Rat wählen zu lassen.
In der Folge ist auch eine Position im Vorstand möglich.

Es ist ProReiki nicht möglich, zu Prozessen die Walter betreffen Stellung zu nehmen. Hierzu besteht kein Anlass. Walter hat den Verband auf eigenen Wunsch verlassen.

Wir wollen doch bei den Fakten bleiben. Oder?

Warum denkst Du, dass der Posten der Öffentlichkeitsarbeit nicht adäquat besetzt ist?
Woran machst Du das fest?

WO liegt jetzt das Problem? Ich verstehe es grad nicht und erbitte eine Erklärung, lieber Frank!

_________________
Gruß Regina

* Ich fühle das LICHT, das aus dem HERZEN kommt! *


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