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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: So, 22.01.2017 16:43 
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Redaktion Reikiland
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reiki-kanji hat geschrieben:
Um nun weiter als Schornsteinfeger seinen Lebensunter halt zu verdienen, gibt es nun eigentlich nur noch die Möglichkeit, bei der Bevölkerung dafür zu werben, mehr Kamine in ihren Wohnungen installieren zu lassen.
Und da stelle ich dann einfach die Frage, macht das Sinn ?

Du beschreibst den sogenannten Schweinezyklus, der ist völlig normal. Natürlich ist es Quatsch, Leuten etwas verkaufen zu wollen, was sie nicht brauchen. Aber das ist jedem selbst überlassen. Du als Verbraucher entscheidest, ob du irgendwas mitmachst oder nicht. Man kann mit einem Messer Brot schneiden oder einen Menschen töten, deshalb ist das Messer nicht schlecht. Verantwortlich ist die Hand, die es führt. Ebenso ist es beim Marketing.
Ansonsten geht es beim Schweinezyklus um Flexibilität: Wenn ich eine Ausbildung gemacht, aber keinen Job finde, muss ich mir was anderes suchen. So ist das Leben. Und gerade spirituell gesehen ist es eine gute Aufgabe :)

Ansonsten hat jegliches seine Zeit. Seit vielen Jahren gibt es das WWW, seit einigen Jahren Social Media. Es sind Kanäle, Möglichkeiten, Werkzeuge. Dort kann Schönes geschehen oder Furchtbares. Es hängt stets von den Menschen ab, die es nutzen, wie sie es nutzen. Nicht mehr, nicht weniger.
Wenn ich als Reiki-Meister will, dass Menschen zu mir finden, muss ich auffindbar sein. Sich in einer kleinen Hütte im tiefen Wald verstecken und sagen "es sollen mich nur die wirklich finden, die mich finden sollen" ist nur dann ein sinnvolles Konzept, wenn man damit zufrieden ist, wenn alle Schaltjahre mal ein Pilzsammler einen findet ;-) Wenn ich aber wirklich Menschen erreichen will, muss ich auf den Marktplatz gehen. Was nicht zwangsläufig bedeutet, seine Ideale zu verraten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: Mo, 23.01.2017 21:24 
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Reiki-Feuer
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Frank hat geschrieben:
Natürlich ist es Quatsch, Leuten etwas verkaufen zu wollen, was sie nicht brauchen. Aber das ist jedem selbst überlassen. Du als Verbraucher entscheidest, ob du irgendwas mitmachst oder nicht.


Also dass es für diesen Effekt einen Namen gibt, wusste ich nicht ... und mit Schweinen hätte ich es wohl auch zuallerletzt in Verbindung gebracht. :megagrins:

Ich denke, so weit weg in Bezug auf Marketing bin ich von dir und Lamia aber gar nicht.
Natürlich soll man auf sich aufmerksam machen können und sagen, was man anbietet.

Das entgegengesetzte Extrem von gar nichts machen, ist eben das, was man heutzutage in jeder Verbraucherschutzsendung oder - Zeitschrift findest. Verbrauchertäuschung.

Wenn der Verbraucher informiert ist, kann er entscheiden (auch bei Reiki).
Aber bei all den verschiedenen Geschichten, die da derzeit alle unter "Reiki" angeboten werden, ist das immer mühsamer.
Und für viele Berater steht dann ja auch schon fast fest, dass jeder Reiki braucht. Die Entscheidung ernsthaft zu erwägen, für jemanden könnte eventuell etwas ganz anderes passend sein, würde ja dazu führen, dass sie jemandem kein Reiki geben oder ihn in Reiki einweihen könnten und damit ihre Lebensgrundlage schmälern könnten.

Eine der absolut überflüssigen Versicherungen z.B. ist eine Kfz.-Insassenversicherung. Denn wenn ein Insasse bei einem Unfall durch dich zu Schaden kommt, ist dies bereits in der Kfz-Haftpflicht mit abgedeckt.
Trotzdem verkaufen "Versicherungsberater" gerade diese Versicherung besonders gern. Bei denen stellt sich dann auch nur die Frage, bei welchem Unternehmen die abgeschlossen wird.

Derzeit fangen die Menschen an, sehr darauf zu achten, wofür sie ihr Geld ausgeben, weil sie eben auch nicht mehr soviel haben bzw. verdienen wie früher.
Und die Menschen fangen an, mittlerweile richtig schön genervt auf Mogelpackungen und andere Über-den Tischziehereien zu reagieren.
Und sie informieren sich zumindest auch schon umfassender.

Also könnte sich dieses "Problem" auch gemäß dem Schweinezyklus lösen ... wie wahrscheinlich so ziemlich alles. :D
Aber ich finde es eben nicht schön, wenn Menschen, die eh auf das Vertrauen eines Beraters hoffen, noch nicht mal mehr die Mechanismen erkennen können (oder nur sehr schwer), mit denen sie beschubst werden.

Und wenn diese Diskussionen hier irgendjemandem dabei helfen, sich noch ein bisschen besser zu informieren, ist ja auch schon ein guter Zweck erfüllt.

LG Kanji


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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: Di, 24.01.2017 15:37 
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Reiki-Kerze
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Ja, Kanji, da hast du recht.

Aufklärung und Information ist das, was man tun kann, um Menschen zu erreichen, und sie gleichzeitig in ihrem Recht auf freie Entscheidung unterstützen.

Das ist eine gute Art von Marketing - m.E. die beste.

Niemand kann einem anderen die Entscheidung abnehmen, was er wählt.
"Wahrnehmung" ist immer mehr gefragt. "Aufmerksamkeit" - was wähle ich? ...
"Schnell schnell" war gestern.
Und klar, ein Verkäufer kann am Nordpol Kühlschränke verkaufen. Wo steht aber, dass er das MUSS?
Siehe oben: dann geht er halt in eine Gegend, wo es sinnvoll ist, einen Kühlschrank zu haben- solche Gegenden soll es auch geben, oder verkauft Heizsysteme. Und das tut dann auch nur derjenige, in dessen Job dem es um "Verkauf" geht. Ein wirklich guter Verkäufer, würde das so handhaben, aus meiner Sicht, denn ihm geht es nicht nur um Beratung, und die besten Produkte für seinen Kunden, nicht nur um Gewinnoptimierung.

Als Reikilehrer ist man grundsätzlich auch kein Verkäufer, ich verstehe das eher als "Dienstleister".
Das sollte mancher sich mal vergegenwärtigen...

So etwas Altmodisches wie "Ethik", soll auch helfen, wenn man in der Position ist, etwas anzubieten, was Menschen dient.

Für mich gehört dazu z.B. (aus einem Text von Camdra Skadé) >>In dieser besonderen Zeit der Geschichte nimm nichts persönlich, am allerwenigsten dich selbst. Denn in dem Moment, wo wir das tun, käme unser inneres Wachstum und unsere Reise [...auf dem Fluss des Lebens...] zum Stillstand.<<

Insofern ist tasächlich die Frage: wieviel Öffentlichkeit brauchen meine Angebote?
Es gibt einige Fragen, die sich jeder, der Mneschen etwas anbietet, immer wieder stellen kann: Ist es wahr? Ist es freundlich? Dient es dem Leben? (und damit nicht nur dem einzelnen Menschen, sondern dem geamten Lebenssystem)

In diesem Sinne: allen einen wunderbaren Tag mit vielen "JA"s
Lamia


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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: Di, 24.01.2017 22:25 
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Reiki-Feuer
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Hallo Lamia,

ob das, was ich hier jetzt schreibe genau hierher gehört, weiß ich nicht genau, aber da es in die Richtung geht, die ich meine, schreibe ich es mal hier hin.
Ich habe gerade das Buch "Reiki Startup" gelesen, das hier empfohlen wurde, insbesondere für den Bereich, wenn sich jemand mit Reiki selbstständig machen möchte.
Dieser Bereich des Buchs scheint auch sehr gut gelungen, wobei ich dennoch raten würde, auch noch individuelle Informationen einzuholen (also zumindest ich kann nicht beurteilen, ob man sich da noch umfassender "kümmern" muss).

Allerdings bin ich in diesem Buch auch über Aussagen gestolpert, die nicht richtig, aber von rechtlicher Relevanz sind.
Zwei davon möchte ich hier mal aufgreifen.

Es wird in dem Buch auch die rechtliche Stellung eines Reikibehandlers hingewiesen und richtigerweise gesagt, dass man mit Reiki nicht in einem Heilberuf arbeitet.
Irgendwann, mitten im Text, kommt dann aber eine Aussage, die sinngemäß besagt, dass es jedem Reikibahandler selbst obliegt zu entscheiden, ob ein Klient an einer Krankheit leidet.
Dies ist nicht korrekt.
Ob eine irgendwie geartete Beeinträchtigung eines Menschen einen Krankheitswert besitzt, entscheidet ein Arzt, allenfalls noch ein Heilpraktiker, denn diese Personen arbeiten in einem Heilberuf und mussten dafür eine oder mehrere mehr oder minder schwierige (Über-)Prüfungen hinter sich bringen.
Keinesfalls kann ein Reikibehandler selbst entscheiden, ob er etwas, das sein Klient schildert, als Krankheit ansieht. Es wird höchstens andersrum ein Schuh draus. Wenn der Klient angibt, er sei gesund, kann man dies zunächst als Grundvoraussetzung annehmen, da es Reikibehandlern eben gerade nicht gestattet ist, Diagnosen zu erstellen oder auf eine Diagnose bezogen zu behandeln.
Gerade das macht es aber Reiki-Stilen schwer, die sich auf die Fahne geschrieben haben, überwiegend auf der körperlichen Ebene arbeiten zu wollen.

Wenn ich also ein "beratendes Buch" lese, einen Ratgeber sozusagen, und dann darin falsche Aussagen finde, wie soll ich denn dann die Qualität der Beratung einschätzen ? Dann muss ich mich doch fragen dürfen, wie gut ist denn dieser Berater, der da, weil er ja vielleicht mit Reiki seinen Lebensunterhalt verdienen möchte, in eine bestimmte Richtung berät. Ist der objektiv oder will er bestimmte Dinge gar nicht sehen, weil dann sein Gesamtkonzept nicht mehr aufgeht ? Und stecken in diesen Buch dann noch mehr Fehler, die ich vielleicht nicht erkennen kann, weil ich mich um diesen Bereich bislang noch nicht gekümmert habe ?

Der zweite Punkt dreht sich um die Frage, als was man sich denn, wenn man sich beim Finanzamt oder Gewerbeamt anmelden möchte, bezeichnen sollte.
Da werden dann wieder allerlei an Begrifflichkeiten angeboten und hin- und hererwogen, die alle nur eines verhindern sollen: in einen Bereich eingruppiert werden, die nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen und bestimmte steuerlichen Konsequenzen mit sich bringen.
Und das, obwohl die letztendliche Entscheidung dann durch die beteiligten Behörden getroffen werden.

Fast alles in diesem Buch, was sich nicht auf den Bereich wie Anmeldung bei Ämtern, Versicherungen, Rentenversicherung etc. bezieht, enthält viele Halbwahrheiten und Unrichtigkeiten sowie Praktiken, die für mich, die dies alles in Bezug zu Usui Shiki Ryoho setzt, ein No-go sind.

Und diese Erfahrung mache ich eben auch des Öfteren in allen möglichen Bereichen. Da wollen Leute in einem Bereich beraten, und können oder wollen es offenbar nicht korrekt.
Und eben das ist auch etwas, was ich bei bestimmten Marketing-Strategien auch vorfinde.

Und worum geht es denn bei Reiki ? Es geht doch gerade darum selbst seinen Weg zu gehen, sich selbst um die Themen zu kümmern, die auf diesem Weg liegen, sich selbst in die Lage zu versetzen, vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Ich finde es schon richtig, jemandem die Punkte zu nennen, auf die er achten sollte. Aber ich muss nicht den Weg für alles und jedes gleich komplett ebnen.
Wir leben in einer Zeit, in der sich viele Menschen gern den Popo hinterhertragen lassen, gleichzeitig wird darüber gejammert, dass man sie als unselbständige Menschen behandelt.
Genauso leben wir auch in einer Zeit, in der die Menschen viele Rollen gleichzeitig möglichst perfekt ausfüllen sollen, was sie manchmal an den Ran ihrer Kräfte bringt.
Eine berufstätige Mutter bekommt nicht überall eine Halbtagsstelle angeboten und wenn, dann wird nur wenig Rücksicht auf den Umstand genommen, dass sie, wenn sie dann nach Hause kommt, noch lange nicht Feierabend hat.

Und viele Menschen scheinen zu hoffen, dass sich bei einer Methode, die mit "Licht und Liebe" arbeitet, um etwas handelt, dass ihnen ihren Lebensunterhalt sichern kann, obwohl es immer mehr Reikipraktizierende gibt, die das aus guten Gründen lediglich nebenberuflich tun (was dann in diesem Buch als "Hobbypraxen" und Konkurrenz bezeichnet wird).

Beim Vermarkten wird meiner Meinung nach die von dir angesprochene Ethik sehr häufig in den Hintergrund gerückt und je "aggressiver" vermarktet wird, um so mehr scheint diese auf der Strecke zu bleiben.
Und irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Menschen gerade wieder nach dieser verlorengegangenen Ethik oder vielleicht auch Moral suchen. Die Zukunft wird zeigen ob sie wiedergefunden wird .... und wo. :)

LG Kanji


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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: Do, 26.01.2017 18:24 
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Redaktion Reikiland
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Kritik an dem Buch am besten hier als Kommentar posten: https://www.reiki-land.de/rezensionen/b ... artup.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: Do, 26.01.2017 21:33 
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Reiki-Feuer
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Hallo Frank,

ich hatte schon Sonka gefragt, ob es hier im Forum eine solche Möglichkeit gibt, oder wo sie zu suchen wären, aber darauf sind wir irgendwie nicht gekommen. :D

LG Kanji


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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: Do, 26.01.2017 21:56 
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Ja, an die Rezensionen habe ich nicht gedacht, ich hatte hier im Forum nach einem Thread geschaut, in dem über Reiki-begleitende Literatur schon mal gesprochen wurde. Idee dabei: es geht ja nicht in erster Linie um eine Rezension, sondern um einen Austausch oder ein Gespräch über Bücher, die die Reiki-Arbeit begleiten.

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And those who were seen dancing were thought to be insane by those who could not hear the music. ― Friedrich Nietzsche


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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: Do, 26.01.2017 22:34 
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Reiki-Feuer
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Hallo Sonka,

ja ... das wäre eigentlich auch meine Idee gewesen.
Einfach nur was über ein Buch schreiben (im Sinne einer Rezension) war nicht mein Anliegen.
Vielleicht haben es ja auch andere gelesen, die einiges gut, anderes nicht so gut finden.

Und eigentlich ist durch die derzeitig häufig bedienten Themen ja eher auch eine Diskussion über Ethik und Moral bei Reiki entstanden ist ... eigentlich ein ganz schön heftiges Thema.

LG Kanji


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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: Fr, 27.01.2017 12:51 
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Reiki-Kerze
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Ihr Lieben, liebe Kanji
Diskussionen über Ethik und Moral mögen vielleicht heftig erscheinen... aber sind sie das wirklich?
Für mich gehören sie notwendigerweise in viele Lebensbereiche, in Marketing und Reiki auf jeden Fall auch.
Vielleicht erscheinen solche Diskussionen eher unbequem, weil der "Licht-und-Liebe-Anspruch (den ich übrigens wunderbar finde) leider auch manchmal damit einher geht, kritische Auseinandersetzungen zu vermeiden. Aus meiner Sicht ist es jedoch absolut notwendig, Dinge zu hinterfragen und zu besprechen. Und gerne auch kontrovers - warum nicht?

Wenn ich in einer Diskussion, auch und gerade über Spiritualität, keine anderen Wege finde, als verbal um mich zu schlagen, sollte ich vielleicht gerade meine spirituelle Methode/ Praxis intensivieren und /oder zusätzlich Methoden der wertschätzenden respektvollen Kommunikation lernen.

@Kanji: Ich empfinde die Diskussion mit dir, als interessant, zunehmend wertschätzend und genieße es, deine Sichtweisen und Impulse kennen zu lernen.

Zum Thema des Buches über Marketing:
Jede Aussage, die getroffen wird, ob schriftlich oder verbal, ist immer subjektiv, m.E.
Ob eine falsche Infomation ein Buch nun insgesamt unglaubwürdig macht, hängt für mich von verschiedenen Faktoren ab:
Mit welchem Anspruch ist der Verfasser unterwegs?
Was ist seine Absicht mit dem Buch?
Was sind seine Quellen und wie aktuell sind die?

Klar, du darfst das Buch nicht nur hinterfragen, sondern du solltest es sogar :wink:

Ob man tatsächlich von Metoden, die mit "Licht und Liebe" arbeiten, leben kann...?
Ja, ich glaube schon.
Aber ich glaube auch, dass dafür viel Arbeit notwendig ist. Und nicht nur direkt in dem Bereich, sondern auch im Bereich der persönlichen Entwicklung, im Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation, im Bereich des Marketings, der Außenwirkung usw... etc...

Ich kann mir vorstellen, das ein Teil des Problem darin liegt, dass sich der Glaube, mit irgendeiner Sache schnell Geld verdienen zu können, so hartnäckig hält.
Dafür sind Methoden wie Reiki, alternative Heilkunde, etc. besonders anfällig, weil nicht konkret überprüfbar.

Jeder Beruf, von dem man leben kann, braucht eine fundierte Ausbildung (d.h. definitiv mehr ein oder zwei Wochenenden), und jede Menge Praxis, Fortbildungen - das dauert in der Regel Jahre. Und da ist es erst einmal schnurzegal, ob es sich dabei im Reiki handelt oder um einen Handwerksberuf.

Ja, und ich stimme zu, dass vielleicht manche meinen, dass es Abkürzungen gibt (du nennst es "sich den Popo hinterhertragen lassen").
Bei fundierten Angeboten der spirituellen Praxis, wo ich jetzt Reiki mal einordne, wird Inhalt vermittelt und Raum für Entwickluing geschaffen. Und dann geht es weiter darum, was jede/r bereit ist, zu investieren. Zeit, Arbeit, Unbequemlichkeiten, Geld, Freizeit... Und wenn dann die Voraussetzungen stimmen, auch solides Marketing, mit dem Zweck auffindbar zu sein. Dann brauche ich weder Lizensierung, noch agressive Marketingmethoden...

Einen schönen Start ins Wochenende :bussi:


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 Betreff des Beitrags: Re: Reiki und Marketing
BeitragVerfasst: Fr, 27.01.2017 23:12 
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Reiki-Feuer
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Reiki-System: Usui Shiki Ryoho
Liebe Lamia,

ich kann dir in all dem, was du in deinem letzten Post geschrieben hast, voll zustimmen.
Und auch ich empfinde die Unterhaltung hier mit dir als sehr angenehm.

Zum Thema Moral und Ethik habe ich mich gefragt, ob es nicht genau das ist, wovon sich viele Menschen ein bisschen mehr wünschen.
Ganz allgemein fühlen sich viele Menschen offenbar verunsichert, weil es derzeit viele gesellschaftspolitische Phänomene gibt, die Anlass zur Sorge geben ("gerade heute sorge dich nicht"). Und damit meine ich nicht sie großen Dinge (wie z.B. das, was sich gerade bei VW anspielt oder Islamismusdebatten)), sondern die vielen kleinen.
Ein Beispiel: noch in meiner Elterngeneration wurde es durchweg als normal angesehen, dass man einen Beruf erlernte und in diesem auch tätig bleiben konnte und in meiner Großelterngeneration war es sogar noch so, dass viele ein Leben lang in der Firma, in der sie ihre Ausbildung machten übernommen wurden und es als Glück und manchmal sogar als Ehre empfanden, wenn sie dort bis zu ihrer Verrentung bleiben konnten.
Heute bekommen die Menschen gerade mal einen Dreijahresvertrag angeboten ... oder ähnliches. Und so wird es dann schwierig, wenn man an Familienplanung denken möchte.
Einer Doku zufolge, gibt es derzeit eine Menge Hochschulprofessoren, die gerade mal für ein Semester "gebucht" werden und etwa neunhundert Euro im Monat verdienen, wohingegen dummschwätzende Hochleistungssportler ein paar Millionen Euro im Jahr verdienen und sich Blogger, die außer für etwas Werbung zu machen, noch nichts wirklich "Produktives" zustande gebracht haben, eine goldene Nase verdienen.

Es geht mir hier nicht darum, dass ich es diesen Menschen nicht gönne. Es geht mir darum, dass mittlerweile der Eindruck entsteht, wer nicht in der Lage ist, soviel Geld zu verdienen wie er sich vorstellt, sei entweder dumm oder krank.
Wer heutzutage in einem vollkommen durchschnittlichen Beruf arbeitet, muss sich oftmals an den Leistungen, die Roboter oder Rechner erbringen können, messen lassen. Es ist oft nicht mehr so, dass die Maschine den Menschen unterstützt, sie gibt das Arbeitstempo vor, und wer nicht mithalten kann, bekommt seinen Vertrag eben nicht verlängert und steht ohne Broterwerb da.

Die zunehmende Vereinsamung vieler Menschen ist ein weiterer "Unwohlfühlfaktor". Viele Singles, viele alleinstehende ältere Menschen ....
Und all diese Menschen, die sich nun möglicherweise auf eine spirituelle Suche begeben, fühlen sich ja nicht "krank" oder "daneben", wie es ihnen häufig einzureden versucht wird, die empfinden diese Gesellschaft als krank(machend).

Ich denke nicht, dass sie Berater brauchen, die ihnen wieder irgendwie nahelegen, sie könnten ja alles erreichen, wenn sie nur wollten; die wieder in die Kerbe schlagen (wenn auch sehr sanft), bei diesem Menschen wäre etwas nicht in Ordnung. Genau dieses Gefühl kann nämlich den Frust, den diese Menschen verspüren, noch verstärken (gerade heute ärgere dich nicht, wird dann irgendwann mal schwierig).

Wenn solche gefrusteten Menschen zusammentreffen und sich einfach mal gegenseitig zuhören (d.h. ihren "seelischen Müll" einfach mal vor allen auf den Teppich kippen) , sind die häufig sehr erleichtert, wenn sie merken, dass andere sehr ähnlich fühlen, wie sie selbst. Und das ist es auch vielfach, was ihnen den Druck nimmt.

In dem genannten Buch wird darauf hingewiesen, dass man zu den Kosten für die eigentliche Reikibehandlung auch noch die Kosten für das anschließende Gespräch mit einrechnen müsse oder sich dieses Gespräch extra bezahlen lassen müsse, damit man ein vernünftiges Einkommen erzielen könne.
Das ist aus "kaufmännischer" Sicht vollkommen richtig gedacht, aber es bezieht nicht mit ein, dass die Menschen, die sich z.B. dann Reiki zuwenden, ein feines Gespür für dieses "sich etwas bezahlen lassen" haben. Wenn solche Menschen sich wirklich schlecht fühlen, könnten sie sich auch von ihren Arzt eine Psychotherapie verschreiben lassen ... nur sie fühlen sich ja auf der Ebene nicht krank und sie würden das wieder als eine bezahlte Leistung empfinden.
Diese Menschen suchen insbesondere zu Beginn häufig nach einem Menschen (oder auch einer Gruppe), der/die ihnen um ihrer selbst willen Zeit zu schenken bereit ist, weil es genau das ist, was in unserem heutigen Leben durch all die Hektik und dem Hinterherjagen nach Geld und Ruhm zu kurz kommt.

Noch ein Wort zum Marketing, insbesondere zu WL. Wenn er, wie hier so viele bestätigen, alles vermarkten könnte und darin richtig gut sei, und wenn ihm das auch Spaß macht, dann wäre es doch einfach konsequent, wenn er statt viel Geld in ein Lizensierungsprogramm zu stecken, davon eine kleine aber feine Marketingfirma gegründet hätte. Diese Firma hätte er dann ja nach den Grundsätzen, die er alle in seinem Reikistil lehrt führen können. Es wäre also andersherum ein Schuh draus geworden ... nicht Reiki vermarkten, sondern eine Marketingfirma, die auf Reiki-Grundsätzen basiert. Hört sich für mich nach einem sehr spannenden Projekt an.
Er würde sich dann zwar erst mal auf dem Markt behaupten müssen, aber wenn es tatsächlich so ist, dass man mit dem, was man wirklich gern macht auch erfolgreich ist, hätte er doch gute Chancen, seine "Lücke" zu finden.

Ich denke, die Menschen suchen in diesen hektischen Zeiten nach ein bisschen mehr Wohlwollen und Verlässlichkeit und möchten etwas menschlicher behandelt werden, als es vielerorts an der Tagesordnung ist.

Auch von mir ein schönes Wochenende euch allen
Kanji


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