Klaudia Hochhuth: Reiki – Natürliche Heilungsenergie der Hände

Klaudia Hochhuth: ReikiHermann Bauer Verlag, Freiburg, DM 28,- SFR 26,- ÖS 204,-
Erstveröffentlichung im Reiki Magazin 4/97 



"Es ist keine leichte Aufgabe, jemandem genau zu erklären, was Reiki ist, egal, ob man darüber spricht oder schreibt. Es ist ungefähr so, als wenn ich versuche, dir das Aroma einer exotischen Blume zu beschreiben, die du noch nie gesehen und von der du noch nie gehört hast. Es ist fast unmöglich, dir einen Eindruck davon zu vermitteln, wie diese Blume duftet."
Mit dieser Einleitung beginnt Klaudia Hochhuth ihr Buch über Reiki. Ich finde, daß ihr die schwierige Aufgabe, Reiki zu beschreiben, sehr gut gelungen ist. Klaudia Hochhuth ist Diplom-Psychologin, Heilpraktikerin und bereits seit 1985 Reiki-Meisterin. Ihre medizinischen und psychologischen Kenntnisse und die langjährige Reiki-Praxis sind im Buch deutlich und angenehm zu spüren. Vor diesem Hintergrund gibt sie Hinweise und Tips für die Anwendung von Reiki und zu den Rahmenbedingungen, in denen Reiki praktiziert wird. Dabei bleibt sie konsequent bei Reiki und erliegt nicht der Versuchung, Reiki“anreichern“ zu wollen mit anderen Methoden oder Praktiken.
Den ersten Teil des Buches widmet Klaudia Hochhuth der Geschichte von Reiki und seiner Theorie. Als Informationsgrundlage dient ihr dabei eine Tonkassette von Hawayo Takata, die kurz vor deren Tod aufgenommen wurde und auf der Takata die Geschichte von Reiki erzählt. Insbesondere greift sie daraus den Aspekt des Energieaustausches auf, zu dem Takata über ihre eigenen Erfahrungen und auch über die Erfahrungen der vorherigen Großmeister berichtet.
Hochhuth geht weiterhin kurz auf die Entwicklung von Reiki in der westlichen Welt ein und erläutert (bereits 1994) das Reiki-Rad und die vier Aspekte von Reiki. Mir gefällt auch gut, daß sie zu den Lebensregeln Position bezieht und Anregungen zur Anwendung im Alltag anbietet.
Der erste Teil des Buches ist abgerundet durch die Erklärung der Initiationen und der drei Reiki-Grade und wird belebt durch Erfahrungsberichte von Reiki-SchülerInnen. Die Autorin plädiert dafür, sich zwischen den einzelnen Reiki-Graden viel Zeit für Erfahrungen zu lassen, und gibt Anhaltspunkte, wie ich den“richtigen“ Reiki-Meister / die“richtige“ Reiki-Meisterin finden kann.
Im zweiten Teil des Buches widmet sie sich der Anwendung von Reiki. Sie geht dabei wirklich sehr praxisorientiert vor und erläutert auch eingehend die Bereichen rund um die Behandlung anderer, in denen Reiki-AnfängerInnen oft noch recht unsicher sind. So bringt sie viele Vorschläge und Erfahrungen ein zu Themen, die oft auftauchen, wie Reiki und psychologische Beratung, Wachstumsschmerzen, Heilungsreaktionen, Reiki in besonderen Lebenssituationen wie Schwangerschaft oder Sterbebegleitung – um nur einige Beispiele zu benennen.
Gut gefallen mir auch die von ihr aufgestellten vier goldenen Reiki-Regeln. Sie sind einfach, eingängig und erinnern in kurzer Form an Wesentliches bei der Anwendung von Reiki und der Behandlung anderer Menschen.
Im Buch werden die Grundpositionen für Selbst- und Fremdbehandlung gezeigt, ohne daß dieses Kapitel zu raumgreifend wird. Besonders spricht mich an, daß sie sich auf die Schlichtheit der Grundpositionen beschränkt und nicht noch alle möglichen Sonderpositionen für alle erdenklichen Gelegenheiten anbietet. Es wird so ein Vertrauen in die Einfachheit und Weisheit von Reiki signalisiert, das auf unspektakuläre Weise wohltuend ist. Sie beginnt mit den Grundpositionen in der Körpermitte – ein Vorgehen, das Takata eine Weile so vermittelt haben soll. Erwähnt wird aber auch der mögliche Behandlungsbeginn am Kopf.
Das Wichtigste an diesem Buch sind nicht die Grundpositionen, sondern ist die solide, praxisorientierte und klare Information, die es dem/der Reiki-SchülerIn bietet bis hin zu einer Seite mit dem Titel“Was ist Reiki“ und der Erlaubnis und Anregung, diese Seite für eigene Informationszwecke zu verwenden.
Die übersichtliche, klare Gestaltung des Buches hätte, insbesondere was die Zeichnungen betrifft, durchaus optisch etwas gefälliger und attraktiver ausfallen können. In der Summe jedoch kann ich das Buch von Klaudia Hochhuth von ganzem Herzen empfehlen. Es orientiert sich weitgehend an der Lehre von Phyllis Lei Furumoto und gehört zu der kleinen Auswahl von Reiki-Büchern, die ich mit einem guten Gefühl meinen Reiki-SchülerInnen zur I. Grad-Einweihung schenke. 

Immer auf dem Laufenden bleiben zu Reiki? Dann abonniere einfach unseren Newsletter:

Schreibe eine öffentliche Antwort