Barbara Maria Piel: Reiki-Symbole, Bodhisattvaweg und Zen-Grade

Piel: Reiki-Symbole, Bodhisattvaweg und Zen-GradeSynergia Verlag, Neuauflage 2007, 117 S., 12,90 €

Das kürzlich erschienene Buch von Barbara Maria Piel beschäftigt sich mit Reiki, Buddhismus bzw. Zen sowie der Verbindung zwischen Reiki und Zen-Buddhismus. Es richtet sich an Reiki-Praktizierende, die mindestens in den zweiten Reiki-Grad eingestimmt sind und ihr Wissen über die Symbole vertiefen möchten.



Der Reiki-Weg von Barbara Piel begann im westlichen Reiki-Stil. Später besuchte sie Fortbildungen bei Don Alexander, Frank Arjava Petter und ließ sich 2006 von Hiroko Kasahara und Josef Hilger in Gendai Reiki-ho unterweisen. So konnte sie die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Schulen in ihrem Buch berücksichtigen und für ihre Erkenntnisse nutzen.

In der Einleitung spricht die Autorin grundlegende Themen im Zusammenhang mit Reiki an, und schon die ersten Seiten halten einige kleine Perlen bereit, die zeigen, dass Barbara Piel ein tiefes Verständnis von Reiki hat. Dabei beschreibt sie auch ihren inneren Konflikt bezüglich der Frage, ob sie die Reiki-Symbole in ihrem Buch veröffentlichen soll oder nicht. Sie begründet ihre Entscheidung, die Symbole doch zu veröffentlichen, damit, dass dieses Tabu bereits von einigen anderen Autoren gebrochen worden sei und dass die Symbole mittlerweile auch im Internet zu finden seien. Für mich nicht unbedingt eine nachvollziehbare Begründung – denn allein die Tatsache, dass andere etwas Bestimmtes getan haben, macht meine eigene, persönliche Entscheidung bezüglich dieses Tuns bzw. des Unter- lassens dieses Tuns nicht hinfällig. Klar ist aber auch, dass, hätte sie die Symbole weggelassen oder die Namen der Symbole nicht genannt, einiges an Informationen gefehlt hätte, worauf sie in ihren reflektierenden Texten aufbaut. Der Autorin ist es trotzdem wichtig zu betonen, dass die Übermittlung der Symbole durch einen Reiki-Lehrer, dessen Begleitung dabei sowie die eigene theoretische und praktische Auseinandersetzung mit den Symbolen unerlässlich ist.
Barbara Piels Bestreben, sich mit dem Thema Reiki und Zen auseinander zu setzen, begann, als nach der Einweihung in den zweiten Grad das Gefühl in ihr entstand, dass ihr die Bedeutung der Reiki-Symbole nur ungenügend klar sei. Hierzu schreibt sie: “Der innere Reichtum dieser Heilmethode schien nicht mitüberliefert worden zu sein, sondern er eröffnete sich in der Selbsterfahrung wohl nur dem, der sich die Mühe machte, zutiefst in sein Innerstes einzudringen und das Erfahrene mit allen angenehmen wie auch unangenehmen Konsequenzen zu leben.” (S. 10)

Nachdem sie anfangs die Geschichte von Mikao Usui erzählt hat, schreibt sie im Weiteren über die Geschichte von Gautama Buddha, gibt eine allgemeine Einführung in den Buddhismus, beschreibt dann den Shinto- und Japanischen Buddhismus genauer und geht schließlich über zu einer Beschreibung des zehnstufigen Bodhisattvaweges und des Zen. Jemand, der sich auf den Bodhisattvaweg begibt, so Piel, übt sich “in den 10 Tugenden der Gebefreudigkeit, der Sittlichkeit, der Geduld, der Willensstärke, der Meditation, der Weisheit, der Geschicklichkeit in der Methode, des Gelöbnisses, der Kraft und des Wissens.”(S. 27) Später geht sie noch genauer auf diese zehn Tugenden ein und kommt zu dem Schluss, dass, wenn wir mit Reiki arbeiten, wir zum Glück nicht alle Stufen des Bodhisattvaweges verwirklicht haben müssen, dass aber jeder Reiki-Grad ein großes Potenzial in sich birgt, auf dem zehnstufigen Bodhisattvaweg voranzuschreiten.

Im Weiteren folgen eine allgemeine Einführung in die Geschichte und Besonderheiten der japanischen Schrift und Sprache sowie ein spezielles Eingehen auf die einzelnen Reiki-Grade, Symbole und Mantren sowie ihr Verständnis der Reiki-Lebensregeln.

Die Bedeutungen der einzelnen Schriftzeichen bzw. Namen der Reiki-Symbole erläutert die Autorin u. a. unter Zuhilfename eines einfachen Japanisch-Deutsch-Zeichenwörterbuches, wodurch diese für jeden, der ein solches Wörterbuch besitzt, nachvollziehbar sind. Im Falle des ersten und zweiten Symbols kommt die Autorin zu anderen Zeichenkombinationen als Walter Lübeck und Mark Hosak in ihrem “Großen Buch der Reiki-Symbole”. Dabei stellt sie ihre Kombinationen denen von Lübeck/Hosak gegenüber und kommt zu dem Schluss, dass beide Versionen im Wesentlichen die gleichen Grundaussagen beinhalten und in ihren Bedeutungen einen Konsens bilden.
Im hinteren Teil des Buches diskutiert die Autorin den heutigen Umgang mit Initiationen, macht einen Abstecher in Richtung geistige Heilung und verbindet dabei die Ansichten des geistigen Heilers Tom Johanson mit Reiki. Das Buch schließt mit einer Beschreibung ihres persönlichen Werdegangs ab.

Barbara Piel gelingt es, ihr Werk klar zu gliedern und die Kapitel bauen in für mich angenehmer Weise aufeinander auf. Insbesondere Buddhismus-Interessierte, die noch am Anfang stehen und denen das umfangreiche Werk von Walter Lübeck und Mark Hosak (“Das große Buch der Reiki-Symbole”) zu komplex ist, finden hier einen verständlichen Einstieg in die Philosophie, die wohl Mikao Usuis Denken und Handeln beeinflusste und die zum Verständnis der Reiki-Symbole beiträgt.
Aufgrund der Ausbildungen und Fortbildungen der Autorin in den verschiedensten Richtungen des Usui-Systems ist davon auszugehen, dass sie auf dem neuesten Stand der Reiki-Forschung ist. Die Zusammenführung und Berücksichtigung der Inhalte verschiedener Reiki-Schulen und Quellen ist ein großes Plus dieses Buches und in der Weise, wie sie in der Person der Autorin vereint sind, bislang noch in keinem anderen Reiki-Buch zu finden.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Janina Köck

Janina Köck ist seit 1996 in Reiki eingeweiht und lehrt seit 2001 Reiki im Usui System. Sie ist freie Reiki-Lehrerin, in Shoden und Okuden in Jikiden Reiki eingeweiht und Karuna Reiki (R) Lehrerin. Sie schreibt die Buchrezensionen fürs Reiki-Magazin seit 2008 und ist von Beginn an Mitorganisatorin der Reiki-Convention, hat 2010 und 2011 das Reiki-Festival mitorganisiert und ist Gründungsmitglied von ProReiki. Janina lehrt Reiki in ihrer Praxis Leben in Einklang in Köln und sie steht für eine geerdete, tiefe und humorvolle Spiritualität. Offenheit für Neues aber auch eine große Liebe zu den Ursprünge des Reiki findet man bei ihr.

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