Barbara Simonsohn: Reiki

Barbara Simonsohn: ReikiAnsata Verlag 2007, 176 S., 12,- Euro

Nach “Das authentische Reiki” (2001, siehe Rezension im Reiki Magazin, Ausgabe 2/02) und “Reiki für Fortgeschrittene” (2005, siehe Rezension in Ausgabe 1/06) hat Barbara Simonsohn mittlerweile ihr drittes Reiki-Buch vorgelegt. 



Sie begann ihren Reiki-Weg 1983 bei Brigitte Müller, unterrichtet den ersten und zweiten Grad seit 1985 und schloss ihre Radiance-Ausbildung mit dem siebten Grad im Jahr 2001 ab, nachdem sie sich im Jahr 2000 von Barbara Ray und der TRTAI getrennt hatte. Interessanterweise wurden einige dieser Daten im aktuellen Werk um ein Jahr nach vorn verlegt: Nun gilt 1982 (das Jahr, in dem Barbara Simonsohn ihre erste Reiki-Behandlung erhielt) als Beginn ihres Weges als Reiki-Praktizierende, 1984 als Beginn ihrer Laufbahn als Reiki-Lehrerin (vgl. S. 45) und 1998 für den siebten Grad.

Das erste der vier Kapitel stellt die Frage: “Was ist authentisches Reiki?” Hier finden sich die alte Reiki-Legende ohne aktuelle Fakten, Informationen zu Reiki sowie die “Merkmale universeller Energie”. Dies ist alles aus den früheren Büchern der Autorin bekannt, allerdings wurde die Zahl der Merkmale mittlerweile von elf auf zehn reduziert. Entsprechend einem der Merkmale, dass universelle Energie stets zum Positiven wirkt, vertritt Frau Simonsohn weiterhin die Ansicht, dass andere Lebewesen auch ungefragt mit Fernreiki (S. 116) oder Ferneinstimmungen (z. B. Tiere/ S. 136ff, Pflanzen/S. 148) bedacht werden können.

Das Thema Behandlung ist der Kernpunkt des zweiten Kapitels. Dabei kommt das zur Sprache, was das Buch laut Klappentext “einzigartig” machen soll: “Es führt ganz ohne Rituale und Einweihungen in die wunderbaren Möglichkeiten des Reiki ein”. Damit dies nicht falsch verstanden wird: Frau Simonsohn ist weiterhin der Ansicht: “Das authentische Reiki kann man sich nicht selbst beibringen! Man muss von einem kompetenten Lehrer eingestimmt und ausgebildet werden.” (S. 219). Sie stellt an jener Stelle nur eine Möglichkeit für Interessenten vor, durch Konzentration auf das Herzzentrum ebenfalls ausschließlich mit Reiki beziehungsweise bedingungsloser Liebe zu arbeiten (S. 49f). Ob diese Technik, die streng genommen gerade eine Seite füllt, wirklich rechtfertigt, dass einem Grundlagenbuch unter Dutzenden das Attribut “einzigartig” zugeschrieben wird?

Der folgende Ablauf der Eigenbehandlung umfasst zwölf Positionen, die jeweils mit Zeichnung, Anleitung und genauer Wirkung beschrieben werden. Dazu gibt es eine Tabelle “Welche Position für welches Thema?” (S. 83ff). Eine Beschreibung der Handpositionen bei der Partnerbehandlung ist nicht enthalten, dafür werden neun mögliche Zusatzpositionen vorgestellt, ob bei körperlichen Problemen wie Nasenbluten oder im psychisch-seelischen Bereich für Kommunikation und Selbstwertgefühl. Wichtige Informationen zum rechtlichen Bereich schließen das Behandlungskapitel ab.

Ab Seite 108 werden im dritten Kapitel “Entwicklungsprozesse mit dem zweiten Grad, Anwendungsmöglichkeiten mit Reiki bei Kindern, mit Tieren und Pflanzen sowie bei der Berufswahl” vorgestellt, wie auch zahlreiche Erfahrungsberichte von Reiki-Anwendern abgedruckt. Die vielen Beispiele können Anwendern Mut machen oder als Inspirationsquelle dienen. Andererseits kennt man vieles davon bereits aus früheren Büchern der Autorin. Ebenso wie ihre Tendenz, sich über zahlreiche Themen jenseits von Reiki zu äußern. So bekennt sie sich u. a. an dieser Stelle zu den Medienthesen des Prof. Spitzer, die durchaus beachtenswert sind, in Fachkreisen aber kontrovers diskutiert werden. Wenn die Autorin darüber schreibt, wie sie ihren Sohn zu einer Computerspiel-Abstinenz führt, ihn observiert und Drogentests unterzieht, damit er bei entsprechender Enthaltsamkeit bis zum Abitur den Führerschein spendiert bekommt (S. 133), wird mir angesichts solcher Erziehungsmethoden schon ein wenig anders.

Das letzte Kapitel wendet sich Themen zu wie Wunschlosigkeit, Friede und Stille. Auch über Reiki in Beziehungen schreibt die Autorin und widmet vor allem dem Thema spirituelle Sterbebegleitung viel Raum. Literaturverweise und eine Vorstellung der Autorin, in dem sie sich aufgrund ihres Esotera-Artikels aus dem Jahr 1984 als “Auslöserin der Reiki-Welle” sieht, beschließen das Buch.

Insgesamt ist dieses Werk von Barbara Simonsohn zwar auf einem hohen Erfahrungsniveau geschrieben, bietet aber kaum etwas Neues. Wer bereits eines der beiden ersten Bücher besitzt, kann es dabei bewenden lassen. Wer das Universum der Autorin erstmals kennen lernen möchte und nicht zu tief in das Radiance-System einsteigen will, sollte dagegen zu diesem neuesten Werk greifen, da es zum einen – auch dank des Hardcovers – optisch ansprechender gestaltet ist und zum anderen insgesamt klarer und gereifter wirkt. 


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Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Von 1994 bis 2009 Mitarbeiter beim Reiki-Festival. 1996 Mitbegründer des Reiki Magazins und seitdem Redaktionsmitglied bzw. freier Mitarbeiter. Seit 1999 Chefredakteur von Reiki-land.de. Veranstalter der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin's Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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