Fran Brown: Reiki Leben

Fran Brown Hawayo TakataSynthesis-Verlag, Essen, 1993, DM 24,80, SFR 23,-, ÖS 181,-
Erstveröffentlichung im Reiki Magazin 3/97 



Dieses Buch von Fran Brown über den Lebensweg von Hawayo Takata erschien 1992 in Amerika unter dem Titel "Living Reiki – Takata`s Teachings" und liegt seit 1993 in der Übersetzung von Karin Petersen auch auf dem deutschen Markt vor. Die Autorin wurde im Januar 1979 von Hawayo Takata zur Reiki-Meisterin geweiht.

Und das ist das Schöne: Brown hat die Großmeisterin gut gekannt, weshalb ihr Bericht einen sehr persönlichen Klang hat. Es wird in chronologischer Reihenfolge aus Takatas Leben erzählt. Ungewöhnlich ist hierbei, daß dies in Form vieler kleiner – sowohl heiterer als auch trauriger und nachdenklich stimmender – Geschichten geschieht. Angefangen mit Begebenheiten aus Takatas Kindheit und Jugend beschreibt die Autorin, wie die spätere Großmeisterin mit Hilfe von Dr. Hayashi ihren Weg zu Reiki fand, wie Reiki schnell zu ihrem Lebensinhalt und -mittelpunkt wurde. Ihre Vita wird bis zu ihrem Tod im Jahre 1980 beschrieben, und der Leser/die Leserin begleitet Takata durch viele Stationen ihres Reiki-Daseins.

Eingeflochten ist hier auch die Geschichte des Reiki und damit ebenfalls die anfängliche Suche und spätere Erkenntnis des Mikao Usui. In einem letzten Teil – dem "persönlichen Ausblick" – schildert Brown auch die spirituelle Lehre des Reiki und führt die Lebensregeln auf. Betrachtet man diese inhaltliche Ebene, so erscheint das Buch als recht gelungen, gibt es doch einen guten Einblick in das Leben und Wirken der Hawayo Takata, deren Wesensart in ebenso ansprechender wie ungewöhnlicher Weise anhand vieler kleiner Begebenheiten dargestellt wird.

Der Genuß dieser Geschichten wird dem Leser/der Leserin aber gründlich durch eine ausgesprochen simple Sprache verleidet, die in ihrer dilettantischen Einfachheit das Lesen zu einem Verdruß macht. Teilweise sind die Sätze so simplifiziert und stehen so zusammenhanglos nebeneinander, daß das Verständnis des Textes erschwert wird und man als LeserIn immer wieder Gefahr läuft, den Faden zu verlieren. Dieses wird durch eine Anzahl von Druckfehlern noch verstärkt sowie durch die recht schwache Übersetzung, die sich schon im Buchtitel zeigt: Reiki Leben – eine Nebeneinanderstellung zweier Substantive, die der deutschen Sprache nicht angemessen ist und keinen Sinn ergibt.

Alles in allem liegt hier ein Werk vor, das in Inhalt und Anlage recht gelungen ist, aufgrund seiner sprachlichen und stilistischen Mängel aber kein rechtes Lesevergnügen aufkommen läßt und somit nur eingeschränkt zu empfehlen ist. 

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