Satyam S. Kathrein: Power-Reiki

Book-on-demand, 208 Seiten, 14,90 Euro

Der Autor, Satyam S. Kathrein, hat bereits mehrere Bücher zu den verschiedensten Themen veröffentlicht, mit Titeln wie  „Chakra Yoga“, „Seelenheil“, Ego-Check“, bei unterschiedlichen Verlagen. Auch Bücher über Reiki waren schon dabei. Sein Buch „Power-Reiki“ ist nun als Book-on-Demand erschienen.

Mit dem schön gestalteten Cover dieses Buches zeigt er, dass es auch bei Büchern, die im BoD-Verfahren hergestellt werden, möglich ist, das Cover ansprechend zu kreieren. In diesem Fall – ganz nach dem Untertitel des Buches, „Tibet Energie Medizin“ – ist das Cover „tibetisch angehaucht“.

Apropos Tibet: Es hält sich über viele Jahre in einigen Teilen der Reiki-Szene hartnäckig die Vermutung, dass Reiki seinen eigentlichen Ursprung in Tibet haben könnte. Satyam S. Kathrein scheint auch dieser Meinung zu sein – und erzählt eine ganz neue „Reiki-Geschichte“, die ich so noch nie gehört habe. Usui soll u.a. nach Tibet gereist sein, dort von Kloster zu Kloster gepilgert sein und schlussendlich auch in einem Kloster Unterweisungen erhalten haben. Aus welchen Quellen der Autor diese Informationen bezieht, ist nicht angegeben – und bleibt damit unklar. Da es in den letzten Jahrzehnten viele Forschungen rund um die historischen Umstände des Lebens und Wirkens Mikao Usuis gab, halte ich mich da lieber an die Ergebnisse dieser Forschungen; bei diesen sind in der Regel die Quellen mit angegeben. Eine „Tibet-Episode“ Usuis ist jedenfalls meines Wissens bislang in keiner Weise historisch belegbar.

Dieses Buch ist ein Grundlagenwerk zu Reiki, mit allem was dazu gehört, wie der Reiki-Geschichte, Erläuterungen zu den einzelnen Reiki-Graden etc. Was mir gut gefällt, sind die praktischen Hinweise für den Umgang mit Reiki im Alltag. Es gibt Tipps und Ideen zum Umgang mit Reiki in der Partnerschaft wie auch im Berufsleben. Über Reiki hinaus gibt es auch Empfehlungen dazu, wie man beispielsweise mit Meditation im Alltag umgehen kann.

Sehr gelungen finde ich auch, dass der Autor die verschiedenen Positionen der Reiki-Selbstbehandlung jeweils einzeln beschreibt – und dabei auf die psychische, mentale, emotionale und spirituelle Wirkung einer jeden Position eingeht. Viele Erklärungen sind kurz und knapp gehalten, aber dennoch inhaltlich ausreichend. Hin und wieder habe ich jedoch den Eindruck, dass der Autor in Sachen Reiki nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist – obwohl das Buch ja in diesem Jahr erschienen ist. Da ist zum einen die legendenhaft gehaltene Version der Reiki-Geschichte, eine Mischung einer Art Kurzversion der Takata-Geschichte und der bereits oben erwähnten, dubiosen „Tibet-Episode“. Und zum anderen findet sich im Kapitel „Reiki-Therapeut als Beruf“ ein Hinweis, dass man als Reiki-Praktizierender keine Krankheiten behandeln dürfe, weshalb man am besten einen Heilberuf erlernt haben sollte, wenn man Reiki-Behandlungen gibt. Auch wenn man durchaus die Auffassung vertreten kann, dass es hilfreich für das Behandeln mit Reiki sei, wenn man einen Heilberuf erlernt, kann die hier gegebene Information jedoch für einen Anfänger missverständlich sein. Denn seit 2004 (da gab es den „Heiler-Entscheid“ des Bundesverfassungsgerichtes) ist es ja in Deutschland tatsächlich so, dass man mit Reiki professionell behandeln darf, auch ohne Heilpraktiker oder Arzt zu sein.

Ein weiteres Detail zeigt, dass der Autor nicht ganz „up to date“ ist: Zwar empfiehlt er das Reiki Magazin – worüber wir uns natürlich sehr freuen –, aber er gibt als Herausgeber Jürgen Kindler an (der seine Tätigkeit als Herausgeber und Verleger des Reiki Magazins bereits 2008 an Oliver Klatt übergeben hat). Etwas mehr aktuelle Recherche hätte hier gut getan.

Auf mehr als 50 Seiten – im größten Kapitel des Buches – werden schließlich die Möglichkeiten mit Reiki bei der Behandlung vieler Krankheiten beschrieben. Von A wie Abszess bis W wie Warzen ist dabei alles Mögliche zu finden. Hier werden nicht nur Handpositionen empfohlen, es gibt auch informative Tipps zu jeweils passenden Aromaölen, Edelsteinen und Hausmitteln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch im Großen und Ganzen – von einigen Ungenauigkeiten einmal abgesehen – insgesamt gut aufgebaut ist. Es deckt ein weites inhaltliches Spektrum ab, und dies auf relativ wenig Seiten – wodurch die Texte gut „auf den Punkt“ geschrieben sind. Für Reiki-Einsteiger kann es ein interessantes Buch sein, das die Grundlagen des Reiki erläutert und darüber hinaus über Chakren, Aura, naturheilkundliche Therapien wie z.B. Homöopathie und Körperarbeit wie z.B. Bioenergetik kurz informiert. Damit gibt das Buch, neben den Informationen über Reiki, einen guten Überblick über viele Themen, die Reiki-Praktizierenden über kurz oder lang begegnen können.

Einschätzung der Redaktion:
Informativ – mit einigen Abstrichen!

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Janina Köck

Janina Köck ist seit 1996 in Reiki eingeweiht und lehrt seit 2001 Reiki im Usui System. Sie ist freie Reiki-Lehrerin, in Shoden und Okuden in Jikiden Reiki eingeweiht und Karuna Reiki (R) Lehrerin. Sie schreibt die Buchrezensionen fürs Reiki-Magazin seit 2008 und ist von Beginn an Mitorganisatorin der Reiki-Convention, hat 2010 und 2011 das Reiki-Festival mitorganisiert und ist Gründungsmitglied von ProReiki.
Janina lehrt Reiki in ihrer Praxis Leben in Einklang in Köln und sie steht für eine geerdete, tiefe und humorvolle Spiritualität. Offenheit für Neues aber auch eine große Liebe zu den Ursprünge des Reiki findet man bei ihr.

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