Purnima – Raj: Reiki ohne Lehrer

Dhyan Purnima/Deva Raj: Reiki ohne Lehrer – Selbsteinweihung und Praxis

Satori Verlag, Regensburg 1998, 72 Seiten, DM 19,80
Neu als Book on Demand, 2001, 53 Seiten, EUR 10,12
veröffentlicht im Reiki-Magazin Nr. 4/2001



raj Die AutorInnen stellen in diesem Buch den Weg des "Zen-Reiki" vor, der laut Vorwort mit Bodhidharma von Tibet über China nach Japan gelangt und ihnen von Serge Goldberg in Dharmsala gezeigt worden sein soll: "Der fast achtzigjährige, weißhaarige Serge hatte das ursprüngliche Reiki schon in den vierziger Jahren von seinem Zen-Meister gezeigt bekommen und enthüllte uns die Kunst der Selbstweihung und der gesamten Reiki-Praxis, unter der Bedingung, dies zu veröffentlichen." Der Zeitpunkt dieser Begegnung sowie weitere Informationen werden dem Leser nicht gegeben.

Stattdessen werden weitere Gründe zur Veröffentlichung dieses Buches mitsamt Symbolen und Einweihungsritual aufgeführt, die stark an die Publikation "Das Herz des Reiki" erinnern: "In unserer aufregenden Zeit, die sich von kleinlichem Recht und Mystizismus fortbewegt, hin zum freudig miteinander Teilen und zur Selbsthilfe, ist es unerläßlich alles offenzulegen." Ob wir, wie die Autoren postulieren, "alle mündig und erwachsen genug geworden sind", um mit offengelegten Geheimnissen umzugehen, möchte ich allerdings genauso in Frage stellen, wie die Form, in der dies geschieht.

Kernpunkt des Buches ist das Meistersymbol. Es soll Meditation, Frieden im Herzen und unbeschwertes Fließen fördern. Laut Dhyan Purama und Deva Raj war es der Kern und Anfang des Reiki, bis es Mitte der 70er Jahre "zum geheimen Einweihungsmantra einer kleinen New Age Priesterkaste degenerierte".

Auf den folgenden 28 Seiten wird mit wenigen Sätzen sowie einfachen und klaren Zeichnungen das Einweihungsritual des "Zen-Reiki" erklärt. Die erste Stufe vollzieht sich in einer dreitägigen Meditation, die zweite mit einem Freund in gegenseitiger Einweihung. Dann wird die Selbstbehandlung beschrieben, bestehend aus Gebet und vier Handpositionen. Zum "Handauflegen bei anderen" werden ebenfalls vier Positionen vorgeschlagen. Das letzte Kapitel stellt "Die Helfer" des Meistersymbols – womit die Symbole des zweiten Grades gemeint sind – in Wort und Bild vor. Im Anschluß werden die LeserInnen um Erfolgsberichte gebeten.

Ob diese Methode der Selbsteinweihung funktioniert, kann ich nicht nachprüfen. Genausowenig, ob der hier dargestellte einfache Weg tatsächlich authentisch ist. Eines bin ich mir sicher: Wer diesen Weg geht, übernimmt nicht nur die Verantwortung für seine Einweihung, sondern verzichtet auch auf das Wissen und die Erfahrung, die ein gut ausgebildeter Reiki-Meister in seinen Kursen weitergibt. Daß allerdings dieser lehrerlose Stil die Bezeichnung "Zen" im Namen trägt, einer Praxis also, die meines Wissens auf einer intensiven Lehrer-Schüler-Beziehung beruht, ist genausowenig stimmig wie die Tatsache, daß die Verfechterinnen dieser Form im Internet, die Betreiberinnen der "Zen-Reiki"-Homepage, Reiki auf herkömmliche Weise mittels Einweihung durch einen Reiki-Meister gelernt haben.

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Von 1994 bis 2009 Mitarbeiter beim Reiki-Festival. 1996 Mitbegründer des Reiki Magazins und seitdem Redaktionsmitglied bzw. freier Mitarbeiter. Seit 1999 Chefredakteur von Reiki-land.de. Veranstalter der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin's Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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