Andrzej Bukowski: Reiki-Kalender 1998

édition trèves, Trier 1997, 258 Seiten, DM 16,80, SFR 16,80, ÖS 123,-
veröffentlicht im Reiki-Magazin Nr. 5, Januar 1998


Kalender98Zum vierten Mal gibt es ihn nun, den handlichen Reiki-Kalender, der mittlerweile ein hohes Niveau erreicht hat. Pro Woche stehen zwei Seiten für Termine und Notizen zur Verfügung. Der Kalender bietet die üblichen Standards wie Mondzyklen, Ferientermine und Adreßteil.

Was ihn von anderen Kalendern unterscheidet, und den Zusatz ‘Reiki’ rechtfertigt, sind die Beiträge von ReikianerInnen, die in 14 Gängen serviert werden. Jeder dieser Blöcke besteht aus einem Artikel, gefolgt von Erfahrungsberichten sowie einer Affirmation von Karin Zöhrer oder Ingrid Groß bzw. einer jahreszeitlichen Meditation von letzterer.

Besonders interessant sind die Artikel, die zumeist von MeisterInnen verfaßt sind. Mich persönlich sprechen vor allem zwei Artikel an, die mit Achtsamkeit und Erfahrung geschrieben sind. Bernando Schirmer berichtet – leider nur kurz – in "Reiki führt Dich zu Dir selbst" über Licht und Schatten auf dem Weg mit Reiki. Und Brigitte Zieglers Ausführungen über den zweiten Grad bieten konkrete Anwendungsmöglichkeiten.

Zwiespältige Gefühle löst in mir der Artikel "Reiki – Durst und Läuterung" von Dirk Trempler aus. Da ist ein Zweifler unterwegs, der die Lebens’regeln’ als Zwang zu empfinden scheint, und der einerseits vermutet, daß in der Weitergabe des Usui-Systems innerhalb der Hüter der Linie zu sehr der körperliche Aspekt der Heilung im Vordergrund stand, und andererseits, daß Hawayo Takata nur eine äußere Form des Reiki übergeben wurde. Sehr interessant sind seine Felduntersuchungen im Bereich der Sozialarbeit, von denen ich gern mehr erfahren würde.

Höhen und Tiefen bietet auch der Artikel von Peter Gilgen, der Probleme mit der Rolle des Geldes im Usui-System hat. Dementsprechend geht er dieses Thema – trotz eines kurzen Pro&Contra-Versuches – recht einseitig an. Schade, denn in seiner Abschlußbetrachtung "Die menschliche und spirituelle Reife und Qualifikation zum Meister" zeigt er Klarheit und Durchblick.

Der einzige Totalausfall in diesem Kalender ist für mich ein Artikel von Walter Lübeck, dem "Konsalik der Reiki-Szene". Der Titel "Reiki als Körperarbeit" ist irreführend und inhaltlich hat dieser Beitrag – genau betrachtet – kaum etwas mit dem Thema Reiki zu tun. Ein weiterer Lübeck-Artikel, der in mir die Vermutung aufsteigen läßt, daß hier jemand kein Zutrauen in "Reiki pur" hat. Nachtrag: Wie sich wenige Jahre nach dieser Besprechung herausgestellt hat, nahm Walter Lübeck hier Informationen vorweg, die sein Kollege Frank Petter dann in seinen ersten Büchern über das japanische Reiki-System publizierte. Informationen, die Ende 97 nur wenigen Reiki-Meistern vorlagen und ohne Quellenangaben von mir nicht weiter eingeordnet werden konnten.

Alle anderen Artikel, beispielsweise über "Reiki im Wassermannzeitalter", "Reiki als spirituelle Disziplin" oder "Reiki und Musik", sind einfach lesenswert und vermögen das Jahr zu bereichern. Ich denke, dies gilt sowohl für frisch eingeweihte Praktizierende wie auch für MeisterInnen.

Ein Lob für den Projektleiter Andrzej Bukowski und die MitarbeiterInnen der édition trèves, die mittlerweile dank dieses Projektes alle in Reiki eingeweiht sind. Ich wünsche ihrem schmucken und stoßfesten Kalender, daß er auch anderen Menschen Anregungen auf ihrer bewegten Reise gibt, und daß er viele FreundInnen findet.

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Doerr

Intensive Reiki-Praxis seit 1993 und beständige Fortbildung. Seit 1998 Reiki-Meister der 6. Generation in der Linie Usui – Hayashi – Takata – Furumoto – Kindler. Gründer der Reiki Convention (seit 2010) sowie Gründungsmitglied von ProReiki, dem Reiki Berufsverband. Publikationen: Die Reiki-Lebensregeln (Windpferd 2005), Das Reiki-Meister-Buch (Windpferd 2007). CD mit Merlin’s Magic: Reiki-Elixier inkl. Booklet (Windpferd 2007).

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