Oliver Klatt: Schnelleinstieg Reiki

Schnelleinstieg ReikiWindpferd Verlag, Aitrang 2007, 120 Seiten, 9,90 Euro

Der Chefredakteur des Reiki Magazins hat sich als Autor einen Namen gemacht. Mit “Die Reiki-Systeme der Welt” (siehe Rezension in Ausgabe 4/05) und “Reiki und Schulmedizin” (siehe Rezension in Ausgabe 1/07) liegen bereits zwei Werke vor, die vertiefende Informationen zu Spezialthemen des Usui-Systems geben. Mit “Schnellkurs Astrologie” (2005) sowie “Schnellkurs Tarot” (2006) gibt es zwei weitere Werke, in denen der Autor ganz kompakt alles Wesentliche zu diesen beiden Weisheitssystemen vorstellt.



Das vorliegende Buch “Schnelleinstieg Reiki” schlägt nun eine Brücke, da es die bekannteste Profession des Autors, nämlich Reiki, mit seinem Konzept der fundierten Vermittlung von wertvollem Basiswissen verbindet. Gleichzeitig möchte der Autor auch aktuelle Entwicklungen rund um Reiki integrieren und sich damit zudem an erfahrene Reiki-Praktizierende wenden (S. 7).

Im ersten Kapitel “Was ist Reiki?” wird die Lebensenergie Ki sowie Sichtweisen der Wissenschaft und östlich-spiritueller Traditionen vorgestellt. Zwar finden sich einige der Vergleiche bereits in zahlreichen Grundlagenbüchern, doch gelingt es dem Autor, bereits Bekanntes einzigartig und mit Zitaten lebendig zu gestalten und gleichzeitig Neues einzubringen. Mich persönlich berührt vor allem ein Zitat von Swami Satyadharma Saraswati (S. 14).

 

Anschließend stellt der Autor das Usui-System des Reiki als spirituelle Disziplin und eine Form der Energiemedizin vor. Hinsichtlich der Geschichte führt Oliver Klatt sowohl die lehrreiche Legende als auch die historischen Fakten auf und verbindet damit Tradition und Moderne. Fünf Reiki-Systeme werden im vierten Kapitel erläutert: Usui Shiki Ryoho, Die Radiance Technik, Rainbow Reiki, Gendai Reiki Ho und Jikiden Reiki. Auch einige weitere Formen werden skizziert, so dass interessierte Neueinsteiger einen guten Überblick darüber erhalten, welches System für sie geeignet sein könnte.

Nach einem Exkurs zum Thema Reiki-Seminare, wo es beispielsweise um “Die Auswahl eines Reiki-Meisters” (S. 46) geht und der Autor “der häufig anzutreffenden Auffassung, dass eine Einzeleinweihung das Nonplusultra sei” (S. 47), deutlich widerspricht, wendet er sich dem ersten Grad zu. Die Lebensregeln werden in zwei der gängigsten Varianten vorgestellt, wichtige Seminarinhalte und das Thema Einweihungen mit einer schönen Definition angesprochen: “Als Einweihung bezeichnet man ein spirituelles Ritual, bei dessen Durchführung praktische spirituelle Fähigkeiten übertragen werden.” (S. 53)

Es folgen die Formen der Selbstbehandlung (acht Positionen), der Partnerbehandlung (13 Positionen) sowie weitere Formen. Leider fehlt ein Hinweis auf das Inlet der CD “Reiki Elixier”, aus der die Bilder dieser klassischen Behandlungsform nach Takata stammen.

Auf sechs Seiten werden dann alle wesentlichen Inhalte und Fragen zum zweiten Grad abgehandelt: Wartezeiten, Lehrinhalte wie auch Ausführungen zur möglichen Geheimhaltung der Symbole oder zu zusätzlichen Symbolen. Wie im gesamten Buch, stellt der Autor dabei immer wieder den Gepflogenheiten klassischer westlicher Stile wie dem des Usui Shiki Ryoho die Inhalte japanisch geprägter Systeme gegenüber und zeichnet damit ein differenziertes Bild der heutigen Situation.

Das neunte Kapitel wendet sich der Meisterebene zu. Er erklärt traditionelle Vorgehensweisen wie auch neuere Formen der Trennung von Meister- und Lehrergrad oder der Kurszeiten. Bei aller Objektivität, die sich vorbildlich durch das gesamte Buch zieht, bezieht der Autor hier mit klaren Worten einen für manche Reiki-Lehrer unbequemen Standpunkt: “Die sofortige Weitergabe des Wissens um die Meistereinweihung sowie die teils extreme, ans Unsinnige grenzende Verkürzung der Ausbildungszeiten, sind im Wesentlichen die Ursache für den hohen Qualitätsverlust, den das Usui-System des Reiki in den letzten 15 Jahren in weiten Teilen der Meisterschaft erfahren hat, und, in der Folge, auch in weiten Teilen der Menge der Praktizierenden.” (S. 77)

In den beiden letzten Kapiteln wird die Kombination von Reiki mit anderen Heilmethoden wie Bach-Büten, Aura-Soma und Edelsteinen erklärt sowie eines der Spezialthemen des Autors, nämlich Reiki in der Medizin. Dabei zeigt er die Anerkennung, die Reiki bereits in anderen Ländern wie den USA erreicht hat, Studienergebnisse und Beispiele für die Zusammenarbeit mit der Schulmedizin.
Einen großen Teil des Anhangs macht ein “Kleines Reiki-Lexikon” aus (S. 92), wo Oliver Klatt für Begriffe von “Affirmation” bis “Zweites Symbol” prägnante, lesenswerte und sehr beispielhafte Definitionen gefunden hat. Kommentierte Tipps zu Büchern und weiterführenden Internetseiten runden das Buch perfekt ab.

Insgesamt gesehen bewegt sich der Autor durchgehend auf einem hohen Niveau. An zwei oder drei Stellen hätte ich mir Zusatzinformationen wie zu den Ursprüngen von Großmeistertitel oder Fußeinweihungen gewünscht, deren Fehlen ich mir allerdings damit erklären kann, dass die Quellen möglicherweise nicht den hohen Standards des Autors entsprochen haben. Insofern handelt es sich hier um ein Werk, das jedem Einsteiger in Reiki bedenkenlos empfohlen werden kann. Zudem kann dieses handliche Werk auch Fortgeschrittenen angeraten werden, da es alle relevanten Informationen mit einem eher selten anzutreffenden Blick über den Tellerrand kompakt und handlich vermittelt. 

 

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Erstveröffentlichung der Rezension im Reiki-Magazin Nr. 1/2008

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Gründer der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin's Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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