Doris Sommer: Das Reiki-Lexikon

Beratungsbuch zu allen Fragen der Reiki-Heilenergie-Anwendung

Verlag Peter Erd, München 1996, 250 Seiten, 14,90 Euro
veröffentlicht im Reiki-Magazin Nr. 7, Juli 1998
erste Fassung veröffentlicht im Reiki-Meister-Rundbrief Nr. 11, Sept. 1996



sommer1 Mit diesem Buch hat Doris Sommer eine mögliche Ergänzung zur vorhandenen Reiki Bibliothek geschrieben. Nach einer Einführung und ihrer kurzen Version der Reiki-Legende mit persönlichen Kommentaren kommen zwei lexikalische Hauptteile, die dem Buch seinen Namen gaben. Der erste enthält nach Themen geordnete Antworten auf Fragen, die vor allem NeueinsteigerInnen oder AbsolventInnen der ersten beiden Grade weitere Informationen vermitteln können. Der zweite Hauptteil enthält kurze Erfahrungsberichte von ReikianerInnen, die Gesundheitsverbesserungen oder Heilungen betreffen und ebenfalls alphabetisch nach Krankheiten bzw. Störungen des Wohlbefindens geordnet sind. Dazwischen liegt ein praktischer Teil über den möglichen Ablauf einer Reiki-Sitzung mit vielen Bildern von Behandlungspositionen.

Meiner Meinung nach wird dieses Buch seinem Titel "Das Reiki-Lexikon" und dem Untertitel, der einen hohen Informationsanspruch darstellt, nicht gerecht. So vermisse ich eine dem Titel entsprechende objektive Haltung. Ein Beispiel: Unter "Wartezeit für Reiki II" schreibt die Autorin, daß sie es schade findet, wenn man zu lange wartet. Als Minimum empfiehlt sie eine dreiwöchige Reinigungszeit nach Reiki I. Im Rahmen eines Lexikons würde ich erwarten, die Empfehlungen verschiedener Verbände (z.B. min-destens drei Monate Wartezeit), die Praxis manch freier Meister (alles an einem Wochenende) und die eigene Meinung darzulegen bzw. die verschiedenen Vor- und Nachteile zu diskutieren. Ein anderes Beispiel: Keine bestehende Reiki-Vereinigung wird namentlich aufgeführt, außer des mir unbekannten "Internationalen Reiki-Verbandes", dessen Präsidentin die Autorin ist.

Manches dürfte für Lernende etwas verwirrend sein. So finde ich die Anzahl der Standardpositionen bei der Ganzbehandlung (23 plus Chakrenausgleich und diverse Rituale) etwas übertrieben und dem Auswendiglernen nicht unbedingt förderlich. Wenn mensch nicht alle 2-3 min. wechseln will (was Frau Sommer an anderer Stelle auch als nicht förderlich erklärt) liegt die pure Behandlungszeit bei circa zwei Stunden.

Frau Sommer versteht sich als freie, aber auch traditionelle Reiki-Meisterin. Jedoch erwähnt sie in ihrem Reiki-Lexikon mit keinem Wort die Lebensregeln. Sie hat zudem sehr eigene Ansichten über die Praxis von Reiki, die meines Wissens nicht als traditionell bezeichnet werden können. So empfiehlt sie grundsätzlich Fußeinweihungen oder schickt vier Personen gleichzeitig Fernreiki. Ich würde mir wünschen, daß dies für den Laien entsprechend klar erkennbar wäre. Beispiele aus ihrer Praxis, die ich ausprobiert habe, – beispielsweise sich gleichzeitig Fernreiki und Eigenbehandlung zu geben – hatten Wirkungen, die ich nicht als positiv erfahren habe.

Ansprechend finde ich die Offenheit der Autorin und die manchmal auftauchenden Geschichten aus ihrem Leben. Ein Buch über solch innere und äußere Reisen (in die sie ebenfalls ihre Ansichten über Reiki hätte integrieren können) könnte ich als hochinteressant und stimmig empfinden.

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Gründer der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin's Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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